Blick aus dem Veranstaltungsraum ins Freie

YES Forum 2026 annual event

„Navigating Transitions – Creating Futures: Supporting Young People into Meaningful Employment, Education and Training in Rural Areas“ 

Mitgliederversammlung des YES Forum
15. bis 17. Juni
in Timișoara und Reșița (Rumänien)

Rund 40 Fachkräfte, Netzwerkvertreter*innen und Projektpartner aus mindestens elf europäischen Ländern nahmen an der Veranstaltung teil. Vertreten waren unter anderem Organisationen aus Deutschland, Rumänien, Österreich, Schweden, den Niederlanden, Griechenland, Italien, Spanien und der Ukraine. Die Teilnehmenden repräsentierten nationale Dachverbände der Jugendsozialarbeit, kommunale Träger, NGOs, Bildungs- und Beschäftigungsorganisationen sowie europäische Projektpartnerschaften. Die internationale Zusammensetzung ermöglichte einen intensiven Austausch über Herausforderungen und Lösungsansätze in unterschiedlichen nationalen Kontexten.

Die BAG EJSA ist Gründungsmitglied des YES Forum, das ein europaweites Netzwerk von Organisationen aus den Bereichen Jugendsozialarbeit, Bildung, Beschäftigungsförderung und sozialen Inklusion ist. Ziel der diesjährigen Veranstaltung war der fachliche Austausch über erfolgreiche Ansätze zur Unterstützung junger Menschen in ländlichen Regionen Europas, insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich weder in Beschäftigung, Ausbildung noch Bildung befinden (NEETs).

Tag 1: Ankommen und Vernetzung in Timișoara

Tag 1: Ankommen und Vernetzung in Timișoara

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Bei der geführten Stadtbesichtigung durch Timișoara zu Beginn der Veranstaltung erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Geschichte der Stadt sowie ihre besondere Bedeutung für die demokratische Entwicklung Rumäniens. Der Abend bot Raum für informellen Austausch und erste Vernetzungsgespräche mit Fachkräften und Vertreter*innen verschiedener Organisationen aus Europa.

Bereits an diesem Abend wurde deutlich, dass viele Herausforderungen junger Menschen europaweit vergleichbar sind. Themen wie Bildungsbenachteiligung, Jugendarbeitslosigkeit, soziale Ausgrenzung und eingeschränkte Teilhabemöglichkeiten prägten zahlreiche Gespräche.

Tag 2: General Assembly des YES Forums und Praxisbesuche in Reșița

Tag 2: General Assembly des YES Forums und Praxisbesuche in Reșița

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Der zweite Veranstaltungstag in Reșița begann mit der Generalversammlung des YES Forums im Centrul Multifuncţional, einer Einrichtung, die sportliche Betätigung, kulturelle und soziale Teilhabe fördert und kostenlose Konferenzräumlichkeiten anbietet.

Im Mittelpunkt standen die Vorstellung der Aktivitäten des Netzwerks im Jahr 2025, aktuelle politische Entwicklungen auf europäischer Ebene sowie die strategische und finanzielle Planung für die kommenden Jahre.

Das YES Forum erreichte 2025 europaweit rund 10.000 junge Menschen. Die 34 Online- und Präsenzveranstaltungen beschäftigten sich unter anderem mit intergenerationaler Armut, der Verbindung regionaler Herausforderungen mit europäischen Strategien sowie dem Austausch mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau für junge Menschen und Fachkräfte vorgestellt, insbesondere in den Bereichen Green Skills, Mobilität und Citizenship Education.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Jugendpartizipation. Vorgestellt wurden verschiedene Aktivitäten zur stärkeren Einbindung junger Menschen in politische Entscheidungsprozesse sowie die Arbeit des YES Forums im Rahmen europäischer Konsultations- und Beteiligungsprozesse. Zudem wurden aktuelle Netzwerkprojekte wie „Back on Track“, „A.M.O.R.“ und „CitiGen*Z“ vorgestellt, die gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen umgesetzt werden.

Diskutiert wurden außerdem aktuelle politische Entwicklungen auf europäischer Ebene . Besondere Aufmerksamkeit erhielt die im Mai 2026 verabschiedete europäische Anti-Poverty Strategy, die erstmals einen umfassenden europäischen Rahmen zur Bekämpfung von Armut schafft. Ebenso wurden die laufenden Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union sowie die neue europäische Strategie zur Generationengerechtigkeit thematisiert.

Am Nachmittag standen Praxisbesuche in Reșița auf dem Programm. Die Exkursion „Community-Driven Approaches to Roma Housing, Employment and Rural Inclusion“ ermöglichte Einblicke in kommunale Ansätze zur Förderung sozialer Inklusion. Dabei wurde das neu errichtete Multifunktionszentrum der Stadt Reșița vorgestellt. Im Austausch mit dem Bürgermeister Ioan Popa erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Entwicklung der Kommune in den vergangenen Jahren. Besonders hervorgehoben wurden Investitionen in Bildung, Infrastruktur und soziale Einrichtungen sowie die erfolgreiche Nutzung europäischer Fördermittel für die Stadtentwicklung. Reșița ist beispielsweie die einzige Stadt Rumäniens, dessen ÖPNV rein elektrisch angetrieben wird.

Das anschließend besuchte Jugendzentrum unterstützt insbesondere junge Menschen aus der Roma-Community. Die Einrichtung bietet Jugendlichen einen geschützten Raum für Begegnung, persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe. Sie können dort unter anderem musikalische, kreative und sportliche Angebote wahrnehmen sowie handwerkliche Fähigkeiten entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Empowerment, Selbstwirksamkeit und die Entwicklung individueller Zukunftsperspektiven.

Tag 3: Abschlusskonferenz „Back on Track“

Die Abschlusskonferenz des europäischen Projekts „Back on Track“ brachte Vertreter*innen europäischer Institutionen, nationaler Behörden, Arbeitsverwaltungen, Kommunen, Bildungseinrichtungen sowie zivilgesellschaftlicher Organisationen aus mehreren Ländern des Donauraums zusammen.

Im Fokus des Projekts standen Strategien zur Verbesserung der Bildungs- und Beschäftigungschancen von jungen Menschen in ländlichen Regionen sowie die Frage, wie insbesondere NEETs besser erreicht und unterstützt werden können.

Zu den Gästen gehörten Vertreter*innen der Europäischen Kommission, der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA), nationaler Arbeitsverwaltungen, regionaler Behörden sowie verschiedener Organisationen aus den Partnerländern des Projekts. In ihren Beiträgen beleuchteten sie die Herausforderungen, mit denen junge Menschen beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beschäftigung konfrontiert sind, und diskutierten erfolgreiche Ansätze aus ihren jeweiligen Arbeitsfeldern.

Die Vertreterin der Europäischen Kommission stellte aktuelle europäische Strategien zur Förderung von Jugendbeschäftigung und sozialer Inklusion vor. Sie betonte insbesondere die Bedeutung frühzeitiger Unterstützung, individueller Begleitung und einer stärkeren Verzahnung von Bildungs-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Ein zentrales Anliegen sei es, den Kreislauf intergenerationaler Armut zu durchbrechen und allen jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Potenziale zu entfalten und gesellschaftliche Teilhabe zu erfahren.

Weitere Beiträge beschäftigten sich mit der Rolle öffentlicher Arbeitsverwaltungen bei der Ansprache benachteiligter Jugendlicher, mit innovativen Beratungs- und Career-Guidance-Angeboten sowie mit der Bedeutung lokaler Netzwerke. Mehrfach wurde hervorgehoben, dass erfolgreiche Unterstützungsstrukturen nur dann entstehen, wenn Schulen, Arbeitsverwaltungen, Kommunen, Jugendorganisationen und soziale Dienste eng zusammenarbeiten.

Praxisbeispiele aus den Partnerländern des Projekts stellten Ansätze zur aufsuchenden Arbeit mit jungen Menschen, digitale Beratungsangebote, Mentoring-Programme sowie Maßnahmen zur Förderung von Resilienz und Selbstwirksamkeit vor. Deutlich wurde dabei, dass erfolgreiche Unterstützung weit über die reine Vermittlung in Ausbildung oder Beschäftigung hinausgeht und eine langfristige, vertrauensvolle Begleitung erfordert.

Die Abschlussdiskussion zeigte, dass die Herausforderungen in den ländlichen Regionen Europas trotz unterschiedlicher nationaler Rahmenbedingungen vielfach vergleichbar sind. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie wertvoll der europäische Austausch für die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze und die Weiterentwicklung der Praxis vor Ort ist.

Fazit und Ausblick auf 2027

Das YES Forum Annual Event & General Assembly 2026 ermöglichte Einblicke in aktuelle europäische Entwicklungen der Jugend- und Sozialpolitik sowie in innovative Praxisansätze zur Unterstützung benachteiligter junger Menschen. Sie gab einen umfassenden Überblick über aktuelle europäische Strategien zur Armutsbekämpfung, Jugendpartizipation und sozialen Inklusion. 

Die Praxisbesuche in Reșița zeigten anschaulich zeigten, wie soziale Teilhabe, Empowerment und kommunale Entwicklungsstrategien vor Ort umgesetzt werden können. Wesentlich sind die Impulse in den Bereichen Übergangsgestaltung, Empowerment, Netzwerkarbeit, Armutsprävention, Partizipation und europäische Zusammenarbeit mitgenommen werden. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung einer ganzheitlichen und ressourcenorientierten Begleitung junger Menschen sowie die Chancen europäischer Vernetzung für die Weiterentwicklung der Praxis.

Die Annual Conference des YES Forums wird im Jahr 2027 in Berlin stattfinden und gemeinsam mit der BAG EJSA ausgerichtet werden . Dies unterstreicht die zentrale Rolle der BAG EJSA innerhalb des europäischen Netzwerks und bietet zugleich die Möglichkeit, Themen der Jugendsozialarbeit in Deutschland auf europäischer Ebene sichtbar zu machen sowie den fachlichen Austausch mit internationalen Partnerorganisationen weiter auszubauen.

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