Die BAG EJSA im Gespräch mit Nora Seitz (CDU)
“Welchen Abschluss braucht man, um Bundestagsabgeordnete zu werden?” Diese Frage stellten junge Menschen aus der Werk-statt-Schule der Stadtmission Chemnitz der Bundestagsabgeordneten Nora Seitz (CDU) bei ihrem Besuch im Projekt. Und machten große Augen bei der Antwort: "Keinen!" Jede Bürgerin und jeder Bürger dieses Landes hat die Möglichkeit, sich politisch zu engagieren und ein Wahlamt wahrzunehmen, so die Abgeordnete. Dabei sei es schon hilfreich, sich mit Zahlen und Gesetzestexten auseinandersetzen und sich in komplexe Inhalte einarbeiten zu können. Aber das könne jeder lernen, der das auch wolle. Als gelernte und weiterhin hauptberufliche Fleischermeisterin ist Nora Seitz eine der wenigen Abgeordneten im Deutschen Bundestag, die im Handwerk zu Hause sind. Bei ihrem Bericht zum Arbeitsalltag einer Bundestagsabgeordneten blieben die Augen groß und das Interesse wuchs mit jeder Frage. Ein Arbeitstag in Berlin von 8.00 Uhr bis Mitternacht, im Wahlkreis vor den politischen Gesprächen erstmal Wurst machen von 6.30 bis 10.00 Uhr, Besuche im gesamten Wahlkreis und zu spezifischen Themen auch im Ausland - ein beeindruckendes Pensum, in das die Abgeordnete die jungen Menschen und alle anderen am Gespräch Beteiligten durch ihre unkomplizierte Art mitnahm.
Natürlich wurden auch die Probleme in Land und Bund angesprochen. Viele junge Menschen kämpfen immer noch mit den Folgen der Corona-Pandemie, aber auch mit immer schiweriger werdenden Lebensumständen. Psychische Belastungen und soziale Isolation kommen mit den jungen Menschen in das Projekt Werk-statt-Schule, das nicht einfach nur ein Lernort ist. Es gibt Halt und Struktur, hier wird Beziehung gelebt und es können Perspektiven für die Zukunft entwickelt werden.
Der Austausch vor Ort hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, dass alle föderalen Ebenen miteinander im Gespräch bleiben. Auch die Kinder- und Jugendhilfe steht unter massivem Kostendruck. Es ist wichtig, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung übernehmen, um die notwendigen Ausgaben zu stemmen - auch und gerade dort, wo junge Menschen gefördert werden, die durch solch ein Projekt erst einen Weg in die Mitte der Gesellschaft finden.