Aufmerksamkeit für schulabsente junge Menschen

Immer mehr junge Menschen bleiben der Schule fern – jetzt gemeinsam handeln.

Aufruf der 350 Teilnehmenden der digitalen Fachtagung am 21.05.2026: „Schulabsentismus: Hinschauen. Wahrnehmen. Nachfragen.“

Aktuelle Daten belegen: Ein neuer Höchststand bei jungen Menschen ohne Ersten Schulabschluss ist erreicht (vgl. CORRECTIV, 20.05.2026). Dies lässt auch Rückschlüsse auf hohe Schulabsentismus-Quoten zu. Junge Menschen aller Altersgruppen und Schulformen bleiben in unterschiedlichem Ausmaß der Schule fern. Das ist sowohl Ausdruck komplexer sozialer, mentaler und familiärer Belastungen als auch der fehlenden "Haltekraft" von Schulen. Die Folgen können gravierend sein: eingeschränkte Teilhabe, psychische Erkrankungen, Bildungsabbrüche sowie verminderte Zukunftschancen. Jetzt kommt es darauf an:

Datenlage verbessern & transparente, einheitliche Verfahren etablieren 
Sichtbarkeit und transparente Verfahren sind Grundlagen für wirksames Handeln.

Unterstützung statt Sanktionen
Positives Verhalten zu bestärken ist entwicklungsfördernd. Diese Haltung wirkt nachhaltig, Sanktionen nicht. 

Mit Eltern/Sorgeberechtigten zusammenarbeiten 
Die konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern ist entscheidend, z.B. Begegnungsräume.

Jugendsozialarbeit & Schulsozialarbeit ausbauen sowie nachhaltig finanzieren
Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit sind zentral für Prävention und frühe Intervention - an und außerhalb von Schulen (siehe Hildesheimer Erklärung).

Kooperation verbindlich gestalten 
Wirksame Unterstützung braucht zeitnahe, verlässliche Zusammenarbeit, v.a. zwischen Schulen und Jugendhilfe sowie zwischen den Professionen in Schulen. Diese benötigen zeitliche Ressourcen und Qualifikation für Prävention

Wir fordern die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen auf, Schulabsentismus als bildungs- und sozialpolitische Herausforderung zu priorisieren und abgestimmt zu handeln:

  1. Bundesweit einheitliche Verfahren zur Erfassung und zum Umgang mit Schulabsentismus in allen Schulformen implementieren und veröffentlichen.
  2. Forschungsprogramm auflegen zu Ursachen, zum Ausmaß und zu wirksamen Maßnahmen.
  3. Jugendsozialarbeit (§ 13 SGB VIII) und Schulsozialarbeit (§ 13a SGB VIII) flächendeckend ausbauen und absichern: Niedrigschwellige Anlauf- und Beratungsstellen sowie weitere außerschulische Angebote und alternative Bildungsformate bedarfsgerecht ausstatten.
  4. Schulabsentismus verpflichtend in die pädagogische Aus- und Weiterbildung aller Fachkräfte, v.a. der Lehrkräfte, aufnehmen sowie die multiprofessionelle Zusammenarbeit systematisch etablieren.
  5. Verbindliche Netzwerke mit Fallberatung zwischen Schule, Jugendhilfe, psychotherapeutischen Angeboten und weiteren relevanten Akteur*innen etablieren.

Schulabsentismus ist kein Randthema, sondern ein zentraler Indikator für mangelnde Bildungsgerechtigkeit und fehlende Teilhabe.

Jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln – verbindlich und koordiniert auf allen Ebenen.

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