11.10.2021 Weltmädchentag

Im Dezember 2011 ernannten die Vereinten Nationen den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“ (Welt-Mädchentag). Dies war ein Meilenstein auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung. Seitdem machen jährlich zum Welt-Mädchentag zahlreiche Aktionen auf die Belange von Mädchen aufmerksam. Der Weltmädchentag jährt sich also heute zum zehnten Mal. Zehn Jahre offensives Werben um und Streiten für die Gleichberechtigung, Chapeau!

Was uns am Weltmädchentag 2021 noch „wundert“:

Noch immer machen Mädchen bessere Schulabschlüsse als Jungen – und landen trotzdem in schlechter bezahlten Jobs, oft in Teilzeit und befristet.

Noch immer gibt es Männer- und Frauenberufe, und letztere sind die schlechter bezahlten Jobs.

Noch immer ist die Armutsrisikoquote von Frauen höher als die von Männern.

Noch immer sind Medien fest in männlicher Hand: so kommen z.B. auf 100 Chefredakteure in Regionalzeitungen 8 weibliche; im Fernsehen kommen auf eine gezeigte Frau 2 Männer und es erklären deutlich mehr „Experten“ die Welt, selbst in Bereichen, in denen vorrangig Frauen arbeiten.

Noch immer gibt es keine Einigung bezüglich einer geschlechtergerechten Sprache z. B. in Schulbüchern.

Noch immer wird Care-Arbeit überwiegend Frauen zugeordnet und im unbezahlten "Ehrenamt" verortet.

Noch immer nehmen deutlich mehr Mütter als Väter den größeren Anteil der Elternzeit und danach für lange Zeit nur in Teilzeit am Berufsleben teil.

Noch immer kursiert der Begriff der „Rabenmutter“ in Deutschland für all jene Frauen, die neben der Mutterschaft voll berufstätig sind.

Noch immer betrug im Jahr 2020 der Frauenanteil in den Vorständen der DAX-Unternehmen nur 14,6 Prozent.

Noch immer wird alle 28 Minuten weltweit ein Mädchen gegen seinen Willen verheiratet. Auch in Deutschland trifft es jedes Jahr Hunderte.

Noch immer wird jede vierte Frau mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner.

Noch immer ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen, statistisch stirbt jeden dritten Tag eine Frau an den Folgen.

Noch immer gibt es einen Digital gender gap: z. B. werden 75 Prozent der Männer in Deutschland von ihren Unternehmen mit Laptops, Smartphones und anderen digitalen Geräten ausgestattet – aber nur 55 Prozent der Frauen bekommen im selben Beruf die gleiche digitale Ausstattung.