Tagungseinladung:

Schulabsentismus: 
Hinschauen. Wahrnehmen. Nachfragen.
21. Mai 2026

Die Online-Fachtagung in der Veranstaltungsreihe zum Thema „Schulabsentismus“ wird dieses Jahr grundlegende Informationen, aktuelle Forschungsvorhaben sowie die Vielfalt bewährter Handlungsansätze vorstellen und gemeinsam diskutieren. 

Die Ursachen, warum junge Menschen der Schule fernbleiben oder im Unterricht abwesend sind, sind so vielfältig wie die wie ihre Lebenslagen. Neben schulischen Faktoren, wie Konflikte mit Lehrkräften, in der Klasse oder mit anderen jungen Menschen, stehen persönliche Herausforderungen, wie psychischen Belastungen oder Lernschwierigkeiten. Weitere Faktoren sind familiäre Verpflichtungen, belastende Lebensumstände sowie die Auswirkungen globaler Krisen, die für viele junge Menschen eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen.

Im einleitenden Fachvortrag beleuchtet Prof. Dr. Heinrich Ricking von der Universität Leipzig die unterschiedlichen Erscheinungsformen von passivem und aktivem Schulabsentismus und stellt wirksame Strategien im Umgang mit diesen Herausforderungen vor.

Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden Einblick in den Stand des Praxis-Forschungsprojekts „Schule – ohne mich!?“ mit der Möglichkeit zur aktiven Beteiligung.  Beteiligung ist auch beieinem politischen Statement gefragt, dessen Entwurf vorgestellt Wird.

Unter dem Programmpunkt „Impulse aus der Praxis“ stellen erfahrene Fachkräfte bewährte Handlungsansätze vor. Thematisiert werden unter anderem:

  • frühpräventive Ansätze im Grundschulalter
  • Angebote der Schulsozialarbeit
  • gezielte Unterstützung für schulabsente junge Menschen
  • Kooperationen innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe im Sozialraum
  • Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • rechtliche und formale Fragestellungen rund um die Schulpflicht
  • Chancen und Grenzen schulischer Sanktionsmöglichkeiten sowie juristische Aspekte

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, zwei 45-minütige Praxisimpulse zu besuchen. Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung Ihr bevorzugtesThema an. Sollte dieser bereits ausgebucht sein, bitten wir Sie, ein alternatives Angebot zu wählen.

Wir laden Sie herzlich ein, gemeinsam mit uns aktuelle Entwicklungen zu reflektieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für Ihre Praxis mitzunehmen.

Tagungsprogramm

9:00 UhrBegrüßung und interaktives Kennenlernen 
9:20 Uhr

Vortrag mit Rückfragen und Diskussion 

Schulabsentismus verstehen: Grundlagen und neue Forschungsergebnisse zu Schulbesuchsproblemen Prof. Dr. Heinrich Ricking, Universität Leipzig

11:05 UhrForschung – gute Praxis – Politik
 Stand des Projekts „Schule – ohne mich!? und Beteiligung an digitaler Landkarte
Lynn Kriegs
 Aufruf-Entwurf: Politische Forderungen
 Einführung in die Praxisimpulse
11:20 UhrPraxisimpulse  – erster Durchgang
12:10 Mittagspause
12:55Plenum
13:00 UhrPraxisimpulse – zweiter Durchgang
13:45 UhrVorstellung des Forschungsprojekts SANSCHO: Schulbesuch und Schulabbruch in Schleswig-Holstein (Universität Flensburg)
Prof. Dr. Heinrich Ricking, Universität Leipzig
 Diskussion
14:40 UhrAufruf „Jetzt jungen Menschen Chancen eröffnen!“
Verabredungen und Ausblick
15:00 UhrTagungsende

Praxisimpuls 1: Frühe Prävention

„Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ – Präventionsbeispiele aus der Praxis für die Praxis zur Gestaltung eines positiven Schulstarts

In diesem Workshop sollen nach einem kurzen Input Beispiele aus der Praxis gesammelt werden, wie Jugendhilfe positiv auf die Bindung an Schule einwirken kann und bestenfalls möglichen Schulvermeidungstendenzen präventiv zuvorkommt. 

Nach einem kurzen Einstieg zu Zahlen aus der Praxis, dem Betrachten der Systeme Kita / Schule und der Frage, wieso Bindung an Schule im Rahmen von Schulvermeidung so wichtig ist, sollen Praxisbeispiele im Rahmen der Schulsozialarbeit vorgestellt werden, die sich auf das Herstellen von positiven Erlebnissen fokussieren.

  • Anschließend sind die Teilnehmenden eingeladen, eigene Idee und Beispiele einzubringen und sich über das Thema Schulvermeidung erkennen, begegnen und bearbeiten auszutauschen.
  • Mit dem Gedanken, wie mögliche Präventionsangebote aufeinander abgestimmt werden können und somit ein Profil der Jugendhilfe am Standort geschärft werden kann, soll der Workshop abgeschlossen werden.

Ein positiver Start ins Schulleben kann den Weg bereiten, dass Schulvermeidungstendenzen entgegengewirkt wird. Hierbei spielt die Jugendhilfe in Schule eine zentrale Rolle.

Referentin: Yvonne Rosenthal, Abteilungsleitung, Diakonie Düsseldorf

Diakonie Düsseldorf: Unsere Schulsozialarbeit ist an Schulen in ganz Düsseldorf aktiv
Rosenthal, Schulvermeidung in der Grundschule

Praxisimpuls 2: Überregionale Vernetzung

Überregionale Vernetzung - trotz unterschiedlicher kommunaler Voraussetzungen

Dieser Praxisimpuls soll Vernetzung aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

In dem Workshop möchten wir

  1.  Grenzen von Netzwerk (regional + überregional) benennen
  2. eigene Rolle im Netzwerk definieren
  3. uns als Lobby für schulpflichtige Kinder mit besonderen Problemlagen erkennen
  4. stetige Weiterentwicklung vorhandener und beratende Unterstützung für neu entstehende Projekte als Ziel von Vernetzung verstehen

Schulabsentismus braucht ein Netzwerk aus verschiedenen Fachleuten und Disziplinen und Institutionen zur stetigen Qualitätsentwicklung aller Angebote und Projekte -  regional sowie überregional

Referent*innen:

  • Mirjam Gießmann, Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ Landkreis Wittenberg
  • Leo Dölle, Schulwerkstatt – Jugend- und Familienzentrum St. Georgen e.V.
  • Volker Knopf, Jugendamt Magdeburg – Jugendwerkstatt „Buntes Werkstattprojekt“
  • LAG Schulverweigerung

Praxisimpuls 3: Reintegration statt Ausschluss

Einblick in das alternative Lernangebot „Schule? Sicher. Anders!“

Dieser Praxisimpuls zeigt anhand eines Praxisprojekts, wie schulabsente junge Menschen über ein alternatives Lernangebot, sozial- und heilpädagogische Begleitung erfolgreich in Bildungsprozesse reintegriert werden können.

Ein praxisnahes Konzept zur Arbeit mit schulabsenten Jugendlichen im geschützten Lernrahmen wird vorgestellt.

Hier erfahren Sie, wie Beziehungsarbeit, Resilienzförderung, sozialpädagogische Diagnostik und individuelle Lernsettings zur Stabilisierung und schließlich Reintegration in die Bildungslaufbahn beitragen.

Beziehung, Schutzraum und individuelle Lernwege sind die Grundlage für nachhaltige Reintegration in Bildung.

Referent*innen:

  • Anna Hirschmann, Sozialpädagogin, BBW Leipzig
  • Lucas Voerste, Sozialpädagoge, BBW Leipzig

Schule? Sicher. Anders! | Jugend- und Erziehungshilfe

Praxisimpuls 4: Eine moderierte Elterngruppe

Eine moderierte Elterngruppe als unterstützendes Angebot für Eltern von schulabsenten Jugendlichen

Einblicke in die Herausforderungen der Gruppenarbeit mit Eltern von schulabsenten Jugendlichen und den besonderen Wert dieses Angebots. 

Wir betrachten gemeinsam mögliche Strukturen einer Elterngruppe, thematische und inhaltliche Schwerpunkte und weitere relevante Aspekte für die Arbeit mit betroffenen Eltern in Gruppen

Eine Elterngruppe kann eine wertvolle Ressource im Alltag für die betroffenen Familien sein, gibt Halt und schafft Verbindung

Referent*innen:

  • Carina Zanker, Bereichsleitung, Diasporahaus Bietenhausen e.V.
  • Petra Geldner und Tanja Fehninger, Fachteam Schulabsentismus - reStart, Diasporahaus Bietenhausen e.V.

    www.diasporahaus.de 

Praxisimpuls 5: Entscheide den Weg:

Kooperation eines Projekts zu alternativen Lernangeboten mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie – ein Best-Practice-Beispiel als Interaktive Fallgeschichte

Dieser Praxisimpuls zeigt anhand eines Fallbeispiels, wie alternative Lernangebote für Schüler*innen in Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie gestaltet werden können. Die Teilnehmenden treffen live Entscheidungen über den weiteren Weg des Schülers/der Schülerin und reflektieren anschließend Praxis und Umsetzungstipps

Inhalte: 

  • Präsentation eines realen Fallbeispiels mit Hintergrundinformationen zu Schüler*in, Familie und schulischem Kontext
  • Interaktive Entscheidungsphase: Die Teilnehmenden wählen im Plenum live aus mehreren Handlungsoptionen, wie es mit dem Schüler/der Schülerin weitergehen soll (wie in einem Entscheidungsbuch)
  • Reflexion: Was passierte in der Praxis, welche Maßnahmen waren erfolgreich, welche Herausforderungen traten auf?
  • Praxis-Tipps und Empfehlungen für die Umsetzung alternativer Lernangebote und Kooperationen

Die Teilnehmenden treffen anhand eines praxisnahen Fallbeispiels live Entscheidungen über alternative Lernwege für Schüler*innen und reflektieren anschließend die Umsetzungspraxis sowie Tipps für eine erfolgreiche Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Referentin

  • Karolina Zihowitsch: Psychologische Begleitung für Alternative Lernangebote - Projekte Step by Step und Step by Step@school/ Pädagogische Leiterin für Projekte, Weiterbildung und Kinder- und Jugendhilfe
    ASG - Anerkannte Schulgesellschaft Sachsen mbH, Niederlassung Pirna, Niederlassung Dresden 

https://www.asg-bildungszentrum-pirna.de/ / https://www.asg-bildungszentrum-dresden.de

Praxisimpuls 6: Der Schulabschluss ist nicht immer alles!

Arbeit mit schulpflichtigen Schulmeidenden im Sek II Bereich.

Wir möchten mit Euch gemeinsam klären, wie ein guter Übergang zwischen der Schule und dem Erwerbsleben für Jugendliche aussehen kann, die schon sehr lange nicht mehr über reguläre schulische Angebote erreicht werden können.

Wir werden uns anhand der Arbeit eines Schulmeider*innen-Projektes für männlich gelesene Jugendliche dem Übergang Schule und Beruf widmen. Gemeinsam möchten wir Gelingensfaktoren für ein gutes Ausscheiden aus der Regelschule identifizieren. Dabei soll die Besonderheit der Zielgruppe der Schulpflichtigen ohne Schulabschluss im Sekundarbereich II klar im Fokus stehen.

Das Zusammenspiel verschiedener Professionen und Institutionen kann nur gelingen, wenn alle bereit sind im Sinne der Jugendlichen aufeinander zu zugehen und die Zielgruppe in ihrem Ganzen betrachten.

Referent*innen:

  • Stefan Wörpel, Sozialarbeiter im Projekt KidZ4U, Zentrum für Schule und Beruf / DRK Bremen e.V.
  • Tina Poort, päd. Leitung Bereich Schule und Intervention, Zentrum für Schule und Beruf / DRK Bremen e.V.

https://www.zsb-drk-bremen.de 

Praxisimpuls 7: Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe

Dieser Praxisimpuls bietet eine gute Gelegenheit, um wertvolle Einblicke und praktische Tipps zu erhalten, die Ihnen in Ihrer Arbeit mit jungen schulabsenten Menschen helfen können. 

Hier bekommen Sie Handlungsimpulse für Ihre Praxis aus der Praxis zum Thema Schulabsentismus: Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe.

Pädagogische und methodische Tipps sollen helfen speziell auf die Bedürfnisse der betroffenen Jugendlichen einzugehen. Sie als Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe oder als Lehrkraft haben einen eigenen Auftrag und eine eigene fachliche Herangehensweise. 

Hier erfahren Sie, was bei der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe, in der konkreten Arbeit wichtig ist, um den jungen Menschen zu helfen.

Schulabsentismus kann nicht von einer einzelnen Institution gelöst werden; es braucht ein Netzwerk aus verschiedenen Fachleuten und Disziplinen. 

Referentin

  • Katrin Dreher, Koordinatorin „TRIAS-Schulverweigerung – Die 2. Chance“ im Landkreis Böblingen der Waldhaus Jugendhilfe.

Praxisimpuls 8: Schulabsentismus als Entwicklungschance

Vor dem Hintergrund psychologischer und anwaltlicher Praxiserfahrungen möchte dieser Praxisimpuls typische Fallstricke im Umgang mit Schulabsentismus vorstellen und die Teilnehmenden anregen zu einer erweiterten Perspektive für einen differenzierten, ressourcenorientierten Umgang mit betroffenen jungen Menschen.

Dieser Praxisimpuls lädt dazu ein, die derzeit etablierten psychologischen Erklärungsansätze und rechtlichen Reaktionen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Effekte differenziert zu betrachten. 

Referent*innen:

  • Franziska Klinkigt, Diplom-Psychologin und Systemische Familientherapeutin
  • Dr. Katja Senkel, Rechtsanwältin
  • Jost von Wistinghausen, Rechtsanwalt

Organisatorische Hinweise

Bitte melden Sie sich über das Anmeldeformular weiter unten bis spätestens 30.04.2026 an.

Erfahrungsgemäß sind die Plätze für die Teilnahme schnell ausgebucht. Wir empfehlen Ihnen daher, sich schnell anzumelden.

Für die Teilnahme an der Online-Tagung erheben wir einen Teilnahmebeitrag in Höhe von: 20 Euro 

Zielgruppe:
Fachkräfte, Verantwortliche bei Trägern und Kommunen sowie Multiplikator*innen aus der Kinder- und Jugendhilfe.

Veranstalterinnen:
Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) in Kooperation mit IN VIA Deutschland im Netzwerk der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) 

Teilnahmebeitrag: € 20,- pro Person

Anmeldeschluss: 30. April 2026

Ansprechpartnerin für organisatorische Fragen: Aysel Ismail; 0711 16489-25

Tagungstechnik: Die Tagung wird mit dem Videokonferenzsystem Zoom durchgeführt. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise und stellen Sie sicher, dass Sie am Tagungstag sowohl eine stabile Internetverbindung als auch die Möglichkeit haben, an einer Zoom-Konferenz teilzunehmen. 

Anmeldung

Die Anmeldung wird am Donnerstag, 19. März geöffnet.

Kooperation

Logos von InVia und BAG KJS

Diese Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung mit IN VIA – Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, im Verbund mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS).

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