Die BAG EJSA im Gespräch mit Jens Peick (SPD)
Der Abgeordnete hatte Interesse an einem Austausch mit Mitgliedsvertreter*innen der BAG EJSA aus Nordrhein-Westfalen signalisiert. Der Einladung gefolgt waren Heike Moerland (Geschäftsfeldleitung Berufliche und soziale Integration), Jennifer Reichstein (Referentin Berufliche und soziale Integration) und Tim Rietzke (Geschäftsfeldleitung Familien und junge Menschen) von der Diakonie RWL.
Sie machten deutlich, dass der Übergang von der Schule in den Beruf für viele junge Menschen in NRW mit erheblichen Belastungen verbunden ist. Nachwirkende Krisen treffen sie in einer sensiblen Lebensphase. Die Herausforderungen betreffen Arbeitsmarktpolitik, Jugendhilfe und soziale Lebenslagen gleichermaßen. Bezugnehmend auf die aktuell kursierenden Vorschläge von Bund, Ländern und Kommunalen Spitzenverbänden (KSV) zu Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe machten sie deutlich, dass diede im klaren Widerspruch zur aktuellen Bedarfslage stehen. Bewährte Unterstützungs- und Übergangsstrukturen würden weiter geschwächt und bestehende Belastungslagen verschärft.
Am Beispiel der Berufseinstiegsbegleitung erklärte Jennifer Reichstein, dass auslaufende Landesprogramme und die Unklarheit über zukünftige Finanzerung solcher Angebote bei gleichzeitig steigendem Anteil junger Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf zu großen Problemen vor Ort führen werden. Unversorgte junge Menschen erleben wenig Selbstwirksamkeit und haben große Schwierigkeiten, den Übergang von der Schule in den Beruf zu bewältigen.
Der Abgeordnete machte deutlich, dass auch er eine wachsende Tendenz sieht, dass junge Menschen ohne die notwendige Unterstützung nicht in Ausbildung und Beruf kommen. Damit wachse auch die Gefahr, dass sie nicht den Schritt in die Selbständigkeit schaffen und auf Transferleistungen angewiesen bleiben. Dem müssen mit den richtigen Maßnahmen entgegengewirkt werden.
Mit Blick auf das durch die BAG EJSA thematisierte Theme Wohnen im Kontext vom Übergang Schule-Beruf rekurierte Jens Peick darauf, dass sich hier die Ausbildungsbetriebe zu wenig in der Verantwortung sehen. Neben sozialpädagogisch begleiteten Angeboten des Jugendwohnens bei entsprechendem Bedarf dürfte die Wirtschaft sich nicht nur auf staatlich geförderte Angebote verlassen und müsste selbst diesbezüglich tätig werden.