chancen.fair.teilen. Evangelische Jugendsozialarbeit fordert Teilhabegerechtigkeit für alle Geflüchteten!

28. 04. 2022

Seit Jahren sind kriegerische Auseinandersetzungen weltweit an der Tagordnung!
Millionen Menschen sind auf der Flucht, der Großteil von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Sie fliehen vor Gewalt und Zerstörung und suchen Schutz in den Ländern Europas. Ihre Kindheit und Jugend, ihre Lebenschancen sind von einer tiefen Zäsur geprägt. Viele von ihren sind traumatisiert und seelisch oder körperlich verletzt.
Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine ermöglicht Deutschland Geflüchteten aus diesem Land vereinfachte und unbürokratische Aufnahme. Das begrüßt die BAG EJSA ausdrücklich! Mit Sorge nimmt sie allerdings wahr, dass damit eine deutlich unterschiedliche Behandlung zwischen Menschen mit ukrainischem Pass, Drittstaatsangehörigen aus der Ukraine und Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland geflüchtet sind, einhergeht. Die vermeidbare Folge sind gesellschaftliche Verwerfungen, denn:

Menschenrechte und insbesondere Kinderrechte gelten für alle Geflüchteten!

Sie müssen die Grundlage des gesellschaftlichen und gesetzlichen Handelns sein.
Für alle jungen Geflüchteten gilt zudem das Primat der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Aufnahme vieler junger Geflüchteter stellt das belastete System der Kinder­und Jugendhilfe ebenso wie das Bildungssystem vor große Herausforderungen.

Das Bildungssystem hat schon seit den gestiegenen Flüchtlingszahlen in 2015 nur unzureichende Antworten auf die Bedarfe zugewanderter junger Menschen gefunden. So gibt es z. B. keine bundesweit umgesetzten erfolgreichen Modelle für Seiteneinstieg in Schule und Ausbildung. Auch die Angebote der Jugendsozialarbeit wurden nicht angemessen auf- und ausgebaut und können aufgrund begrenzter Ressourcen nicht bedarfsgerecht agieren.
Die langfristigen Folgen dieses Mangels an gesetzlich garantierter Förderung und Begleitung
für junge zugewanderte Menschen sind gravierend. Übergänge in Ausbildung und Beruf gelingen nur bedingt und erschweren ein gutes Ankommen in der Gesellschaft und in einer erstrebenswerten Zukunft.

Das ist so nicht hinzunehmen, deshalb fordert die BAG EJSA:

•    Gleiches Recht für alle Geflüchteten!
•    Bedarfsgerechte Unterstützung aller Kinder und Jugendlichen.
•    Ausbau von Unterstützungsstrukturen des gesamten Spektrums des Jugendsozialarbeit als Teil der sozialen Infrastruktur und anknüpfend an die Expertise bestehender Angebote.
•    Politische Bildung für alle (jungen) Menschen, um angesichts sich bereits abzeichnender Verwerfungslinien den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.