BAG EJSA unterwegs: Lass uns reden, Frankfurt!
Mit dem Besuch in Frankfurt/Main begann am 5. Mai 2026 offiziell die Abschiedsreise der BAG EJSA durch die Programmstandorte. Hintergrund ist die Entscheidung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), das Programm zum 31. Dezember 2026 einzustellen.
An den Beruflichen Schulen Berta Jourdan wurde in einem intensiven Austausch mit Schulleiterin Inge Meichsner sowie Vertreter*innen des Trägers eindrücklich deutlich, wie unverzichtbar die Arbeit der Respekt Coaches für den Schulalltag ist. Demokratieförderung und Extremismusprävention sind hier keine abstrakten Begriffe, sondern gelebte Praxis – Tag für Tag.
Konflikte und Spannungen nehmen spürbar zu – nicht zuletzt befeuert durch soziale Medien. Viele junge Menschen informieren sich einseitig, können die Qualität der Inhalte schwer bewerten und verlassen ihre digitalen „Bubbles“ nur selten. In der Schule jedoch treffen sie auf Vielfalt: auf Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten, Meinungen und Hintergründen. Gerade in einer großen Gemeinschaft wie einer Schule mit rund 1.700 Schüler*innen und 140 Lehrkräften ist ein respektvoller Umgang miteinander unverzichtbar. Demokratische Werte werden hautnah erlebbar.
Hier setzen die Respekt Coaches an. Mit ihren Gruppenangeboten stärken sie den Zusammenhalt, greifen aktuelle Themen auf und schaffen Räume für Austausch und Reflexion. Globale Krisen und gesellschaftliche Entwicklungen spiegeln sich längst im Klassenzimmer – die Coaches helfen dabei, diese einzuordnen und konstruktiv zu verarbeiten. Gleichzeitig vermitteln sie wichtige Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien, sensibilisieren für Fake News und stärken das Bewusstsein für Diskriminierung. So gewinnen junge Menschen nicht nur Wissen, sondern auch Handlungssicherheit und Selbstvertrauen im Miteinander. Der Zusammenhalt in der Klasse und in der Schule wird wirksam gestärkt.
Der Wegfall des Programms wird hier gravierende Folgen haben: Es gehenfür die Schüler*innen nicht nur die bewährten Gruppenangebote verloren, sondern auch hochqualifizierte Fachkräfte, die Lehrkräfte entlasten, beraten und flexibel auf aktuelle Bedarfe reagieren. Vor allem aber wird ein geschützter Raum verschwinden – ein Raum, in dem junge Menschen sich offen äußern können, ohne Leistungsdruck, und in dem sie auf verlässliche Bezugspersonen treffen, die ihnen mit Respekt und Akzeptanz begegnen.
Die BAG EJSA macht mit ihrer Abschiedsreise einmal mehr sichtbar, welche Bedeutung die Respekt Coaches für Schulen und junge Menschen haben – und was ohne sie nicht mehr stattfinden kann.