BAG EJSA Newsletter

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Bundearbeitsgemeinschaft Jugend und Sozialarbeit
2022/8 BAG EJSA Gender_News

Editorial

Liebe Leser*innen,

Sie erhalten mit dieser Ausgabe die dritten BAG EJSA Gender_News des Jahres 2022 zum Ende der parlamentarischen Sommerpause. Dennoch hat sich über den Sommer etwas getan.

Just nach dem Versand unserer letzten Ausgabe wurden die Eckpunkte für das geplante Selbstbestimmungsgesetz noch im Juni vorgestellt. Auch an einer Lohnersatzleistung für Pflegende soll prioritär im BMFSFJ gearbeitet werden. Für beide Vorhaben wurde allerdings noch kein konkreter Zeitplan genannt.

In der Presse signalisierten Familienministerin Lisa Paus und Justizminister Marco Buschmann im Juli, dass für die rechtliche Anerkennung der Co-Mutterschaft für lesbische Paare noch in diesem Jahr ein Gesetzesentwurf vorgelegt werden soll. Ebenfalls im Juli hat die Europäische Kommission Ungarn wegen dessen LGBTIQ-feindlicher Gesetzgebung vor dem Gerichtshof der Europäischen Union verklagt.

Nach dem Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums hat sich die Gleichstellung in Deutschland im internationalen Vergleich leicht auf Platz 10 verbessert.

Ihnen allen einen schönen Spätsommer und eine gute Lektüre.

Herzliche Grüße

Katharina Jacke

Inhalt

Politik

Weiterentwicklung von Pflegezeit und Familienpflegezeit

Abbau der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen

Kommission verklagt Ungarn vor dem Gerichtshof der Europäischen Union wegen Verletzung von LGBTIQ-Rechten

Antidiskriminierungsstelle als oberste Bundesbehörde

28 Tage Elternschutz für zweiten Elternteil

Eckpunkte für das Selbstbestimmungsgesetz vorgestellt

Bundesfamilienministerium verlängert Frauenförderprogramm „Stark im Beruf“

Die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs wirbt für gesetzliche Grundlagen

Evaluation der Mutterschutzgesetz-Reform von 2017

Positionen

Die Gleichstellung in Deutschland hat sich im internationalen Vergleich verbessert

Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Zukunftsforum Familie (ZFF): Vereinbarkeit für pflegende Angehörige verbessern – Lohnersatzleistung jetzt einführen!

Sozialverband VdK: Nächstenpflege darf nicht arm machen

„Bündnis Gute Geburt“ fordert grundlegende Reform der Geburtshilfe in Deutschland

Informationen

Deutscher Alterssurvey: Einsatz pflegender Angehöriger in der Pandemie stark gestiegen

Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) über den demografischen Wandel zwischen 1991 und 2021 in Deutschland - Die innere Vielfalt des Demografischen Wandels

Fortbildungen

FUMA Fachstelle Gender & Diversität NRW #connect-Veranstaltungsreihe:

Veranstaltungen des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin-Brandenburg

Blended-Learning-Qualifizierung: Grenzenlose Jungs*- Transkulturelle Jungenarbeit als Perspektive, Haltung und Handwerkszeug (Start: 15.09.2022 Dortmund/Online)

Multiprofessioneller Workshop: Schutz und Hilfen bei Menschenhandel mit Minderjährigen in Baden-Württemberg (19. – 20.09.2022 in Stuttgart)

Fortbildung: Safer Space und Empowermentraum für queere Fachkräfte (28.09.2022, 10.00-17.00 h, Online)

Seminar: Jungen*arbeit als Raum für Trans*Jungen, nicht binäre und genderqueere Kinder und Jugendliche (28. – 29.09.2022 in Rothschönberg)

Zweiter Durchgang der Weiterbildung "Mädchen*(sozial)arbeit – geschlechterreflexive Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* in prekären Lebenslagen" 2022 – 2024 (Start 01.12. in Ludwigsburg) – Bewerbungsfrist verlängert bis 15.09.2022

Dritter Durchgang der Weiterbildung «Männerfokussierte Beratung» des SKM startet im Dezember 2022

Zusatzausbildung „Jugendarbeit schafft sichere Orte! Schutzkonzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt in Organisationen der Jugendarbeit“ XII. Ausbildungsgang, Start im Januar 2023

Fachtagungen

Fachtag "Rassismuskritische Organisationsentwicklung in der Arbeit mit Geflüchteten" (01. September 2022, Institut für Kirche und Gesellschaft, Haus Villigst, Schwerte)

Internationale Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung "Equal Care & Equal Pay - höchste Zeit, die Lücken zu schließen!" (07.09.2022 in Berlin)

Fachtagung der BAG Mädchen*politik „Klimagerechte Mädchen*arbeit – Impulse für eine kritische Umweltbildung“ (26. – 28.09.2022 in Bredbeck)

Fachtag zum 20-jährigen Jubiläum von BBMeZ: „Menschenhandel hat viele Gesichter“ (29.09.2022 in Bremen)

Save the Date: Fachtag "Arbeitsmarkt und Familie - Wie können wir die Arbeitswelt familienfreundlich gestalten?" (11.10.2022 in Berlin)

Fachtag "Junge Väter: eine vernachlässigte Ressource?" (11.10.2022 in Weimar)

Fachtag Jungen*arbeit in Hessen „Krieg, Krisen & andere Katastrophen. Männlichkeiten in Zeiten großer gesellschaftlicher Krisen – Auswirkungen auf die Arbeit mit Jungen*“ (31.10. – 01.11.2022 in Frankfurt/Main, Haus der Jugend)

"Kirche von morgen – offen für alle?" (18.11.2022, 10.00 - 13.00h, Haus der Kirche in Bielefeld)

Fachtag „Impulse für die Jungen*arbeit – Denkanstöße aus der Praxis“ (24.11.2022 in Mannheim)

Save the Date: Digitaler Fachtag „Istanbul-Konvention und Mädchen*(sozial)arbeit“ (01.12.2022 Online)

Netzwerktreffen

Vernetzungstreffen des Projektes M*AD - Mädchen*arbeit Digital (31.08.2022 Online)

Vernetzungstreffen für Bi_PoC positionierte Fachkräfte der Mädchen*arbeit und OKJA (15..09.2022 in Wuppertal)

Jahrestreffen 2022 Netzwerk Jungen- und Männergesundheit (16. – 17.09.2022 in Berlin)

Save the Date und Aufruf zur Mitgestaltung: Netzwerktagung Antifeminismus begegnen − Demokratie stärken (17. – 18.10.2022 in Berlin)

Save the Date: 8. Netzwerktreffen Männerberatung des Bundesforums Männer (18.11.2022 in Berlin)

Veröffentlichungen

Sabine Maschke / Ludwig Stecher: „Ich habe so etwas erlebt – und will es nie wieder“. Sexualisierte Gewalt aus der Perspektive Jugendlicher: Fakten, Einordnungen und Prävention

Leitfaden »Männer gut beraten – Ein Leitfaden zur geschlechterreflektierten Beratung von Jungen, Männern und Vätern« des Bundesforums Männer

Fachstelle des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB): Videoreihe "Ausbildung inklusiv gestalten" – die Teilzeitberufsausbildung

Reinhard Winter: Porno, Sex und Männlichkeit. Wie junge Männer ihre Sexualität schaffen. Weinheim (Beltz Juventa) 2022

Stellenausschreibungen

Das FUMA-Team sucht Verstärkung!

Politik

Weiterentwicklung von Pflegezeit und Familienpflegezeit

Über die geplante Weiterentwicklung der Pflegezeit- und Familienpflegezeitgesetze berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (20/2748) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (20/2455). Danach sieht der Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vor, diese Gesetze weiterzuentwickeln und pflegenden Angehörigen und Nahestehenden mehr Zeitsouveränität zu ermöglichen, auch durch eine Lohnersatzleistung im Falle pflegebedingter Auszeiten.

Wie die Bundesregierung weiter schreibt, ist die Weiterentwicklung von Pflegezeit und Familienpflegezeit eines der prioritären Vorhaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zum Zeitplan und zur konkreten Ausgestaltung sowie zu Kosten des Gesetzesvorhabens könne noch nicht Stellung bezogen werden, heißt es in der Antwort vom 8. Juli ferner. Quelle und weitere Infos: hib – Heute im Bundestag Nr. 375 vom 20.07.2022.

Abbau der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen

Die im Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vorgesehene Weiterentwicklung des Entgelttransparenzgesetzes zum Abbau der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (20/2750) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (20/2454). Eine Grundlage dieser Weiterentwicklung bildet danach die in dem Gesetz verankerte Evaluation von dessen Wirksamkeit und die Berichterstattung zur Entwicklung des Entgeltgleichheitsgebotes in Betrieben mit weniger als 200 Beschäftigten. Wie die Bundesregierung weiter schreibt, hat sie die nächste Evaluation und Berichterstattung im Juli 2023 vorzulegen. Quelle und weitere Infos: hib – Heute im Bundestag Nr. 375 vom 20.07.2022.

Kommission verklagt Ungarn vor dem Gerichtshof der Europäischen Union wegen Verletzung von LGBTIQ-Rechten

Die Europäische Kommission hat am 15.07.2022 beschlossen, Ungarn wegen eines nationalen Gesetzes, das nach Auffassung der Kommission gegen die Grundrechte von LGBTIQ-Personen verstößt, vor dem Gerichtshof der Europäischen Union zu verklagen. Das ungarische Gesetz verbietet oder beschränkt den Zugang zu Inhalten, die, so heißt es dort „von dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht abweichende Identitäten, Geschlechtsumwandlungen oder Homosexualität“ fördern oder darstellen, für Personen unter 18 Jahren. Diese Klage beim Gerichtshof ist der nächste Schritt im Vertragsverletzungsverfahren, das die Kommission am 15. Juli 2021 mit einem Aufforderungsschreiben gegen Ungarn eingeleitet hatte. Da die ungarischen Behörden nicht ausreichend auf die Bedenken der Kommission in Bezug auf die Gleichstellung und den Schutz der Grundrechte eingingen und sich nicht verpflichteten, die Unvereinbarkeit zu beseitigen, richtete die Kommission am 2. Dezember 2021 eine mit Gründen versehene Stellungnahme an Ungarn. Quelle und weitere Infos Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 15.07.2022.

Antidiskriminierungsstelle als oberste Bundesbehörde

Die Fraktion Die Linke fordert in einem Antrag (20/2696), die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu stärken und dadurch den Diskriminierungsschutz zu erweitern. Darin kritisiert sie unter anderem, dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Betroffene nur unzureichend vor Diskriminierung schütze. „Es umfasst nicht alle Formen von Ungleichbehandlung, die es zu bekämpfen gilt“, heißt es in dem Antrag. Vor allem das Diskriminierungsmerkmal „sozialer Status“ fehle, obwohl gerade der soziale Status den Betroffenen viele Chancen verwehre und andere Diskriminierungsmerkmale verstärke. Deshalb sei es nötig, die Diskriminierungsmerkmale weiterzuentwickeln. Quelle und weitere Infos: hib – Heute im Bundestag Nr. 354 vom 11.07.2022.

28 Tage Elternschutz für zweiten Elternteil

Die Fraktion Die Linke fordert in einem Antrag (20/2688) weitere Erleichterungen für junge Eltern. Konkret geht es ihr darum, einen 28-tägigen Elternschutz für den zweiten Elternteil ab Geburt des Kindes einzuführen. Um frühzeitig den Aufbau einer engen Bindung zwischen dem zweiten Elternteil und dem neugeborenen Kind zu ermöglichen sowie eine partnerschaftliche Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit zu erreichen, seien weitere verbindliche Maßnahmen und Anreize notwendig, schreiben die Abgeordneten. Quelle und weitere Infos: hib – Heute im Bundestag Nr. 354 vom 11.07.2022.

Eckpunkte für das Selbstbestimmungsgesetz vorgestellt

Bundesfamilienministerin Lisa Paus und Bundesminister der Justiz Dr. Marco Buschmann haben am 30.06.2022 gemeinsam die Eckpunkte für das Selbstbestimmungsgesetz vorgestellt. Das Gesetz soll das Transsexuellengesetz von 1980 ablösen, das in wesentlichen Teilen verfassungswidrig ist. Transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen werden künftig die Möglichkeit haben, ihren Geschlechtseintrag im Personenstandsregister durch eine einfache Erklärung beim Standesamt ändern zu lassen. Durch das Selbstbestimmungsgesetz soll es erstmals eine einheitliche Regelung für trans-, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen zur Änderung des Geschlechtseintrages und der Vornamen geben. Durch eine Erklärung vor dem Standesamt soll eine Änderung des Geschlechtseintrages und der Vornamen möglich sein. Die Vorlage eines ärztlichen Attests oder die Einholung von Gutachten in einem Gerichtsverfahren sollen nach dem Selbstbestimmungsgesetz nicht länger erforderlich sein. Das Selbstbestimmungsgesetz bezieht sich ausschließlich auf die Änderung des Geschlechtseintrags und der Vornamen. Wenn eine Person neben der Personenstandsänderung auch körperliche geschlechtsangleichende Maßnahmen anstrebt, wird dies wie bisher auf Grundlage fachmedizinischer Regelungen entschieden. Quelle: BMFSFJ-Pressemitteilung vom 30.06.2022. Weitere Infos und das Eckpunktepapier finden Sie hier: www.bmfsfj.de/selbstbestimmungsgesetz.

Bundesfamilienministerium verlängert Frauenförderprogramm „Stark im Beruf“

Das Bundesfamilienministerium setzt das Programm „Stark im Beruf“ zur Erwerbsförderung von Müttern mit Migrationsgeschichte bis zum Ende dieses Jahres fort. Damit können die bundesweit über 80 Kontaktstellen weiterhin Migrantinnen mit Familienverantwortung in Jobs und Ausbildung vermitteln. Aktuell profitieren davon insbesondere geflüchtete Mütter aus der Ukraine. Das Programm „Stark im Beruf“ begleitet Migrantinnen mit einer Kombination aus mehrmonatigen Coachings und Frauenkursen individuell auf ihrem Weg in eine Beschäftigung. Da die Teilnehmerinnen Mütter sind, finden die Kurse in der Regel in Teilzeit statt. Der Mix aus sozialpädagogischer Begleitung bei Jobeinstieg, Sprachtraining für die Berufspraxis und Peer-to-Peer-Unterstützung in den Kursen hat sich bewährt, so dass es kaum Abbrecherinnen gibt. Die rund 80 Kontaktstellen in ganz Deutschland haben seit 2015 rund 17.500 Mütter mit gutem Erfolg in die Erwerbstätigkeit begleitet: Ein Drittel wechselte in eine Ausbildung oder hochwertige Beschäftigung, einem weiteren Drittel gelang durch Qualifizierungen erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt. Nach dem Auslaufen der Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zum 30. Juni 2022 setzt das Bundesfamilienministerium nun Bundesmittel ein, so dass „Stark im Beruf“ zumindest bis Ende 2022 und bis zum Beginn eines verwandten ESF Plus-Förderprogramms des Bundesarbeitsministeriums weiterlaufen wird. Quelle: BMFSFJ-Pressemitteilung vom 30.06.2022.

Die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs wirbt für gesetzliche Grundlagen

Die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, hat vor den Abgeordneten des Bundestages bekräftigt, wie wichtig eine gesetzliche Grundlage sowohl für das Amt der Beauftragten als auch für die Unabhängige Aufarbeitungskommission ist. Die Arbeit dieser Kommission müsse zudem auch über 2023 hinaus abgesichert und zugleich gestärkt werden, betonte Claus in der Sitzung des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am Mittwochmittag. Quelle und weitere Infos: hib: Heute im Bundestag Nr. 357 vom 06.07.2022.

Evaluation der Mutterschutzgesetz-Reform von 2017

Die Bundesregierung zieht eine positive Bilanz der Reform des Mutterschutzgesetzes. Im Evaluationsbericht über die Auswirkungen des Gesetzes zum Schutz von Müttern bei der Arbeit, in der Ausbildung und im Studium, der nun als Unterrichtung (20/2510) vorliegt, schreibt sie: „Die Reform hat das Bewusstsein für den Mutterschutz neu geweckt sowie einen vertieften fachlichen Austausch etabliert, insbesondere durch den Ausschuss für Mutterschutz. Die damit verbundene Sensibilisierung für mutterschutzrechtliche Fragestellungen ist ein wichtiger Grundstein für eine wirkungsvollere Umsetzung des Mutterschutzes. Der Erfolg des Mutterschutzes liegt nun weniger im gesetzgeberischen Handeln, sondern vielmehr in der Sicherstellung einer angemessenen Umsetzung.“ Quelle und weitere Infos: hib – Heute im Bundestag Nr. 339 vom 30.06.2022.

Positionen

Die Gleichstellung in Deutschland hat sich im internationalen Vergleich verbessert

„Die Gleichstellung in Deutschland hat sich im internationalen Vergleich verbessert. Dennoch bleiben Ungleichheiten bestehen, die dringend angegangen werden müssen“, so die dbb bundesfrauenvertretung in einer Stellungnahme zum aktuellen Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums. Der Bericht sieht Deutschland im Gleichstellungsranking auf Platz 10, eine Stelle besser als im letzten Jahr. Die ersten Plätze werden unverändert von Island, Finnland, Norwegen und Neuseeland besetzt. Die Vorsitzende der dbb frauen, Milanie Kreutz, sagte dazu am 14. Juli, die Fortschritte seien „aus Sicht der dbb frauen jedoch nur punktuell“. Zudem zeige der Report, dass Deutschland im Bereich der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen, insbesondere bei der Besetzung von Managerposten und der gleichen Bezahlung für gleiche Arbeit „auf das Niveau von 2009 zurückgefallen“ sei. Kreutz wörtlich: „Wir verharren bei der Gleichstellung im Wiegeschritt: ein Schritt vor und zwei zurück. So kommen wir langfristig nicht voran. Um die Teilhabe von Frauen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu stärken, müssen wir mehr Frauen in Führungspositionen bringen und den Gender Pay Gap endlich schließen.“ Quelle: frauenpolitischer dienst Nr. 812. Weitere Infos: dbb Homepage.

Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Zukunftsforum Familie (ZFF): Vereinbarkeit für pflegende Angehörige verbessern – Lohnersatzleistung jetzt einführen!

Anlässlich der Übergabe des Teilberichts des unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf an Bundesfamilienministerin Lisa Paus fordern AWO und ZFF eine schnelle Umsetzung der Beiratsempfehlungen. Von derzeit fast fünf Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden über dreiviertel zu Hause und überwiegend von Angehörigen versorgt. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist damit eine der zentralen familienpolitischen Herausforderungen unserer Zeit und die Situation der pflegenden Angehörigen hat sich unter den Bedingungen der Corona-Pandemie weiter verschärft. In der Folge sind viele pflegende Angehörige – überwiegend Frauen – enormen finanziellen, physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Quelle und weitere Infos in der Pressemitteilung AWO vom 04.08.2022.

Sozialverband VdK: Nächstenpflege darf nicht arm machen

Am 4. August überreichte der Unabhängige Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf den aktuellen Teilbericht an Bundesfamilienministerin Lisa Paus. Der Teilbericht ist nach Ansicht des Sozialverbands VdK ein Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung des Koalitionsvertrags, nach dem pflegende Angehörige eine Lohnersatzleistung zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege erhalten sollen. Der vollständige Bericht des Beirats soll im Jahr 2023 folgen. VdK-Präsidentin Verena Bentele machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass "Nächstenpflege" nicht arm machen dürfe.

Im Rahmen einer großen Pflegestudie hatte der VdK mehr als 56.000 pflegende Angehörige und Gepflegte zu ihrer Situation befragt. Ein Großteil gab an, extrem belastet zu sein und Entlastungsangebote auch aus Sorge vor hohen Zuzahlungen nicht in Anspruch zu nehmen. „Wir brauchen endlich gute Möglichkeiten zur Vereinbarung von Pflege und Beruf. Und wir brauchen eine eigene finanzielle Leistung für die Nächstenpflege – damit Pflegende sich von ganzem Herzen der Pflege ihrer Angehörigen widmen können“, so die Forderung von Verena Bentele. Quelle: Kobinet Nachrichten. Weitere Infos in der Pressemitteilung des VdK vom 4.8.2022.

„Bündnis Gute Geburt“ fordert grundlegende Reform der Geburtshilfe in Deutschland

In Berlin hat sich das “Bündnis Gute Geburt“ gegründet. Die fünf Gründungsorganisationen – Arbeitskreis Frauengesundheit, Mother Hood, Deutscher Hebammenverband, Deutscher Frauenrat, Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen – fordern konkrete Verbesserungen und einen grundlegenden Kulturwandel in der Geburtshilfe, der Mutter und Kind ins Zentrum rückt. Das Bündnis will dazu nicht nur Akteur*innen in Gesundheitswesen und Politik ansprechen, sondern auch die Gesellschaft über den besonderen Wert einer Geburt unter respektvollen, menschenwürdigen und sicheren Bedingungen aufklären. Quelle und weitere Infos in der Pressemitteilung des „Bündnisses Gute Geburt“ vom 13.07.2022.

Informationen

Deutscher Alterssurvey: Einsatz pflegender Angehöriger in der Pandemie stark gestiegen

In Deutschland gibt es mehr als 2,5 Millionen Erwerbstätige, die Angehörige pflegen. Wie viel mehr an Zeit sie dafür während der Corona-Pandemie aufgebracht haben, zeigen neue Studienergebnisse des Deutschen Alterssurvey. Die Corona-Pandemie hat alle vor große Herausforderungen gestellt und viel Flexibilität erfordert. Gerade Menschen, die Angehörige oder Freundinnen und Freunde pflegen und zugleich erwerbstätig sind, mussten ihren Alltag umorganisieren. Neue Ergebnisse des Deutschen Alterssurveys (DEAS) zeigen, dass vor allem zu Beginn der Pandemie 2020 mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter Unterstützung und Pflege für andere übernommen haben als noch im Jahr 2017. Im Winter 2020/21 lag die Beteiligung an Unterstützung und Pflege wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Pandemie. Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass Frauen nicht nur häufiger als Männer unterstützen und pflegen, sondern auch mehr Zeit dafür aufwenden: Im Winter 2020/21 waren es insgesamt 11,5 Stunden pro Woche - im Vergleich zu 7,5 Stunden bei den Männern. Quelle und weitere Infos: Pressemitteilung des BMFSFJ vom 29.06.2022. Den Bericht finden Sie auf der Homepage des Deutschen Zentrums für Altersfragen.

Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) über den demografischen Wandel zwischen 1991 und 2021 in Deutschland - Die innere Vielfalt des Demografischen Wandels

Der Demografische Wandel wird in der öffentlichen Diskussion häufig auf die Alterung der Bevölkerung reduziert. Dabei werden gerne Bevölkerungsdiagramme verwendet, welche den Aufbau der Bevölkerung nach Alter und Geschlecht zeigen. Lange Zeit erinnerten sie in ihrer Form an Pyramiden, haben sich aber in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert: Menschen leben immer länger, die Geburtenraten sind weiterhin relativ niedrig, während die Migration Zugewinne gerade bei jungen Erwachsenen brachte und bringt. Hierdurch hat sich die Pyramide in einen Diamanten verwandelt – die mittleren und älteren Jahrgänge gewannen im Vergleich zu den jüngeren Jahrgängen an Gewicht. Quelle und Studie auf der BIB Homepage.

Der Frauenpolitische Dienst Nr. 812 urteilt: „Die Studie beschreibt die Familien- und Lebensformen als einen Prozess der Individualisierung. Das familiäre Zusammenleben habe sich in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert, insbesondere:

  • Die Phase der Familiengründung hat sich in ein höheres Alter verschoben. Eltern sind bei der Geburt ihrer Kinder heute fast drei Jahre älter als noch vor 25 Jahren.
  • Das traditionelle Modell der Vater-Mutter-Kind-Familie wurde vielfach von anderen Lebensformen abgelöst. Bei Frauen sank der Anteil derjenigen, die in einer Partnerschaft und mit Kind(-ern) in einem Haushalt leben, seit 1996 von 53 auf 37 Prozent.
  • Lebensformen ohne Partner/in haben zugenommen.
  • Die Lebens- und Familienkonstellationen sind „individueller und vielfältiger“ geworden. Insgesamt zeigt sich eine „zunehmende und weniger strikt am Alter orientierte Vielfalt im Lebenslauf“.
  • Diese Entwicklung hat „Folgen für die Zukunft: Beispielsweise gibt es immer mehr Kinderlose, für die sich im Alter auch die Frage nach einer außerfamiliären Betreuung stellt“.

Fortbildungen

FUMA Fachstelle Gender & Diversität NRW #connect-Veranstaltungsreihe:

  1. #connect-Seminar: Let's talk about racism! Anti-Rassismus und Dekolonialisierung (09. – 10.09.2022 online 10:00 – 15:30 h & 23.09.2022 10.30 – 12.00 h) Anmeldung über die FUMA Homepage.
  2. #connect-Learning-Lab: Rassismuserfahrungen als pädagogische Fachkraft: Austauschen, Stärken, Vernetzen (04.11.2022 online 10:00 – 14:30 h) Anmeldung über die FUMA Homepage.
  3. #connect-Seminar: Was uns stärkt und was uns verbindet: Ein Empowermentraum für BiPoC (21.10.2022 & 11.11.2022 online 10:00 – 16:00 h) Anmeldung über die FUMA Homepage.
  4. #connect-Learning-Lab: White Allyship – Ein Raum zum Austauschen und Vernetzen (02.12.2022 online 09:00 – 13:00 h)
    Anmeldung über die FUMA Homepage.

Veranstaltungen des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin-Brandenburg

Den Themenbereich Geschlechterreflektierte Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit finden Sie auf der Homepage des SFBB.

Blended-Learning-Qualifizierung: Grenzenlose Jungs*- Transkulturelle Jungenarbeit als Perspektive, Haltung und Handwerkszeug (Start: 15.09.2022 Dortmund/Online)

Die LAG Jungenarbeit NRW bietet kostenlos eine umfangreiche Blended-Learning-Qualifizierung für öffentliche wie freie Träger an, deren Fachkräfte sich in der vielfältigen/komplexen Arbeit mit Jungen* und jungen Männern* mit Flucht- und Migrationserfahrungen befinden. Ziel ist es, eine unterstützende und bedarfsorientierte Erweiterung von Fachlichkeit, Haltung und Konzepten nachhaltig zu ermöglichen. Weitere Infos und Anmeldung auf der Homepage der LAG Jungenarbeit NRW.

Multiprofessioneller Workshop: Schutz und Hilfen bei Menschenhandel mit Minderjährigen in Baden-Württemberg (19. – 20.09.2022 in Stuttgart)

Die Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. (eva), das Fraueninformationszentrum Stuttgart (FIZ) und die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung – ECPAT Deutschland e.V. laden Sie herzlich ein. Die multiprofessionelle Fachveranstaltung führt in die Thematik von Handel mit und Ausbeutung von Minderjährigen ein und unterstützt die Teilnehmenden praxisnah dabei, minderjährige Betroffene zu erkennen und zu unterstützen. Der Workshop bietet außerdem eine Plattform, um sich mit anderen Fachpersonen auszutauschen und regionale Netzwerke zu bilden. Weitere Informationen finden Sie im Flyer. Wir würden uns sehr freuen, Sie zu unserem multiprofessionellen Workshop begrüßen zu dürfen. Senden Sie dafür bitte das Anmeldeformular bis zum 26. August 2022 (Anmeldefrist verlängert) an Marilena Müller (m.mueller@ecpat.de). Die Tagungs-, Reise- und ggf. Übernachtungskosten werden von ECPAT Deutschland getragen.

Fortbildung: Safer Space und Empowermentraum für queere Fachkräfte (28.09.2022, 10.00-17.00 h, Online)

#BIT* stellt einen Safer Space und Empowermentraum für queere Fachkräfte zur Verfügung. Du möchtest wissen, wie du deinen Arbeitsalltag gut bewältigen kannst und Strategien im Umgang mit Minderheitenstress gezeigt bekommen? Du hast Interesse an Körperübungen, die dich unterstützen können? Du möchtest dich mit anderen queeren Fachkräften austauschen und Intervisionsmöglichkeiten nutzen? #BIT* lädt dich hierzu herzlich ein! Weitere Infos auf der FUMA Homepage.

Seminar: Jungen*arbeit als Raum für Trans*Jungen, nicht binäre und genderqueere Kinder und Jugendliche (28. – 29.09.2022 in Rothschönberg)

Jungen*arbeit will ein Raum für Trans*Jungen, nicht binäre und genderqueere Jungs* sein. Im Sinne der Vielfalt von Männlichkeiten besteht die Notwendigkeit, allen Kindern und Jugendlichen, die Junge* sind, sein wollen oder sollen, einen Ort zur Stärkung, zum Ausprobieren und Zweifeln zu bieten. Zielgruppe: Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, die mit Jungen*/jungen Männern* professionell in Beziehung stehen. Weitere Infos und Anmeldung auf der Homepage der Jungen*- und Männerarbeit Sachsen.

Zweiter Durchgang der Weiterbildung "Mädchen*(sozial)arbeit – geschlechterreflexive Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* in prekären Lebenslagen" 2022 – 2024 (Start 01.12. in Ludwigsburg) – Bewerbungsfrist verlängert bis 15.09.2022

Das Institut für Fort- und Weiterbildung (ifw) der EH Ludwigsburg bietet ein Zertifikatsstudium "Mädchen*(sozial)arbeit – geschlechterreflexive Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* in prekären Lebenslagen" in Kooperation mit dem Fachbeirat Mädchen*sozialarbeit der BAG EJSA, der LAG Mädchen*politik Baden-Württemberg und der Evang. Gesellschaft Stuttgart an. Es besteht aus 6 Modulen à drei Präsenztagen und einer E-Learning-Einheit im Zeitraum von 17 Monaten. In Theorie, Workshops und Praxisreflexionen werden Kompetenzen und Methoden erweitert, die Teilnehmer*innen lernen Diskriminierungsstrukturen, Ressourcen und Intersektionalität in konkreten Situationen zu verstehen und darin konzeptionell sowie fachlich zu handeln. Weitere Infos im Flyer und auf der Homepage der EH Ludwigsburg.

Dritter Durchgang der Weiterbildung «Männerfokussierte Beratung» des SKM startet im Dezember 2022

Die Basisausbildung «Männerfokussierte Beratung» des Sozialdienstes katholischer Männer (SKM) qualifiziert die Teilnehmenden, ihre beruflichen und persönlichen Kompetenzen für die beratende Praxis mit Männern in Krisensituationen und mit Gewalterfahrungen zu erweitern, vermittelt ihnen Sicherheit im Handlungsfeld und erhöht ihre Kompetenzen für eine professionelle Beziehungsgestaltung in diesen Themen. Darüber hinaus werden die Teilnehmenden befähigt als Multiplikatoren die geschlechtersensible Arbeit in ihren Arbeitsbezügen zu etablieren und regionale Netzwerke auf- und auszubauen. Die Weiterbildung richtet sich an männliche Fachkräfte aus Feldern der Sozialen Arbeit, die über einen Fach- oder Hochschulabschluss in Sozialer Arbeit, Pädagogik, Psychologie oder eine vergleichbare Qualifikation verfügen. Alle Module der Weiterbildung finden im Bildungshaus St. Bernhard in Rastatt statt. Die Kosten für 25 Weiterbildungstage inkl. Unterkunft und Verpflegung betragen 5800 €. Eine Anmeldung ist ab sofort auf der Homepage des SKM Bundesverbands möglich.

Zusatzausbildung „Jugendarbeit schafft sichere Orte! Schutzkonzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt in Organisationen der Jugendarbeit“ XII. Ausbildungsgang, Start im Januar 2023

In sechs dreitägigen Modulen vermittelt diese Qualifizierungsreihe zentrales Wissen zum Themenfeld „sexualisierte Gewalt“, Kenntnisse zur Beratung und Begleitung von Veränderungsprozessen in Organisationen sowie ein spezifisches Handlungskonzept, wie passgenaue Schutzmaßnahmen in der Jugendarbeit gestaltet und verankert werden können. In Umsetzungsprojekten wenden die Teilnehmer*innen das Gelernte an und entwickeln „maßgeschneiderte“ Schutzmaßnahmen in der eigenen Organisation bzw. in ihrem Arbeitsfeld. Weitere Infos auf der Webseite der Fachberatung Prätect im Bayerischen Jugendring.

Fachtagungen

Fachtag "Rassismuskritische Organisationsentwicklung in der Arbeit mit Geflüchteten" (01. September 2022, Institut für Kirche und Gesellschaft, Haus Villigst, Schwerte)

Rassistische Wissensbestände werden in unserer Gesellschaft täglich (re-)produziert und sind sowohl tief in die Sozialisierung jedes Einzelnen als auch in Prozesse von Organisationen eingebettet. Welche Rahmenbedingungen Ausschlussprozesse begünstigen, welche Folgen sich für Betroffene (insbesondere Geflüchtete) ergeben und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um im Team oder als Einzelperson institutionellem Rassismus entgegenzuwirken, wird bei dem Fachtag aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Weitere Infos und Anmeldung auf der Homepage des Instituts für Kirche und Gesellschaft.

Internationale Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung "Equal Care & Equal Pay - höchste Zeit, die Lücken zu schließen!" (07.09.2022 in Berlin)

Gleiche Arbeit, gleicher Lohn: In vielen Staaten gelingt die geschlechtergerechte Entlohnung nicht. Gleichzeitig wird unbezahlte Sorgearbeit zu einem ungleich höheren Anteil von Frauen und Mädchen geschultert. Diese strukturellen Ungleichheiten bestehen nicht erst seit der Pandemie, seit deren Beginn wir sogar Rückschritte erleben. Die Schließung der Lohnlücke ist ohne die Schließung der Sorgearbeitslücke nicht denkbar und umgekehrt. Es braucht gemeinsame und solidarische Anstrengungen für Geschlechtergerechtigkeit weltweit! Eine Grundlage ist die UN Women Solidaritätsbewegung HeForShe – nur gemeinsam können wir unsere Ziele erreichen. Ein Blick nach Skandinavien zeigt, wie es besser geht. Wir schauen in unserer internationalen Konferenz in Kooperation mit UN Women Deutschland e.V. und der International Labour Organization (ILO) am 7. September 2022 also vor allem Richtung Norden und erarbeiten konkrete Forderungen. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung bis zum 24. August 2022 (derzeit ist das Anmeldeportal noch geöffnet). Das aktuelle Programm finden Sie auf unserer Konferenzwebsite.

Fachtagung der BAG Mädchen*politik „Klimagerechte Mädchen*arbeit – Impulse für eine kritische Umweltbildung“ (26. – 28.09.2022 in Bredbeck)

Die bundesweite Fachtagung hat noch freie Plätze. Klimagerechte Mädchen*arbeit – was bedeutet das in Theorie und Praxis? Das Thema Klimagerechtigkeit ist aktueller denn je. Vor allem junge Menschen engagieren sich aktiv. Darüber hinaus ist es sehr eng mit Gender- und weiteren Ungleichheitsfragen verwoben. Kritische Klimabildung in der Mädchen*arbeit befasst sich mit der Einordnung dieser Intersektionen, mit sozialen Ungleichheitsverhältnissen und Interventionsmöglichkeiten. Eine Anmeldung ist über die Bildungsstätte Bredbeck möglich.

Fachtag zum 20-jährigen Jubiläum von BBMeZ: „Menschenhandel hat viele Gesichter“ (29.09.2022 in Bremen)

In unserer praktischen Arbeit begegnen uns Menschen mit ganz unterschiedlichen Biografien. Als Fachkräfte gehört es zu unseren Aufgaben, Betroffene von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung zu identifizieren und ihnen bedarfsgerechte Hilfen anzubieten. Ziel des Fachtages ist es, die verschiedenen Formen der sexuellen Ausbeutung und die Lebensrealität der Betroffenen zu Beginn ihrer Ausbeutung und in der Gegenwart erkennen und nachvollziehen zu können. Veranstalter*in: Beratungsstelle für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution (BBMeZ) des Vereins für Innere Mission in Bremen. Das Anmeldeformular bitte bis zum 09.09. an die BBMeZ senden. Weitere Infos auf der Homepage der BBMeZ.

Save the Date: Fachtag "Arbeitsmarkt und Familie - Wie können wir die Arbeitswelt familienfreundlich gestalten?" (11.10.2022 in Berlin)

Viele junge Eltern wollen die Erwerbsbeteiligung und die Übernahme von Sorgearbeit miteinander in Einklang bringen. Eine Mehrheit gibt an, Beruf und Familienarbeit partnerschaftlich vereinbaren zu wollen. Die Realität zeigt allerdings, wo das Modell an Grenzen stößt. Auf der Fachtagung des Vereins Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF) soll in unterschiedlichen Formaten diskutiert werden, wie der Weg zu einer familienfreundlichen Arbeitswelt aussehen kann. Weitere Informationen auf der Homepage Zukunftsforum Familie e.V.

Fachtag "Junge Väter: eine vernachlässigte Ressource?" (11.10.2022 in Weimar)

Väter werden nach wie vor zuerst in der Versorgerrolle wahrgenommen. Dennoch ist gesellschaftlich sichtbar: Es besteht ein großes Bedürfnis nach einer aktiven, achtsamen und präsenten Vaterrolle. Der Fachtag der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Jungen- und Männerarbeit Thüringen e.V. will den Bedarf und die Ressourcen von Vätern in den Fokus rücken und den Akteuren im sozialen und politischen Feld neue Handlungsbereiche und Perspektiven aufzeigen. Weitere Infos auf der Homepage der LAG Jungen- und Männerarbeit Thüringen e.V.

Fachtag Jungen*arbeit in Hessen „Krieg, Krisen & andere Katastrophen. Männlichkeiten in Zeiten großer gesellschaftlicher Krisen – Auswirkungen auf die Arbeit mit Jungen*“ (31.10. – 01.11.2022 in Frankfurt/Main, Haus der Jugend)

Klimakrise, Corona-Pandemie, Angriffskrieg – die Kette der Bedrohungen scheint nicht abzureißen. Nicht nur für Kinder und Jugendliche sind die krisenhaften Entwicklungen der letzten drei Jahre sehr herausfordernd, auch an den Kolleg*innen in der Jungen*arbeit gehen die Krisen nicht spurlos vorbei. Ganz persönliche Themen wie Lebensentwürfe, sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität oder Glaube werden diskreditiert und bedroht, nicht selten mit Gewaltanwendung. Nationalismus und hegemoniale Bestrebungen zwischen Staaten in Europa treten erneut in den Vordergrund. Wie können wir Fachkräfte in der Jungen*arbeit und in der pädagogischen Arbeit mit Jungen* darauf reagieren? Die diesjährige Fachtagung Jungen*arbeit Hessen versucht, darauf Antworten und Möglichkeiten im persönlichen wie institutionellen Umgang zu finden. Weitere Infos und Anmeldung: http://www.jungenarbeit-hessen.de/images/2022/Fachtagung_Jungenarbeit_in_Hessen_2022.pdf.

"Kirche von morgen – offen für alle?" (18.11.2022, 10.00 - 13.00h, Haus der Kirche in Bielefeld)

Ist die Kirche ein Ort, an dem sexuell und geschlechtlich vielfältige Menschen mitwirken können? Die evangelische Praxis pendelt zwischen einem Willkommen und der Abweisung queerer Menschen. In dieser Veranstaltung schauen wir darauf, was wir eigentlich meinen, wenn wir von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt sprechen und setzen uns mit eigenen Vorurteilen auseinander. Ziel ist, dass pädagogische Fachkräfte, Seelsorger*innen, Pfarrer*innen und Mitarbeiter*innen der Kirche vielfältige Identitäten anerkennen und möglicher Diskriminierung vorbeugen. Dabei steht die Sensibilisierung für die Bedarfe und Lebenslagen junger trans*, inter* und nicht binärer Menschen im Mittelpunkt. Anmeldung bis 11. November 2022 an 2035@kirche-bielefeld.de.

Fachtag „Impulse für die Jungen*arbeit – Denkanstöße aus der Praxis“ (24.11.2022 in Mannheim)

Der Fachtag der LAG Jungen*- & Männer*arbeit Baden-Württemberg ist als Praxistag angelegt, bei dem nach einer grundlegenden Einführung mit praktischen Impulsen für ein modernes Verständnis von Jungen*arbeit in 5 Workshops unterschiedliche Perspektiven aus der Praxis auf Jungen* und Jungen*arbeit aufgemacht werden (z. B. im Workshop: Jungen*arbeit inklusiv – Jungs* mit Behinderung erreichen). Die Teilnehmenden können zwei der 5 Workshops (vormittags und nachmittags) besuchen. In einer Abschluss-Performance Talk und Poetry-Slam „Alles Gender?“ wird der Künstler Abdul Kader Chahin von „meinTestgelaende“ einen gesellschaftskritischen Blick auf die Themen junger Menschen werfen. Der Fachtag dient der Entwicklung und Vertiefung eines zeitgemäßen Verständnisses von Geschlecht sowie einer entsprechenden originellen eigenen Praxis von Jungen*arbeit. Weitere Infos und Anmeldung auf der Homepage der LAG Jungen*arbeit BW.

Save the Date: Digitaler Fachtag „Istanbul-Konvention und Mädchen*(sozial)arbeit“ (01.12.2022 Online)

Das Koordinationsteam (Evangelische Hochschule Ludwigsburg, BAG Evangelische Jugendsozialarbeit, LAG Mädchen*politik BW, Evangelische Gesellschaft Stuttgart) des Weiterbildungsstudiums CAS „Mädchen*(sozial)arbeit“ veranstaltet in Kooperation mit den Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Ludwigsburg sowie der Hochschulen in Ludwigsburg einen digitalen Fachtag zum Thema „Istanbul-Konvention und Mädchen*(sozial)arbeit“. Der Hauptvortrag „Geschlechtsspezifische Gewalt in Zeiten der Digitalisierung“ wird von Prof.in Dr.in Nivedita Prasad gehalten. Zudem gibt es Workshops mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten: soziale Medien, Sexarbeit, Zwangsheirat, traumasensible Arbeit mit Mädchen* mit Flucht- und Migrationshintergrund. In allen Beiträgen stehen die Mädchen*arbeit und der Bezug zur Istanbul-Konvention im Vordergrund. Anmeldungen sind ab Oktober über die Homepage der BAG EJSA möglich.

Netzwerktreffen

Vernetzungstreffen des Projektes M*AD - Mädchen*arbeit Digital (31.08.2022 Online)

Das Projekt Mädchen*arbeit Digital lädt herzlich zum ersten Vernetzungstreffen ein. Gemeinsam möchten wir uns mit euch zu Digitalisierungsprozessen in der Mädchen*arbeit austauschen und unser Projekt vorstellen. Wir freuen uns, mehr über eure Erfahrungen, Bedarfe und Wünsche zum Thema Digitalisierung zu erfahren. Grundlage für den Austausch bietet ein Input zu den Ergebnissen unserer diesjährigen bundesweiten Bedarfserhebung. Innerhalb von sieben Wochen haben wir eure Bedarfe, Erfahrungen und Probleme rund um das Thema Digitalisierung in der Mädchen*arbeit erfragt. Mit der Vorstellung der Ergebnisse möchten wir euch bei der (Weiter-)Entwicklung digitaler Formate für MINTA (Mädchen, Inter, Nicht-binär, Trans und Agender) unterstützen. Anmeldung und Fragen: leilah.kall@maedchenarbeit-nrw.de. Weitere Infos auf der Homepage der LAG Mädchen*arbei NRW.

Vernetzungstreffen für Bi_PoC positionierte Fachkräfte der Mädchen*arbeit und OKJA (15..09.2022 in Wuppertal)

Die LAG Mädchenarbeit NRW e.V. lädt herzlich zum nächsten Vernetzungstreffen für BI_PoC-positionierte und/oder migrantische Fachkräfte der Mädchen*arbeit ein. Im Rahmen des Treffens wird es Raum für Austausch und Reflexion unserer Praxis geben, in unseren jeweiligen Einrichtungen und Arbeitsfeldern im Kontext der Mädchen*- bzw. Kinder- und Jugendarbeit. Shirin Eghtessadi wird das Vernetzungstreffen dieses Mal mit praktischen Übungen gegen Stress und Erschöpfung begleiten. Eingeladen sind Fachkräfte aus der Mädchen*arbeit und der Kinder- und Jugendarbeit, die sich als BI_PoC (von Rassismen betroffen) und als Frauen (cis- und Transfrauen) und/oder als nicht-binäre Personen verstehen/positionieren. Dies ist ein Raum für Menschen, die von verschiedenen Rassismen betroffen sind. Anmeldungen: leilah.kall@maedchenarbeit-nrw.de

Jahrestreffen 2022 Netzwerk Jungen- und Männergesundheit (16. – 17.09.2022 in Berlin)

Herzlich lädt das Netzwerk Jungen- und Männergesundheit in Kooperation mit der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e.V., der Stiftung Männergesundheit und dem Bundesforum Männer e.V. alte, neue Mitstreiter*innen und Interessierte zum Treffen in Berlin ein. Inhaltlich geht es beispielsweise um den im November erscheinenden Gesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit, der sich jungen Männern und deren Gesundheit widmet oder um männerbezogene Suizidprävention. Anmeldefrist ist der 09.09.2022. Weitere Infos finden Sie im Flyer.

Save the Date und Aufruf zur Mitgestaltung: Netzwerktagung Antifeminismus begegnen − Demokratie stärken (17. – 18.10.2022 in Berlin)

Die Heinrich-Böll-Stiftung möchte ein bundesweites Netzwerk zum Thema Antifeminismus aufbauen und veranstaltet dafür am 17. und 18. Oktober 2022 in Berlin eine Netzwerktagung. Interessent*innen können sich schon im Vorfeld aktiv beteiligen. Bei der Veranstaltung sollen Wissen und Erfahrungen sowohl aus der Forschung als auch aus der (zivilgesellschaftlichen) Praxis gesammelt, geteilt und ausgetauscht werden. Die Netzwerkkonferenz besteht aus Vorträgen/Impulsen, Workshops, Reflexionsrunden und einem „Marktplatz“ zur Vorstellung der eigenen Arbeit. Weitere Infos auf der Homepage der Heinrich-Böll-Stiftung.

Save the Date: 8. Netzwerktreffen Männerberatung des Bundesforums Männer (18.11.2022 in Berlin)

Thematisch schließt das Netzwerktreffen an die Diskussion unseres Fachtags »Männer.Beratung« im Mai 2022 an, bei dem es u. a. um die Frage nach dem Spannungsfeld von beraterischer Neutralität und normativer Gleichstellungsorientierung in der Beratung von Jungen, Männern und Vätern ging. Zudem wollen wir die Diskussion und den wechselseitigen Austausch über Qualität und Standards von Männerberatung bzw. geschlechterreflektierter und männlichkeitsorientierter Beratungsarbeit weiter voranbringen. Ausführlichere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung folgen nach dem Sommer.

Veröffentlichungen

Sabine Maschke / Ludwig Stecher: „Ich habe so etwas erlebt – und will es nie wieder“. Sexualisierte Gewalt aus der Perspektive Jugendlicher: Fakten, Einordnungen und Prävention

Das Hauptrisiko für sexualisierte Gewalt im Jugendalter sind andere Jugendliche. Im Kindesalter dagegen geht von Erwachsenen das Hauptrisiko aus. Das zeigen drei repräsentative SPEAK! Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden. Das Buch fasst die wesentlichen Erkenntnisse dieser Studien zusammen und bietet so einen empirisch fundierten Blick auf dieses wichtige Thema. Zusätzlich werden Präventions- und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Bestellbar ist das Buch über die Homepage des Verlags und überall dort, wo es Bücher gibt.

Leitfaden »Männer gut beraten – Ein Leitfaden zur geschlechterreflektierten Beratung von Jungen, Männern und Vätern« des Bundesforums Männer

Der Leitfaden ist in 2. Auflage erschienen und kann als interaktives PDF heruntergeladen oder als Druckexemplar bestellt werden.

Fachstelle des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB): Videoreihe "Ausbildung inklusiv gestalten" – die Teilzeitberufsausbildung

Die Videoreihe "Ausbildung inklusiv gestalten" der Fachstelle überaus zeigt, wie eine erfolgreiche Ausbildung in der Praxis für jede*n möglich sein kann. So veranschaulicht etwa eines der Videos anhand von zwei konkreten Beispielen, was Teilzeitausbildung bedeutet und wie sie gelingen kann. Mit einer Ausbildung in Teilzeit können auch dort Ausbildungsverhältnisse zustande kommen, wo dies sonst vielleicht nicht möglich wäre, etwa aufgrund von Elternschaft oder Pflegeaufgaben. Mehr Infos und die Videos finden Sie auf der Homepage der Fachstelle überaus.

Reinhard Winter: Porno, Sex und Männlichkeit. Wie junge Männer ihre Sexualität schaffen. Weinheim (Beltz Juventa) 2022

Erstmalig wurden in einer SOWIT-Studie die Nutzung pornographischer Erzeugnisse und die Sexualität junger Männer explizit im Zusammenhang mit Männlichkeit untersucht. Anlass und Hintergrund für die Studie war, dass sich in den vergangenen Jahren die Bedingungen für die Sexualität vor allem durch das Internet verändert haben. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, wie sich dies auf die Sexualität junger Männer (18 bis 25 Jahre) auswirkt und wie sie damit umgehen. Junge Männer heute sind "porn natives", die traditionelle Männlichkeitskonzepte ablehnen und Sexstress empfinden. Als moderne männliche Praxis müssen junge Männer ihre Sexualität schaffen, sie bewältigen und kulturell passend neu kreieren. Bestellbar ist das Buch über die Homepage des Verlags und überall dort, wo es Bücher gibt.

Stellenausschreibungen

Das FUMA-Team sucht Verstärkung!

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir: eine_n Bildungsreferent_in mit einem Stellenumfang von mindestens 50 % bis zu 75 % (unbefristet). Als Bildungsreferent_in bilden Sie Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe in Workshops, Web-Seminaren, Fortbildungen und Inhouse-Veranstaltungen analog und digital zu den Themenbereichen Gender und Diversität fort. Wir streben eine gleichmäßigere Repräsentation aller gesellschaftlicher Gruppen unter unseren Mitarbeitenden an und möchten den Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte, Schwarzen Personen/PoC und/oder von Menschen mit intersektionalen Erfahrungen erhöhen. Klingt genau nach Ihrem Job? Alle Infos zur Stelle auf der FUMA Homepage.

Impressum

Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V. (BAG EJSA)
Wagenburgstraße 26-28
70184 Stuttgart

Tel.: 0711/16489-0
Email: mail@bagejsa.de

Verantwortlich für die BAG EJSA Gender_News:
Christine Lohn
Tel.: 030 28395314

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