Schulabsentismus - frühzeitig.vernetzt.handeln.

Die Online-Fachtagung in der Veranstaltungsreihe zum Thema „Schulabsentismus“ stellt in diesem Jahr Handlungsmöglichkeiten multiprofessioneller Netzwerke zur Prävention und frühzeitigen Intervention bei Schulabsentismus in den Mittelpunkt.

Dem Phänomenen Schulabsentismus liegen oft komplexe, multiple Ursachen zugrunde. Lernschwierigkeiten, familiäre Probleme oder psychische Erkrankungen sind beispielsweise nachgewiesene. Aus der Praxis der Sozialen Arbeit und von Lehrkräften wird zudem ein Anstieg der Fallzahlen seit der Corona-Pandemie gemeldet. Belastend für die jungen Menschen, ihre Lebensqualität und Zukunftsperspektiven sind zudem die vielfältigen gesellschaftlichen Krisen. Dies ist zum einen die Klimakrise, die Zukunftsängste verursachen kann. Zum anderen können die Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und weltweit Ängste und schulische Konflikte bei und zwischen jungen Menschen auslösen.

Die schulbezogene Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit handeln vorrangig präventiv, damit es nicht zu manifestem Schulabsentismus kommt. Bei den ersten Anzeichen - häufig bereits in den ersten Schuljahren - setzen sie mit ihren Begleit- und Beratungsangeboten an. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen ist eine noch stärker vernetzte interdisziplinäre Herangehensweise immer mehr Mittel der Wahl sowie digitale Innovationen.

In dieser digitalen Fachtagung setzen wir an der beschriebenen Ausgangsituation an und erfahren, wie es multiprofessionelle Kooperation und vernetztes Arbeiten ermöglichen, Schulabsentismus erfolgreich zu verhindern und/oder frühzeitig zu intervenieren.

In zwei Vorträgen sowie in Praxisbeispielen erhalten die Teilnehmer*innen Informationen zu aktuellen, fachlichen Entwicklungen sowie Einblicke in die Praxis der Arbeit mit jungen Menschen, die vorrangig in der präventiven bzw. früh intervenierenden Arbeit tätig sind. Gleichzeitig haben Sie in verschiedenen Diskussions- und Kleingruppenformaten die Möglichkeit, sich im fachlichen Austausch einzubringen und Ihre eigene Arbeit zu reflektieren. In Workshops erwarten Sie Einblicke in die Praxis aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Darüber hinaus sind interaktive Elemente geplant, die Ihnen den Austausch mit Kolleg*innen aus dem gesamten Bundesgebiet erlauben.

Das Programm und die Information zu den Workshops finden Sie unten auf dieser Seite.

Tagungsablauf

9:00 Uhr

Begrüßung und Einstieg mit interaktivem Kennenlernen

9:30 Uhr

Fachvortrag:

Grundlagen für vernetztes Handeln angesichts von Schulabsentismus
Prof. Dr. Karsten Krauskopf, FH Potsdam

anschließend Rückfragen und Diskussion

10:30 Uhr Kaffeepause

10:45 Uhr

Fachvortrag:

Multiprofessionalität und Prävention im Kontext von Schulabsentismus
Prof. Dr. Karsten Speck, Uni Oldenburg

anschließend Rückfragen und Diskussion

12:15 Uhr

Mittagspause

13:00 Uhr

Workshops (siehe unten)

14:30 Uhr

Abschlussplenum und Zusammenfassung der Tagung

15:00 Uhr

Tagungsende

 

Workshops

Workshop 1

(Pädagogische) Voraussetzungen für das Verständnis und den Umgang mit jungen Menschen in riskanten und fragilen Lebenslagen 
Vorstellung und Austausch zu einem E-Learning Programm für pädagogische Fachkräfte

Achim Jägers, Referent für Einrichtungen, Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos

Workshop 2

Hilfen vor Ort für Schulvermeider*innen in Düsseldorf
Vorstellung und Austausch zum Rather Modell

Marvin Schmidt, Sachgebietsleitung für Schulsozialarbeit und Projekte, Diakonie Düsseldorf
Anna Maria Nöske, Sozialpädagogische Fachkraft im Rather Modell, Diakonie Düsseldorf

Workshop 3

"Multiprofessionell handeln an (Grund)-Schulen"
Konzept und Praxis der Schulsozialarbeit und des Ganztages in Darmstadt

Mona Jung und Claudia Al-Nahawi, Ganztagskoordination und Leitung Schulsozialarbeit, SKA Darmstadt e.V.

Workshop 4

Lebenspraktische Bildung als schulergänzendes oder -ersetzendes Angebot
Vorstellung der Schulwerkstatt: Beratung, Begleitung und Lernortverlagerung

Leo Dölle und Kerstin Heft, Leitung Schulwerkstatt, St. Georgen, Halle

Workshop 5

KOKON – Entwicklung möglich machen
Vorstellung eines niederschwelligen Bildungsangebots

Christoph Roth, Bereichsleiter Stationäre Hilfen, Oberlin e.V. Ulm

Workshop 6

Schulwegbegleitung – ein niedrigschwelliges Hilfeangebot bei Schulabsentismus im Landkreis Germersheim

Entstehungsgeschichte, Konzept und Fallbeispiele

Bernhard Würtz, Teamleitung Jugendbildung
Bettina Barnickel, Sachgebietskoordination Schulsozialarbeit, Kreisjugendamt Germersheim
N.N., Jugendhilfe Gallo

Workshop 7

Zielgerichtet kooperieren auf kommunaler Ebene
Vorstellung der Fachstelle Schulabsentismus in Dresden

Luciana Cristina Marinho Schollmeier, Sachgebietsleitung des Jugendberatungscenters, Jugendamt Dresden

Schulabsentismus aus wissenschaftlicher Perspektive

Prof. Dr. Markus Andrä und/oder Prof. Dr. Katrin Pittius, Fachhochschule Dresden

Workshop 8

KlasseZukunft Main-Rhön, Hilfe bei Schulabsentismus
Kooperationsprojekt zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Schule zur frühen Intervention

Daniela Haupt, Leitung der Sozialen Dienste, Jugendamt Landkreis Schweinfurt

Workshop 9

Weil jeder Tag zählt.
Haltekraft für Kinder und Jugendliche in Schule entwickeln.

Lydia Liebig und Sandra-Daniela Müller, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH, landesweite Koordinierungsstelle Schulerfolg sichern,
Sonja Steinke Deutscher, Familienverband e.V., Schulsozialarbeiterin an der Gemeinschaftsschule „Oskar Linke“ Magdeburg

Workshop 10

Schuldistanz inklusiv begegnen - ein Instrument zur multiprofessionellen Falldiagnostik

Vorstellung eines im Rahmen des Projekts „SIB Sozialraum“ entwickelten Instruments zur multiprofessionellen Falldiagnostik. Teilnehmende erhalten die Gelegenheit, eine digitale Version kennenzulernen und sind eingeladen, hierbei auch Fälle von Schuldistanz aus der eigenen Berufspraxis einzubringen.

Pauline Dalla-Marta, M.A. Erziehungswissenschaft, ehem. FH Potsdam 

Organisatorische Hinweise

Zur Durchführung der Online-Tagung

Wir verwenden ZOOM als Videokonferenz-Tool. Die Zugangsdaten sowie das Arbeitsmaterial erhalten Sie zwei bis drei Wochen vor dem Seminar. Bitte beachten Sie dazu die entsprechenden Datenschutzhinweise.

Verwaltungspauschale

Wir erheben einen Verwaltungspauschale in Höhe von 20,00 Euro.

Tagungsbüro

Bei organisatorischen Fragen oder Fragen zur Anmeldung, wenden Sie sich bitte an Aysel Karipidis; Tel: 0711 16489-25

Anmeldung nicht mehr möglich

Die Tagung ist vollständig ausgebucht, auch die Warteliste ist voll. Es ist keine Anmeldung mehr möglich. Die Dokumentation der Tagung wird auf unserer Webseite veröffentlicht.

 

Kooperation

Diese Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung mit IN VIA – Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, im Verbund mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS).

 

 

Gefördert durch das: