BAG EJSA Newsletter

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Bundearbeitsgemeinschaft Jugend und Sozialarbeit
2022/5 BAG EJSA Gender_News

Editorial

Lieber Leser*innen,

heute erreicht Sie nach einer mehrmonatigen Pause der neue Newsletter BAG EJSA Gender_News. Er löst den alten Newsletter „Informationen zu Genderthemen“ ab, ist aber ganz in seinem Geiste zusammengestellt worden. Die neue Version wurde lediglich ein wenig gekürzt, umstrukturiert und ihr wurde digital ein neuer Anstrich gegeben. Ich selbst bin als Referent*in ebenfalls neu bei der BAG EJSA und vertrete dort nun das Arbeitsfeld „Mädchen*sozialarbeit und Gender Mainstreaming“. Wir haben im Newsletter geschlechterpolitisch relevante Politikprozesse, Positionen und Informationen an den Anfang gestellt, um Sie auf dem Laufenden zu halten. Gleichzeitig sind die umfassenden Fortbildungen und Veranstaltungshinweise zu Mädchen*(sozial)arbeit bestehen geblieben. Auf neue Veröffentlichungen, Studien und Ausschreibungen weisen wir ebenfalls weiter gern hin. Der Newsletter „BAG EJSA Gender_News“ wird Sie regelmäßig etwa acht Mal im Jahr erreichen.

Herzliche Grüße

Katharina Jacke

Inhalt

1. Politik

Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche vor Aufhebung

Linksfraktion fragt nach der Bekämpfung von Menschenhandel

Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch im Sport

Bundesstiftung Gleichstellung gewinnt an Kontur

Kerstin Claus ist zur Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten berufen worden

Neuausrichtung der Familienförderung: Einrichtung einer Interministeriellen Arbeitsgruppe Kindergrundsicherung (IMA) ist gestartet

Linksfraktion fordert Entschuldigung bei Transgendern

Umweltpolitik und Geschlechtergerechtigkeit gehören zusammen

2. Positionen

Stellungnahme der Erziehungshilfefachverbände über Zuwanderung aus der Ukraine

Stellungnahme des Deutschen Juristinnenbundes zum Equal Care Day

Kommentar der LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern e.V. zum Krieg in der Ukraine

Katholische Jugendverbände begrüßen die Abschaffung von § 219a

3. Informationen

Queere schwangere Menschen werden im deutschen Gesundheitssystem diskriminiert

DIW-Studie Gender Pay Gap – Der Einfluss von Sorgearbeit auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern

Studie der Universität Duisburg-Essen über institutionellen Rassismus in Behörden

4. Ausschreibungen

Call for Papers: 3. Sammelband des Inter_Trans_Wissenschaftsnetzwerks

Deutschlandweite Schulumfrage zum Thema Zwangsverheiratung

Bundesfamilienministerium startet Unternehmenswettbewerb „Innovationspreis Vereinbarkeit“

5. Fortbildungen

Blended-Learning-Qualifizierung: Grenzenlose Jungs*. Transkulturelle Jungenarbeit als Perspektive, Haltung und Handwerkszeug (Start 09.05.)

Infomeeting zur Weiterbildung "Mädchen*(sozial)arbeit - geschlechterreflexive Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* in prekären Lebenslagen" (2022-2024) (10.05., 16:30 – 19:00 Uhr Online)

Webseminar Geschlechtersensible Arbeit mit lsbttiq-Kindern und Jugendlichen als Auftrag für die Kinder- und Jugendhilfe. Veranstaltet durch den Treff Sozialarbeit (eva Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V.) (12.05.22, 09:00-11:00 Uhr Online)

Fortbildung Reflexionsraum für weiße Pädagog*innen (10.06., 10:00-17:00 Uhr in Wuppertal)

Weiterbildung Rassismuskritische Mädchen*arbeit LAG Mädchen*Politik BaWü, 7/2022 - 1/2023

Fortbildung Machtkritische Pädagogik in der Praxis mit Rom*nja. Stärkung diversitätsreflektierter Zugänge über den Anti-Bias-Ansatz (31.08. - 19.09. Online)

Web-Seminar Open your space! Räume schaffen für geschlechtliche Vielfalt (26.10. Online)

6. Fachtagungen

Fachtag FGM/C weibliche Genitalverstümmelung/Beschneidung (13.05., 09:30-16:30 Uhr im Rathaus Stuttgart)

Fachtag „Männer in Kitas? – Aber sicher!“ Qualifizierung des Kinderschutzes durch Mitarbeitendenschutz (19.05. in Hannover)

International Women Conference von Women in Exile "Breaking Borders to Build Bridges" (04.-07.08.2022 in Berlin)

7. Weitere Veranstaltungen

Vernetzungstreffen Mädchen* nach Flucht der LAG M*A NRW (06.05., 10:00-13:00 Uhr Online)

Pilgerweg zum Thema „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ (11.-14.05. Meschede bis Willingen)

Vernetzungsworkshop "Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Minderjährigen in Stuttgart/Baden-Württemberg" (19./20.09. in Stuttgart-Hohenheim)

8. Veröffentlichungen / Presse

Broschüre erschienen: Klassismuskritische Mädchen*arbeit

Buch erschienen: Zugang verwehrt. Keine Chance in der Klassengesellschaft: wie Klassismus soziale Ungleichheit fördert

Broschüre erschienen: „Begegnungen, Berührungen, Bewegungen“. Perspektiven und Interventionsmöglichkeiten für rassismuskritische Jugend(bildungs-)arbeit im Kontext Flucht und Migration

Zeitschrift erschienen: Betrifft Mädchen Heft 2/2022 „ZUKUNFT - PROTEST – UTOPIE“

Podcast - einbiszwei

Erklärvideo: Das eigene Geschlecht in der Arbeit mit Jungen*

Kartenset: "FRAG MAL!"

Neues Magazin: abi» extra "Typisch Frau, typisch Mann?"

1. Politik

Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche vor Aufhebung

Das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche in Paragraf 219a des Strafgesetzbuches (StGB) soll gestrichen werden. Urteile, die aufgrund dieser Norm erlassen worden sind, sollen aufgehoben werden. Zudem sollen Regelungen des Heilmittelwerbegesetzes so angepasst werden, dass sowohl medizinisch indizierte als auch medizinisch nicht indizierte Schwangerschaftsabbrüche erfasst werden. Das sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung (20/1635) vor, der am Freitag, 13. Mai, in erster Lesung beraten werden soll. Die Unionsfraktion hat zu dem Tagesordnungspunkt ebenfalls einen Antrag eingebracht (20/1017), der sich unter anderem gegen die Aufhebung des Paragrafen ausspricht. Quelle und weitere Infos: hib – heute im Bundestag Nr. 206

Linksfraktion fragt nach der Bekämpfung von Menschenhandel

Die Fraktion Die Linke erkundigt sich in einer Kleinen Anfrage (20/1461) nach den konkreten Plänen der Bundesregierung zur Bekämpfung des Menschenhandels in Deutschland. So will sie unter anderem wissen, warum das Konzept für die Monitoringstellen, deren Einrichtung die Ampel in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt habe, nicht öffentlich zugänglich sei. Weiter interessiert die Abgeordneten, wie die Regierung Betroffene im Kontext von Flucht und Asyl besser identifizieren und schützen will. Gefragt wird des Weiteren, ob sie plane, Opfern von Menschenhandel ein Aufenthaltsrecht - unabhängig von ihrer Aussagebereitschaft - einzuräumen und ob sie sich dafür einsetze, dass Betroffene nicht nach der Dublin-Verordnung überstellt werden, wenn die Gefahr einer erneuten Ausbeutung drohe. Quelle: hib – heute im Bundestag Nr. 190

Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch im Sport

Die Bundesregierung plant ein schrittweises Vorgehen beim Aufbau eines unabhängigen Zentrums für Safe Sport. Um den Betroffenen sexualisierter und interpersonaler Gewalt möglichst rasch eine unabhängige Hilfsmöglichkeit in Form einer Erstberatung zum Beispiel in psychologischer oder juristischer Form anbieten zu können, soll zeitnah mit den Ländern und dem organisierten Sport eine zentrale unabhängige Ansprechstelle für Betroffene eingerichtet werden. Quelle: hib – heute im bundestag Nr. 183

Bundesstiftung Gleichstellung gewinnt an Kontur

Am 4. April 2022 hat sich der Stiftungsrat der Bundesstiftung Gleichstellung konstituiert und das Arbeitsprogramm 2022 mit dem Titel "Aufbruch ins Jahrzehnt der Gleichstellung - die Bundesstiftung Gleichstellung nimmt ihre Arbeit auf!" vorgestellt. Vorsitzende des Stiftungsrats ist die Bundesgleichstellungsministerin. Dem Stiftungsrat der 2021 gegründeten Stiftung gehören neun Mitglieder des Deutschen Bundestags an. Der Stiftungsrat berief in seiner konstituierenden Sitzung auch den Stiftungsbeirat. Er besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Länder, der Kommunen, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft. Der für drei Jahre berufene Beirat berät den Stiftungsrat und das Direktorium der Bundesstiftung Gleichstellung bei der inhaltlichen Arbeitsplanung und bei der Qualitätssicherung der Stiftungsarbeit. Im Jahr 2022 sollen die Schwerpunkte der Stiftungsarbeit auf den organisatorischen und inhaltlichen Aufbauprozessen liegen. Es gilt, die Bundesstiftung, ihre Themen und Angebote öffentlich bekannt und sichtbar zu machen. Beispielsweise soll jährlich ein sogenannter Gleichstellungstag stattfinden, der zusammen mit Verbänden, Wirtschaft, Wissenschaft, Bund, Ländern und Kommunen ausgerichtet wird. Quelle: Pressemitteilung BMFSFJ 04.04.2022. Weitere Infos hier.

Kerstin Claus ist zur Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten berufen worden

Die Bundesregierung hat eine neue Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) berufen. Die Journalistin Kerstin Claus hat ihr Amt am 1. April angetreten. Ihr Vorgänger Johannes-Wilhelm Rörig war nach mehr als zehn Jahren aus dem Amt ausgeschieden. Die Unabhängige Beauftragte ist das Amt der Bundesregierung für die Anliegen von Betroffenen und deren Angehörigen, für Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft sowie für alle Menschen in Politik und Gesellschaft, die sich gegen sexuelle Gewalt engagieren. Quelle und weitere Infos hier.

Neuausrichtung der Familienförderung: Einrichtung einer Interministeriellen Arbeitsgruppe Kindergrundsicherung (IMA) ist gestartet

Am Dienstag, den 29. März, fand im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) dazu die konstituierende Sitzung der IMA statt. Für die Kindergrundsicherung soll die finanzielle Unterstützung für Kinder neugestaltet werden. In der Kindergrundsicherung sollen das Kindergeld für alle Familien, Leistungen nach dem SGB II und SGB XII für Kinder, Teile des Bildungs- und Teilhabepakets sowie der Kinderzuschlag für Familien mit kleinen Einkommen in einer Leistung gebündelt werden. Die Kindergrundsicherung soll aus zwei Komponenten bestehen: einem einkommensunabhängigen Garantiebetrag, der für alle Kinder und Jugendliche gleich hoch ist, und einem gestaffelten Zusatzbetrag, der vom Einkommen der Eltern abhängt. Geplant ist, dass die IMA Kindergrundsicherung bis Ende 2023 in 5 thematischen Arbeitsgruppen ein Konzept für eine Kindergrundsicherung erarbeitet. Auf dem Weg dorthin sind Beteiligungen und Austausch mit Ländern, Verbänden, Vereinen und Stiftungen geplant. Quelle und weitere Infos hier.

Linksfraktion fordert Entschuldigung bei Transgendern

Der Bundestag solle sich bei transgeschlechtlichen Menschen und ihren Angehörigen entschuldigen. Das fordert die Linksfraktion in einem Antrag (20/1354). Ihnen sei „erhebliches Leid“ zugefügt worden und ihre Menschenrechte seien in „eklatanter Weise verletzt“ worden, schreiben die Abgeordneten. Das 1981 in Kraft getretene Transsexuellengesetz (TSG) habe Transgender zwar erstmalig im Recht anerkannt und ihnen ermöglicht, den Personenstand ihrem Geschlechtsempfinden anzupassen, heißt es im Antrag. Doch das TSG sei „in vielen Punkten verfassungswidrig“ gewesen, weshalb das Bundesverfassungsgericht einige Bestimmungen außer Kraft gesetzt habe. Dazu zählten unter anderem die Bedingung, dass die Person „dauerhaft fortpflanzungsunfähig ist“ (§8 Absatz 1, Nr. 3 TSG) und der Zwang, die Ehe aufzulösen (§8 Absatz 1, Nr. 2 TSG). Zur Quelle hier.

Umweltpolitik und Geschlechtergerechtigkeit gehören zusammen

Die 66. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission fand vom 14. bis 25. März 2022 in New York statt. Bei einem mit der Frauenrechtsorganisation WECF (Women Engage for a Common Future e.V.) gemeinsam ausgerichteten Side Event betonte die Parlamentarische Staatssekretärin im BMUV die Bedeutung einer geschlechtergerechten Perspektive auf Umweltpolitik. Quelle und weitere Infos hier.

2. Positionen

Stellungnahme der Erziehungshilfefachverbände über Zuwanderung aus der Ukraine

Die Erziehungshilfefachverbände AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V., Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e.V., Evangelischer Erziehungsverband e.V. und die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen haben am 15.03.2022 eine ausführliche Stellungnahme zur Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe herausgegeben. Die Stellungnahme finden Sie hier.

Stellungnahme des Deutschen Juristinnenbundes zum Equal Care Day

Der djb fordert die Bundesregierung auf, den Gender Care Gap ernst zu nehmen und mit gezielten, gesetzlichen Maßnahmen anzugehen. „Die Bundesregierung sollte die Umsetzungspflicht für die EU-Vereinbarkeitsrichtlinie bis zum 2. August 2022 dazu nutzen, rechtliche Regelungen für eine geschlechtergerechte Verteilung der Sorgearbeit zu stärken. Dazu gehören die Einführung eines zweiwöchigen ‚Vaterschaftsurlaubs‘ bzw. Urlaubs des zweiten Elternteils nach der Geburt, die Stärkung des Kündigungsschutzes nach der Eltern- oder Pflegezeit sowie die im Koalitionsvertrag angekündigte Ausweitung der Partnermonate beim Elterngeld“, so die Vorsitzende der Kommission Recht der sozialen Sicherung, Familienlastenausgleich im djb, Professorin Dr. Cara Röhner. Zur vollständigen Pressemitteilung hier.

Kommentar der LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern e.V. zum Krieg in der Ukraine

In ihrem Statement verurteilt die LAG den Krieg gegen die Ukraine als „Wahnsinn hegemonialer toxischer Männlichkeit“. Sie prangert die Zwangsrekrutierung von Männern an, fragt nach Geschlechterrollen und zeigt eine Darstellung von autoritärer, militärischer und diktatorischer Männlichkeit als zentral. Den vollständigen Kommentar finden Sie hier.

Katholische Jugendverbände begrüßen die Abschaffung von § 219a

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat sich für die Abschaffung des §219a, der die öffentliche Information von Ärzt*innen oder Kliniken über Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt, ausgesprochen. Im Januar hatte Bundesjustizminister Marco Buschmann einen entsprechenden Entwurf vorgelegt.

„Der §219a spiegelt ein Frauenbild wider, das wir entschieden ablehnen“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzende Daniela Hottenbacher. „Frauen sind sehr wohl in der Lage, mit Hilfe von Informationen eine reflektierte Entscheidung zu fällen. Manipulation gedeiht dort, wo Informationen fehlen, nicht umgekehrt.“ Mehr Infos hier. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und mehrere katholische Verbände lehnten die Gesetzesvorlage zur Streichung des Paragrafen im März ab. Quelle: katholisch.de

3. Informationen

Queere schwangere Menschen werden im deutschen Gesundheitssystem diskriminiert

Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Befragung von knapp 1500 Personen zu ihren Erfahrungen mit Schwangerschaft, Geburt und Kinderwunschbehandlung im Auftrag des Gunda-Werner-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Queere Schwangerschaften und der Sigmund Freud Privat-Universität Berlin. Weitere Infos hier.

DIW-Studie Gender Pay Gap – Der Einfluss von Sorgearbeit auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern

Egalitärere Verteilung der Sorgearbeit in Paarhaushalten erhöht den Erwerbsumfang von Frauen stärker, als sie den von Männern verringert – Hausarbeit schränkt Erwerbsbeteiligung stärker ein als Betreuungsaufgaben – Ausbau der Ganztagsbetreuung, Reform des Elterngeldes und Subventionierung von haushaltsnahen Dienstleistungen wird empfohlen. Quelle und weitere Infos hier.

Studie der Universität Duisburg-Essen über institutionellen Rassismus in Behörden

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass rassistische Wissensbestände in deutschen Behörden keine Ausnahme darstellen. Die Forschung zeigt: rassistische Wissensbestände sind strukturell eingebettet und werden institutionell (re-)produziert. Handlungsunsicherheiten in Behörden begünstigen die (Re-)Produktion von ‚altem‘ und ‚neuem‘ rassistischen ‚Wissen‘. Für Betroffene führen Othering-Prozesse durch Behörden zu differenziellen Ein- und Ausschlüssen von sozialstaatlichen Leistungen sowie zu Stigmatisierungen. Um institutionellem Rassismus entgegenzuwirken, bedarf es einer Vielzahl an Maßnahmen, etwa einer kritischen Reflexion behördlicher Routinen, systematischen Monitorings behördlicher Entscheidungen sowie rassismuskritischer Schulungen. Quelle und weitere Infos hier.

4. Ausschreibungen

Call for Papers: 3. Sammelband des Inter_Trans_Wissenschaftsnetzwerks

Im Anschluss an die vierte Tagung des Inter_Trans_Wissenschaftsnetzwerks (kurz: ITW) 2021 möchten wir einen Sammelband herausgeben, durch den das Feld der Trans* und Inter* Studien im deutschsprachigen Raum weiter etabliert werden soll. Diese Einladung richtet sich an alle, die wissenschaftlich und_oder praktisch, beratend, künstlerisch und aktivistisch zu inter* und trans* Themen arbeiten. Wichtig sind uns dabei Herangehensweisen und Haltungen, die solidarisch sind und inter*, trans* und nicht-binäre Menschen nicht vereinnahmen oder pathologisieren. Frist zur Einreichung der Abstracts: 01. Juni 2022, Umfang der Abstracts: maximal 3.500 Zeichen. Einreichung und weitere Informationen unter: itw_sammelband_3@riseup.net, Geplantes Erscheinungsdatum des Sammelbandes: Herbst 2023.

Deutschlandweite Schulumfrage zum Thema Zwangsverheiratung

TERRE DES FEMMES möchte Sie herzlich um Ihre Mithilfe bei einer anonymen Umfrage zum Thema Zwangsverheiratung und Frühehen bitten. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich dafür ca. fünf Minuten Zeit nehmen und acht Fragen beantworten würden. Hier gelangen Sie zur Umfrage: https://survey.lamapoll.de/Anonyme_Umfrage_TDF

Die Umfrage läuft voraussichtlich bis zum 23.05.2022.

Bundesfamilienministerium startet Unternehmenswettbewerb „Innovationspreis Vereinbarkeit“

Das Bundesfamilienministerium ruft familienfreundliche Unternehmen in ganz Deutschland auf, sich ab sofort beim „Innovationspreis Vereinbarkeit“ zu bewerben. Mit dem Preis werden Unternehmen ausgezeichnet, die in der Corona-Krise innovative Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf entwickelt haben. Es werden Preisträger in den drei Kategorien große, mittlere und kleine Unternehmen gekürt. Unternehmen können sich ab sofort bis zum 24. Juni auf der Website www.erfolgsfaktor-familie.de/innovationspreis unkompliziert bewerben. Auch Beschäftigte können ihre Arbeitgeber*innen für den Preis vorschlagen. Die Preise werden am 30. September 2022 beim Unternehmenstag „Erfolgsfaktor Familie“ verliehen.

5. Fortbildungen

Blended-Learning-Qualifizierung: Grenzenlose Jungs*. Transkulturelle Jungenarbeit als Perspektive, Haltung und Handwerkszeug (Start 09.05.)

Anfang Mai startet die siebenteilige Qualifizierung "Grenzenlose Jungs*. Transkulturelle Jungenarbeit als Perspektive, Haltung und Handwerkszeug" im Projekt "Irgendwie Hier! Flucht – Migration – Männlichkeiten". Wechsel von Online-Seminaren, Selbstlernphasen und Präsenz-Fortbildungen. Weitere Infos hier.

Infomeeting zur Weiterbildung "Mädchen*(sozial)arbeit - geschlechterreflexive Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* in prekären Lebenslagen" (2022-2024) (10.05., 16:30 – 19:00 Uhr Online)

Das Institut für Fort- und Weiterbildung (ifw) der EH Ludwigsburg bietet ein Zertifikatsstudium "Mädchen*(sozial)arbeit - geschlechterreflexive Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* in prekären Lebenslagen" 2022-2024 in Kooperation mit dem Fachbeirat Mädchen*sozialarbeit der BAG EJSA, der LAG Mädchen*politik Baden-Württemberg und der Ev. Gesellschaft Stuttgart an. Bitte melden Sie sich zum Infomeeting unter ifw@eh-ludwigsburg.de an. Weitere Infos hier.

Webseminar Geschlechtersensible Arbeit mit lsbttiq-Kindern und Jugendlichen als Auftrag für die Kinder- und Jugendhilfe. Veranstaltet durch den Treff Sozialarbeit (eva Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V.) (12.05.22, 09:00-11:00 Uhr Online)

Das im Juni 2021 verabschiedete Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (KJSG) sieht explizit bei der Ausgestaltung der Leistungen und der Erfüllung der Aufgaben vor, „…die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen, Jungen sowie transidenten, nichtbinären und intergeschlechtlichen jungen Menschen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern“. Was bedeutet diese Anforderung für die vorhandenen Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, und wie kann es gelingen, die Lebenslagen und Bedarfe aller Kinder, Jugendlichen und junger Erwachsener dabei zu berücksichtigen? Welches Wissen benötigen die pädagogischen Fachkräfte? Was gilt es zu beachten beim Thema Queer und Migration? Und welche Angebote in dem Bereich gibt es bereits? Weitere Infos hier. Die Veranstaltung findet als Webseminar über Zoom statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Web-Seminar auf Zoom: https://us06web.zoom.us/j/82211878629
Meeting-ID: 822 1187 8629 Kenncode: 988642

Fortbildung Reflexionsraum für weiße Pädagog*innen (10.06., 10:00-17:00 Uhr in Wuppertal)

Organisiert von der LAG M*A NRW soll ein Raum für Austausch und vertiefende Reflexion zu rassismuskritischen Handlungsmöglichkeiten und Strategien in der Mädchen*arbeit aus einer weißen Perspektive geschaffen werden (Schwerpunkt: Praxisreflexion). Zielgruppe sind weiße Pädagog*innen aus der Mädchen*arbeit und der geschlechterreflektierten Kinder- und Jugendarbeit. Die Kosten für die Teilnahme betragen 30,- €. Der Betrag wird am Veranstaltungstag in bar und gegen Quittung entgegengenommen. Für Mitglieder der LAG M*A NRW ist die Teilnahme kostenfrei. Anmeldung bis zum 03.06.2022 hier.

Weiterbildung Rassismuskritische Mädchen*arbeit LAG Mädchen*Politik BaWü, 7/2022 - 1/2023

Die LAG Mädchen*politik bietet eine Weiterbildung an, mit Fokus auf einer rassismus- und machtkritischen Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* mit Rassismus- und/oder Fluchterfahrungen. Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die im Bereich Mädchen* und junge Frauen* arbeiten, mit den Grundlagen der Mädchen*arbeit bereits vertraut und bereit sind, sich mit den Themen Rassismus und Intersektionalität aus der eigenen gesellschaftlichen Positionierung heraus auseinanderzusetzen. Weitere Infos hier.

Fortbildung Machtkritische Pädagogik in der Praxis mit Rom*nja. Stärkung diversitätsreflektierter Zugänge über den Anti-Bias-Ansatz (31.08. - 19.09. Online)

Das Ziel der Online-Fortbildung ist die Stärkung einer vorurteilsreflektierten Professionalisierung in der pädagogischen Praxis. Pädagogische Fachkräfte aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe bekommen die Möglichkeit, in einem digitalen (Schutz)Raum über eigene Bilder, Vorstellungen und Praxis sowie über verschiedene methodische Zugangsweisen zu reflektieren. Dabei werden Texte, Explorationsaufgaben, Inputs, Videos und Austausch die Grundlage des Kurses bilden. Anmeldung bis zum 10.06.2022, Kosten 100€, begrenzte Teilnahme. Weitere Infos hier.

Web-Seminar Open your space! Räume schaffen für geschlechtliche Vielfalt (26.10. Online)

In diesem Web-Seminar befassen wir uns mit den Möglichkeiten, Räume für geschlechtliche Vielfalt zu öffnen. Wir laden zu einer Reflexion der eigenen Haltung in der pädagogischen Arbeit ein und geben Anregungen, wie Fachkräfte mit trans*- oder inter* feindlichen Äußerungen seitens der Kinder und Jugendlichen umgehen können und auch, welche Reaktionen möglich sind, wenn Eltern verwundert sind über die Anwesenheit eines trans* Kindes oder einer inter* Jugendlichen. Weitere Infos hier.

6. Fachtagungen

Fachtag FGM/C weibliche Genitalverstümmelung/Beschneidung (13.05., 09:30-16:30 Uhr im Rathaus Stuttgart)

Der Fachtag findet im großen Sitzungssaal, Marktplatz 1, 70173 Stuttgart statt. Ziel der Fachtagung ist es, die verschiedenen Berufsgruppen zu informieren, kultursensibel aufzuklären und kommunale Bedarfe und Handlungsempfehlungen für Stuttgart zu erarbeiten. Anmeldeschluss ist der 05.05.2022. Weitere Infos hier.

Fachtag „Männer in Kitas? – Aber sicher!“ Qualifizierung des Kinderschutzes durch Mitarbeitendenschutz (19.05. in Hannover)

Auf dem Fachtag werden unter anderem die verschiedenen Angebote des Projekts Männer in Kitas Hannover konkret vorgestellt. Dieser Fachtag ist eine Kooperation von mannigfaltig e.V., Kinderladeninitiative Hannover e.V. und der LH Hannover. Weitere Infos hier.

International Women Conference von Women in Exile "Breaking Borders to Build Bridges" (04.-07.08.2022 in Berlin)

Women in Exile and Friends feiern vom 04.-07.08.2022 ihr 20-jähriges Jubiläum in Berlin. Ziele der Konferenz sind die Schaffung von Räumen für Austausch und Vernetzung von marginalisierten Menschen. Als organisierte Flüchtlingsfrauen stärken wir uns im Kampf gegen Sexismus und Rassismus gegenseitig. Wir bekräftigen unsere Forderung nach der Abschaffung aller Lager. Wir setzen die Diskussionen über die politischen Beweggründe, die Menschen ins Exil treiben, fort. Wir werden deutlich machen, dass wir nicht allein oder isoliert sind, sondern dass wir Kämpfe und Erfolge teilen, dass wir Teil einer globalen menschlichen Gemeinschaft sind. Unser Wissen und unsere Erfahrungen haben wir in unserem Buch „Women in Exile – Breaking Borders to Build Bridges“ festgehalten, das anlässlich der International Women Conference veröffentlicht wird. Weitere Infos hier.

7. Weitere Veranstaltungen

Vernetzungstreffen Mädchen* nach Flucht der LAG M*A NRW (06.05., 10:00-13:00 Uhr Online)

Wir möchten euch herzlich zum nächsten Online-Vernetzungstreffen „Mädchen* nach Flucht“ einladen. Das Treffen dient der Vernetzung und dem Austausch sowie der Reflexion der eigenen Tätigkeit in den jeweiligen Einrichtungen und Arbeitsfeldern. Darüber hinaus wird es Berichte über Aktuelles aus dem Projekt IM*A – Intersektionale Mädchen*arbeit im Kontext Flucht und Migration und der LAG autonome Mädchenhäuser/ Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW geben. Weitere Infos hier.

Pilgerweg zum Thema „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ (11.-14.05. Meschede bis Willingen)

Im Rahmen des EKD-weiten Projektes „Go for Gender Justice“ geht es auf dem westfälischen Pilgerweg um die Auseinandersetzung mit dem Thema „geschlechtliche Vielfalt“. Auf dem Weg begegnen die Pilger*innen Fachmenschen, die gesellschaftspolitische und theologische Impulse setzen, zum intensiven Austausch und zum Nachdenken in Stille einladen. Weitere Infos hier.

Vernetzungsworkshop "Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Minderjährigen in Stuttgart/Baden-Württemberg" (19./20.09. in Stuttgart-Hohenheim)

Die Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. (eva), das Fraueninformationszentrum Stuttgart (FIZ) und die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung - ECPAT Deutschland e.V. laden zu dem multiprofessionellen Sensibilisierungs- und Vernetzungsworkshop ein. Weitere Infos hier.

8. Veröffentlichungen / Presse

Broschüre erschienen: Klassismuskritische Mädchen*arbeit

Die sozio-ökonomischen Verhältnisse, in denen Mädchen* und junge
Frauen* aufwachsen, haben Einfluss auf den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen wie Bildung, Wohnraum, Gesundheitsversorgung und Teilhabe und schaffen ungleiche Rahmenbedingungen für die individuelle Entwicklung. Das zeigen auch die Erfahrungen der Fachkräfte in der täglichen pädagogischen Praxis. Diese Broschüre bietet eine Einführung in die Debatte und Beiträge zur Reflexion für die eigene pädagogische Praxis. Weitere Infos hier.

Buch erschienen: Zugang verwehrt. Keine Chance in der Klassengesellschaft: wie Klassismus soziale Ungleichheit fördert

Francis Seeck zeigt in „Zugang verwehrt" wie die Klassengesellschaft unsere Gesellschaft prägt. Diskriminierung aufgrund von Klassenherkunft und -zugehörigkeit ist bislang in der Forschung unterrepräsentiert und insbesondere für die Mädchen*arbeit eine relevante Grundlage. Weitere Infos hier.

Broschüre erschienen: „Begegnungen, Berührungen, Bewegungen“. Perspektiven und Interventionsmöglichkeiten für rassismuskritische Jugend(bildungs-)arbeit im Kontext Flucht und Migration

Eine neue Broschüre des projekt.kollektiv (IDA-NRW) zu rassismuskritischer Jugend(bildungs-)arbeit im Kontext Flucht und Migration ist erschienen. Die Machart und Gestaltung der Broschüre soll die Leser*innen dazu einladen, sie assoziativ, intuitiv und dem persönlichen bzw. fachlichen Interesse oder Bedarf folgend zu nutzen. Weitere Infos hier.

Zeitschrift erschienen: Betrifft Mädchen Heft 2/2022 „ZUKUNFT - PROTEST – UTOPIE“

"Zukunft - Protest - Utopie" beschreibt den Schwerpunkt dieser BEM und trifft zugleich den Kern eines gesellschaftlichen Generationenthemas. In den Beiträgen des Heftes geht es um verschiedene Möglichkeiten politischer Partizipation von Mädchen* und jungen Frauen* mit dem Fokus auf Zukunftsgestaltung sowie Weiterbildungsmaßnahmen professioneller Angebote der Mädchen*arbeit. Weitere Infos hier.

Podcast - einbiszwei

einbiszwei heißt der neue Podcast des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) und der Titel weist darauf hin, worum es geht: Statistisch gesehen gibt es in Deutschland in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder, die sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind. Wieso ist das so? Und was muss getan werden, damit sich etwas ändert? Darum geht es bei einbiszwei. Aber auch um die Frage, wo sexuelle Übergriffe anfangen: Was ist Catcalling und wieso sollte es strafbar sein? Wieso gibt es sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche so häufig in Familien? Wie verstörend ist die Fahndung nach Missbrauchsdarstellungen, sogenannter Kinderpornografie? Und was kann alles passieren, wenn man freizügige Fotos ins Netz stellt? Weitere Infos hier.

Erklärvideo: Das eigene Geschlecht in der Arbeit mit Jungen*

Die LAG / Fachstelle Jungenarbeit NRW produzierte im Rahmen des Projektes 'digit! Jungenarbeit DIGITAL' ein neues Erklärvideo zum Thema 'Das eigene Geschlecht in der pädagogischen Arbeit mit Jungen*‘. Weitere Infos hier.

Kartenset: "FRAG MAL!"

Mit je 36 ausgewählten Fragen schneiden die FRAG MAL!-Sets zentrale Aspekte einer Thematik an und eignen sich als Auftakt eines Workshops oder für die vertiefende Arbeit zum Thema. Jugendliche ab 14 Jahren nähern sich so spielerisch Fragestellungen, Inhalten, Konfliktlinien und Diskussionen zu verschiedenen Themenfeldern wie Politik, Gesellschaft, Geschlecht und treten in einen offenen Meinungsaustausch. Weitere Infos hier.

Neues Magazin: abi» extra "Typisch Frau, typisch Mann?"

Ob typisch oder nicht – bei der Berufswahl sollte die eigene Entscheidung immer im Mittelpunkt stehen. Das neue abi» Heft "Typisch Frau, typisch Mann?" unterstützt junge Menschen dabei. Es bietet Schülerinnen und Schülern Informationen und Tipps, wie die klischeefreie Berufswahl gelingt und liefert dazu zahlreiche Beispiele von Menschen, die erfolgreich vermeintlich "untypische" Wege eingeschlagen haben. Weitere Infos hier.

Impressum

Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V. (BAG EJSA)
Wagenburgstraße 26-28
70184 Stuttgart

Tel.: 0711/16489-0
Email: mail@bagejsa.de

Verantwortlich für die BAG EJSA Gender_News:
Dr. Katharina Jacke
Tel.: 030 28395314

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DE314816160

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