„Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt“

Neue Technologien verändern unseren Alltag. Die digitale Transformation ergreift nicht nur die Arbeits- und Berufswelt, sondern auch das private und öffentliche Leben. Ständig sind wir erreichbar. Der Arbeitsplatz als Ort der sozialen Begegnung wird durch das Homeoffice ersetzt. Der Druck nimmt zu, Arbeitsprozesse werden durch Maschinen gesteuert. Während ein Roboter unsere Wohnung säubert, wird jeder unserer Schritte gezählt, es werden der Kalorienverbrauch und die Herzfrequenz erhoben. Das Internet kennt unsere Filmvorlieben, unseren Kleidungsstil und unsere Urlaubsziele. Unternehmen, Gewerkschaften und Betriebsräte gestalten den Wandel innerhalb des Betriebes. Wer aber gestaltet den Wandel in der Gesellschaft? Die digitale Transformation muss sozialpolitisch und zivilgesellschaftlich angepasst und demokratisiert werden. Das betrifft Kommunen, Bildungsträger, Schulen, Berufsschulen, Kirchen, Diakonische Einrichtungen, Freelancer und alle Bürgerinnen und Bürger. Dieser Wandel kann nachhaltig nur durch soziale und ökologische Innovationen, demokratische Rechte und gesellschaftspolitische Maßnahmen gestaltet werden.

„Die Digitalisierung muss in die Demokratie eingebettet werden und nicht umgekehrt“

Dies erklären die Vertreter*innen des Netzwerks „Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt". Das Netzwerk wurde im Juli 2017 von zivilgesellschaftlichen Gruppen, kirchlichen Verbänden, politischen Stiftungen und Gewerkschaften gegründet. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) ist Gründungsmitglied und hat bei der gemeinsamen Netzwerkarbeit insbesondere die Konsequenzen und Anforderungen für benachteiligte und von Ausgrenzung bedrohte junge Menschen im Blick sowie die Herausforderungen für die Einrichtungen, die diese jungen Menschen beraten, begleiten und für sie Bildungs- und Ausbildungsangebote vorhalten.

Thesen für ein gemeinsames Handeln

  1. Die digitale Transformation ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.
  2. Soziale Innovationen sichern die Nachhaltigkeit des Wandels.
  3. Technik muss dem Menschen dienen.
  4. Privatheit muss geschützt werden, sie ist ein wesentlicher Baustein der Demokratie.
  5. Zugänge der Bürgerinnen und Bürger zu Bildung, Beruf und sozialer Infrastruktur sind zu bewahren.
  6. Veränderte Berufsbiographien benötigen neue Regelungen der sozialen Absicherung.
  7. Neue Lernkulturen sollten zu selbstbestimmtem Leben ermutigen.
  8. Eine klimagerechte Anwendungsstrategie der Digitalisierung wird dringend benötigt.
  9. Benötigt werden Netzwerke zivilgesellschaftlicher Akteure – nicht nur in Baden-Württemberg.

Gründungsmitglieder (Stand Februar 2019)

  • Welf Schröter
    Forum Soziale Technikgestaltung (FST) beim DGB, Baden-Württemberg
  • Günter Buck
    Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V. (BAG EJSA)
  • Karin Uhlmann
    Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
  • Anja Dargatz
    Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg - Friedrich Ebert Stiftung (FES)
  • Inge Görlich
    Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) – Baden-Württemberg
  • Annette Görlich
    Heinrich Böll Stiftung - Baden-Württemberg e.V.
  • Mia Koch
    Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bezirk Baden-Württemberg
  • Gewerkschaft ver.di Baden-Württemberg (ver.di)

Weitere verbindlich Mitwirkende (Stand Februar 2019)

  • Dr. Wilfried Kruse, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative/Kommunale Koordinierung, Weinheim

  • Prof. Dr. Wolfgang Mack, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg / Lehrstuhl Sonderpädagogik, Ludwigsburg

  • Prof. Dr. Volker Brinkmann, Research Director, Global Research Project: `Economic forms of Social Economy and Social Services (efsess)’, Kiel

  • Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V., Düsseldorf

  • Pädagogisch-Theologisches Zentrum (ptz), Evangelisches Bildungszentrum im Haus Birkach, Stuttgart

Veranstaltungsdokumentationen

>> Download Tagungsdokumentationen 

  • Arbeit 4.0 und Gesellschaft 4.0?! Auf dem Weg zu einem Netzwerk "Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt"
    Beiträge und Präsentationen zur Tagung vom 9.2.2017 in Stuttgart.
  • Netzwerkgründung "Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt" Die Netzwerkthesen, Netzwerkmitglieder und weitere Dokumente der Veranstaltung am 14.07.2017 in Stuttgart.
  • Kongress Digitalisierung - Das Morgen hat begonnen. Sozialer Zusammenhalt in einer digitalen Lebenswelt Evangelische Akademie Bad Boll, 28.-29.11.17. Veranstaltung von Forum Soziale Technikgestaltung (FST), BAG EJSA, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und Netzwerkpartner. Die zunehmende Digitalisierung verändert unser Leben. Ständig sind wir erreichbar, der Arbeitsplatz als Ort der sozialen Begegnung wird durch Homeoffice ersetzt, der Druck nimmt zu, Arbeitsprozesse werden durch Maschinen gesteuert. Während ein Roboter unsere Wohnung säubert, wird jeder unserer Schritte gezählt, Kalorienverbrauch, Herzfrequenz erhoben. Das Internet kennt unsere Filmvorlieben, unseren Kleidungsstil und unsere Urlaubsziele. Diese digitale Transformation gilt es sozialpolitisch und zivilgesellschaftlich mitzugestalten, in Aus- und Weiterbildung, in Stadtplanung und sozialer Absicherung.
  • Kongress Digitalisierung – Digitalisierung für alle. Sozialer Zusammenhalt in einer digitalen Lebenswelt Evangelische Akademie Bad Boll, 5. bis 6. Juni 2018. Veranstaltung von Forum Soziale Technikgestaltung (FST), BAG EJSA, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und Netzwerkpartner. Die Digitalisierung verändert die Arbeits- und Lebenswelten der Menschen. Sie ermöglicht andere Zugänge zu Wissen und Bildung, sozialen Dienstleistungen und Infrastrukturen. Diese Veränderungen gilt es ethisch mitzugestalten. „Digitalisierung für Alle“ Zu seinem 2. Kongress lädt das Netzwerk „Sozialer Zusammenhalt in einer digitalen Lebenswelt“ ein: Wir benötigen einen öffentlichen Diskurs über die Stellung des Menschen in technikgestützten Lebenswelten. Der Mensch darf nicht bloßer Assistent der Technik werden. Es bedarf eines beteiligungsorientierten Prozesses aller, um Gefahren der Ausgrenzung, der Geschlechterungerechtigkeit und der möglichen digitalen Spaltung zu vermeiden. Innovationen, Entwicklung und Einführung neuer Techniken sind Elemente des Prozesses. Die Anwendungen neuer digitaler und virtueller Werkzeuge beeinflussen auch das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit. Um die Vorteile der Digitalisierung für die Gesellschaft absichern zu können, brauchen wir Alle eine Stärkung unseres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung, einen intensiveren Schutz der Privatheit, einen umfassenden Daten- und Identitätsschutz, denn dieser Schutz der Privatheit ist ein wesentlicher Baustein des Fundaments unserer Demokratie.

In Planung

    Fachtag: Wie verändern digitale Arbeitswelten das Leben in der Stadt? am 29. Juni 2019, 9:30 – 17:30 Uhr, DGB-Haus, Willi-Bleicher-Str. 20, 70174 Stuttgart Die digitale Transformation der Wirtschafts- und Arbeitswelten zieht einen ganzheitlichen Wandel der Lebenswelten nach sich. Dieser Wandel stellt nicht nur ein Technik- oder Wettbewerbsthema dar. Die digitale Transformation bildet eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und benötigt eine selbstbewusste, gestaltende Antwort seitens Politik und Zivilgesellschaft. Sie betrifft alle Bürgerinnen und Bürger. Alle sind daher eingeladen, sich an der Gestaltung dieses Wandels zu beteiligen. Ein besonderer Aspekt des Wandels ist in der Neugestaltung der Beziehungen zwischen digitalisierten Arbeitswelten und der Zukunft der kommunalen Stadtentwicklungsplanung zu erkennen. Wie wirkt der Wandel der Arbeit und der Wandel der Betriebe auf den Zusammenhalt in der Gesellschaft? Wie wirkt sich der Wandel im Zusammenleben in der Stadt aus? Welche Herausforderungen und Chancen sind zu erkennen? Was sollten wir vorausschauend auf den Weg bringen, damit negative Folgen gemindert oder vermieden werden? Mit dem Fachtag "Wie verändern digitale Arbeitswelten das Leben in der Stadt?" lädt das Netzwerk "Sozialer Zusammenhalt in digitaler Lebenswelt" zu einem öffentlichen Ratschlag ein. Wir wollen neue Antworten geben. Jede und jeder Interessierte/r ist freundlichst willkommen!

Aktuelles

24.06.2019

Miteinenander und füreinander Brücken bauen

Viel los am Stand der BAG EJSA auf dem Kirchentag

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Losung des Tages
Losungstext:

Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?

Hiob 2,10
Lehrtext:

/Jesus betete:/ Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!

Lukas 22,42

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