BAG EJSA Newsletter

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Bundearbeitsgemeinschaft Jugend und Sozialarbeit
2019/4 BAG EJSA-Infobrief

Liebe Kolleg*innen,

mit dieser Ausgabe des Info-Briefs verabschiede ich mich von Ihnen. Ich beende meine Tätigkeit bei der BAG EJSA nach 18 Jahren und freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt in der Rente. Der Info-Brief wird Sie auch weiterhin regelmäßig über die Aktivitäten und Vorhaben der BAG EJSA informieren. Sie werden ihn ab dem kommenden Jahr von meiner Kollegin Claudia Seibold erhalten.

Die BAG EJSA wünscht Ihnen eine schöne Adventszeit und gutes Gelingen bei den Vorhaben und Aufgaben, die bis zum Ende des Jahres noch anstehen.

Gisela Würfel
Redaktion

Inhalt

Aus dem Verband

Jugend trifft Politik

Mitgliederversammlung der BAG EJSA wählt neues Vorstandsmitglied

ConSozial: ejsa Bayern fordert übergreifende Lösungen für neues SGB VIII

Vielfaltscheck für Diakonie und Kirchen

Im Kontakt mit der Politik

Gespräche mit Bundestagsabgeordneten zum Thema Ganztag

Frage nach Zahlen zum Schulabsentismus

Bundesweite Auszeichnung für GO!ES - Jugendbüros und WorKmobil

Jugendsozialarbeit und Bildung

Bundeskongress Schulsozialarbeit verabschiedete „Jenaer Erklärung“

Grundsatzpapier des Kooperationsverbundes Schulsozialarbeit

Berufliche Bildung und Jugendberufshilfe

Von der Schwierigkeit, sein Leben „auf die Reihe zu kriegen“

Internationaler Fachkräfteaustausch

Fachkräftebegegnung „Drop-out Armut und soziale Ausgrenzung“

Jugendmigrationsarbeit

Ein Jahr „Respekt Coaches“ – eine positive Zwischenbilanz

„Einwanderung ist eine Chance und Bereicherung“

Aus der Arbeit des Servicebüros Jugendmigrationsdienste

Dig.it - Digitale Zugangsstrukturen für Erstintegration

YOUNIWORTH im März 2020 in Nienburg

Aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Verschärfte Sanktionen für Unter-25-Jährige in der Grundsicherung endlich aufheben!

Parität veröffentlicht Rechtsgutachten zum Recht auf Bildung

Veranstaltungshinweise

Veranstaltungen der BAG EJSA

Veranstaltungen im Rahmen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Veranstaltungen von Mitgliedern der BAG EJSA

Veranstaltungen, auf die wir Sie sonst noch hinweisen wollen

Aus dem Verband

Jugend trifft Politik

Ejsa

Unmittelbar vor der Mitgliederversammlung der BAG EJSA fand am 12. November in Dortmund die Veranstaltung "Jugend trifft Politik - 70 Jahre Grundgesetz: Wir haben da noch Fragen!" statt. Jugendliche vom Jugendhaus Treffer in Köln und vom CJD Dortmund hatten sich in den Wochen vor der Veranstaltung mit dem Grundgesetz befasst. Sie hatten sich die einzelnen Artikel zu den Grundrechten angeschaut, sich darüber ausgetauscht, welche ihnen besonders wichtig sind und was diese für ihr eigenes Leben bedeuten. Sie haben aber auch Aktionen gemacht, um andere einzubeziehen - zum Beispiel eine Plakataktion am Jugendhaus Treffer, um die Öffentlichkeit auf das Grundgesetz aufmerksam zu machen. Im CJD Dortmund waren zu Beginn 270 Jugendliche beteiligt. Für die Veranstaltung entwickelten dann 15 Jugendliche ein Schauspiel zum Grundrecht auf Berufswahl und erklärten in sehr persönlichen Interviews, warum ihnen einzelne Grundrechte besonders wichtig sind. Dabei sind sehr interessante Videos entstanden, die bei der Veranstaltung zu sehen waren. Mit den Aktionen ist aber auch ein Prozess in den Einrichtungen angestoßen worden.

"Was braucht es von Politik und Gesellschaft, um die Grundrechte für Jugendliche erlebbar zu machen?"Diese Frage stand dann im Mittelpunkt der Veranstaltung. 25 Jugendliche gingen mit ungefähr ebenso vielen Vertreter*innen aus Poltik, Verwaltung und dem Verband der BAG EJSA ins Gespräch. Sehr eindrücklich war dabei  der Respekt und die Wertschätzung der sehr unterschiedlichen Jugendlichen untereinander und die persönliche Offenheit und Klarheit, mit der sie ihre Wünsche und Forderungen äußerten.

Die BAG EJSA hat damit ein für sie neues Format zur Beteiligung von Jugendlichen bei Veranstaltungen ausprobiert. "Die Jugendlichen sind daran gewachsen", sagte einer der Fachkräfte, die die Jugendlichen bei ihrer Arbeit und ihren Aktionen unterstützt und begleitet hatten. "Ihr habt uns zugehört. Können wir im nächsten Jahr wiederkommen?" Diese Rückmeldung von Jugendlichen bestärkt uns darin, dranzubleiben und bei der BAG EJSA auch in Zukunft mit solchen Beteiligungformaten zu arbeiten.

Mitgliederversammlung der BAG EJSA wählt neues Vorstandsmitglied

Ejsa

Die Mitgliederversammlung der BAG EJSA tagte am 11. und 12. November in Dortmund. Auf der Tagesordnung stand auch eine Nachwahl in den Vorstand. Diese war notwendig geworden, weil Harald Luft (Leiter des CJD Pfalz-Mitte, der für die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland die Aufgaben im Vorstand der BAG EJSA verantwortete) zur Mitgliederversammlung aus der Vorstandsarbeit ausschied. Die Mitglieder und die beiden verbleibenden Vorstandmitglieder dankten ihm für seine engagierte Arbeit. Neu gewählt wurde Petra Densborn, Regionalvorstand und Mitglied im Gesamtvorstand des CJD e.V.

Foto (v.l.n.r.): Petra Densborn (Christliches Jugenddorfwerk), Christiane Giersen (Arbeitsgemeinschaft der Diakonie in Rheinland-Pfalz), Ingo Grastorf (Diakonie Deutschland)

ConSozial: ejsa Bayern fordert übergreifende Lösungen für neues SGB VIII

Benachteiligte Jugendliche werden von einem inklusiven Jugendhilferecht nur dann profitieren, wenn eine gemeinsame Lösung durch Bund, Länder und Gemeinden gelingt und die Angebote nachhaltig strukturell gestärkt werden.

Während der ConSozial 2019 diskutierte Klaus Umbach von der Evangelischen Jugendsozialarbeit am Stand der Diakonie mit Dr. Christian Lüders, Deutsches Jugendinstitut (DJI) und Vorsitzender des Landesjugendhilfeausschusses Bayern, Hans Steimle, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft ejsa und Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werkes Bayern.

Es ging um den Prozess zur Schaffung eines neuen Kinder- und Jugendhilferechts und die Prämisse, eine inklusive Gesetzesgrundlage zu schaffen und vor allem Jugendliche und ihre Bedarfe stärker zu berücksichtigen. Lüders betonte dazu, dass die Herausforderung Inklusion nur durch die Zusammenführung von Jugendhilfe- und Teilhaberecht zu meistern ist. Hierzu hat die Jugendsozialarbeit jedoch noch erheblichen Diskussionsbedarf. Diakoniepräsident Bammessel war es vor allem wichtig, dass hier handwerklich gut gearbeitet werde, damit nicht später die Praxis das ausbaden müsse, was bei der Schaffung von Gesetzen zunächst versäumt wurde. Auch auf die Problematik fehlender Fachkräfte wurde hingewiesen, die häufig eine große Hürde darstellen bei der Ausweitung oder gar Neukonfiguration von Angeboten wie etwa bei der Ganztagsbetreuung. Mehr

Vielfaltscheck für Diakonie und Kirchen

Ejsa

Wir vielfältig sind wir? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Fachtags der Diakonie Deutschland am 6. November in Berlin. Hier wurden Ergebnisse aus dem Projekt "Vielfaltscheck Diakonie und Kirchen" vorgestellt. Christine Lohn war für die BAG EJSA im Projektbeirat. Fünf ausgewälte kirchlich-diakonische Einrichtungen hatten sich einer Analyse zur eigenen Vielfaltsorientierung unterzogen. Die Ergebnisse zeigen, dass es in den Einrichtungen bereits gute Ansätze vielfaltsorientierter Arbeit gibt. Allerdings wird eine diversitätsorientierte Organisationsentwicklung bisher nur punktuell umgesetzt und ist vom Engagement einzelner abhängig. Es fehlen übergeordnete Standards, auf die Mitarbeitende sich beziehen können. Der Check mache deutlich, dass Strukturen verändert und Voraussetzungen für mehr Vielfalt geschaffen werden müssen., so Vorstandsmitglied Maria Loheide. Kerstin Meyer, Projektleitung bei DeutschPlus empfahl, Migrantinnen- und Migrantinnenselbstorganisationen und Neue Deutsche Organisationen als Partner*innen einzubeziehen.

Wie es gehen kann, zeigt das Vielfaltskonzept der Diakonie Jugendhilfe Oberbayern, das von Dr. Andreas Dexheimer (Geschäftsleitung) bei der Veranstaltung vorgestellt wurde. Dort wird es in allen Teams auf allen Ebenen seit vielen Jahren umgesetzt.

Den Vielfaltscheck zum Download gibt es auf www.diakonie-kennenlernen.de/vielfaltscheck/.  

Im Kontakt mit der Politik

Gespräche mit Bundestagsabgeordneten zum Thema Ganztag

Ejsa

Am 26. September hatte die BAG EJSA die familien- und jugendpolitischen Sprecher*innen der Fraktionen des Bundestagsausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.im Abgeordnetenhaus in Berlin zu einem Parlamentarischen Frühstück eingeladen. Im Mittelpunkt stand die im Koalitionsvertrag vereinbarte Umsetzung des Anspruchs auf Ganztagsbetreuung. Nach einem Input von Christine Lohn (Geschäftsführerin der BAG EJSA) zum Thema „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie … − Implikationen eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder auf die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe für junge Menschen im Kontext von Schule“ wurden folgende Fragen diskutiert: Wie können durch den Ganztag Bildungs- und Chancengerechtigkeit verbessert werden? Wie können dabei Chancen für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf geschaffen werden? Ist ein eigenes Kapitel „Jugendhilfe in Schule“ im SGB VIII sinnvoll bzw. nötig? Wie können beidseitig verbindliche Kooperationsverpflichtungen zwischen Schule und Jugendhilfe geschlossen und umgesetzt werden? Wie kann das Fachkräftegebot bei dem aktuellen Fachkräftemangel realisiert werden?

Einig waren sich alle darin, dass im Ganztag nicht einfach verschiedene Angebote aneinandergereiht werden dürfen, sondern auch Menschen für die Sorgen und Nöte der jungen Menschen da sein müssen (z.B. Schulsozialarbeiter*innen im Ganztag). Die Frage nach der Verankerung der Kooperation von Jugendhilfe und Schule im SGB VIII wurde divers und ohne klares Ergebnis diskutiert. Es wurde deutlich, dass dieses Thema eine vertiefte Diskussion benötigt. Der BAG EJSA geht es dabei darum, dass es eine klare Aufgabe der Jugendhilfe ist, mit den Schulen gemeinsam den Lernort Schule zu gestalten – ganz im Sinne des §1 SGB VIII. Dazu muss Rechtssicherheit hergestellt werden. Im Nachgang zu der Veranstaltung fanden daher vertiefende Gespräche mit einzelnen Abgeordneten und in einem Fachgespräch der SPD-Bundestagsfraktion zum Rechtsanspruch auf Gantragsbetreuung statt. Weitere Gespräche werden im Januar und Februar 2020 folgen.

Frage nach Zahlen zum Schulabsentismus

Ejsa © Büro MdB Matthias Seestern-Pauly

In einem Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Matthias Seestern-Pauly am 16. Oktober stand das Thema „Schulabsentismus“ im Mittelpunkt. Die Bundesarbeitsgemeinschaften Katholische und Evangelische Jugendsozialarbeit waren anlässlich einer Pressemeldung zu einer gemeinsamen Fachtagung zum Thema Schulabsentismus und alternativen Wegen zum Schulabschluss eingeladen worden. Neben Fragen zur Kooperation von Jugendhilfe und Schule wurde auch angesprochen, dass zum Schulabsentismus kaum belastbaren Zahlen aus der Forschung zur Verfügung stehen. Herr Seestern-Pauly will nun über den wissenschaftlichen Dienst des Bundestags erkunden, welche Forschungsaufträge es in den letzten Jahren zu Erhebungen zum Schulabsentismus gab. MatthiasSeestern-Pauly ist jugendpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, ordentliches Mitglied und Obmann im Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ordentliches Mitglied im Bundestagsausschuss Bildung und Mitglied der Kinderkommission im Deutschen Bundestag.

Bundesweite Auszeichnung für GO!ES - Jugendbüros und WorKmobil

Ejsa © BAZ Esslingen

Beim bundesweiten Wettbewerb „Erfolge feiern“ der Bundesagentur für Arbeit errang das Förderkonzept GO!ES aus dem Landkreis Esslingen den ersten Platz in der Kategorie „Herausragende Leistungen“. Mit „GO!ES – Jugendbüros und WorKmobil“ fördern der Landkreis Esslingen, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und die Standortkommunen seit 1. Januar 2019 gemeinsam fünf Jugendbüros im Landkreis sowie mit WorKmobil ein zentrales Angebot in Esslingen. GO!ES unterstützt junge Menschen in schwierigen Lebenslagen zurück auf den Weg in Bildungsprozesse, insbesondere in Ausbildung und Arbeit. Der Ansatz, dass Jugendhilfe, Arbeitsförderung und Kommunen gemeinsam finanzieren, ist bundesweit einmalig.

Beteiligt ist auch das Berufsausbildungszentrum Esslingen (BAZ) der Diakonie Stetten. Die BAG EJSA hat die Vorgängerprojekte „Mobil“ und „MOBIL2017 PLUS“ des BAZ Esslingen und zum Teil auch den Aufbau der Zusammenarbeit vor Ort über mehrere Jahre fachlich begleitet.

Die Fördergemeinschaft wurde am 5. September 2019 beim Festakt „Erfolge feiern“ in der Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit in Lauf mit der Verleihung des Preises gewürdigt. In der Laudatio wurden die Entscheidungskriterien der Jury genannt: Ausschlaggebend war insbesondere die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Kooperation wird praktiziert und zwar zwischen den Bündnispartnern der Jugendberufsagentur im Landkreis Esslingen, mit den Standortkommunen, mit den freien Trägern der Jugendhilfe und ganz praktisch mit dem jeweiligen Hilfenetzwerk vor Ort. Hilfen für junge Menschen in herausfordernden Lebenslagen anzubieten wird als gemeinsame Aufgabe gesehen, welche in gemeinsamer Verantwortung und Finanzierung wahrgenommen wird. Der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit kommt für die Bewältigung der künftigen sozialen Aufgaben eine hohe Bedeutung zu. Im Landkreis Esslingen wird diese mit GO!ES bereits praktiziert.

Kontakt: Kreisjugendamt, Jugendreferat, Koordinierungsstelle GO!ES – Jugendbüros und WorKmobil, Benjamin Rapp, Telefon 0711 3902-43278, Rapp.Benjamin@LRA-ES.de

Jugendsozialarbeit und Bildung

Bundeskongress Schulsozialarbeit verabschiedete „Jenaer Erklärung“

Ejsa

Beim Bundeskongress Schulsozialarbeit wurde am 11. Oktober 2019 die „Jenaer Erklärung“ verabschiedet. Die systematische Weiterentwicklung, die finanzielle und die rechtliche Absicherung der Schulsozialarbeit sind die Kernforderungen der 550 Fachkräfte, die in Jena zum Bundeskongresses Schulsozialarbeit zusammenkamen. In der Jenaer Erklärung heißt es: „Schulsozialarbeit braucht Kontinuität und Verlässlichkeit, damit sie qualitätsvoll zu mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit beitragen kann.“ Deshalb müsse Schulsozialarbeit an allen Schulen für alle jungen Menschen etabliert werden. Die Jenaer Erklärung ist ein Ergebnis des Treffens der Fachkräfte aus Jugendhilfe und Schule, Verantwortlichen bei Trägern, aus der Verwaltung und Politik, Lehrenden und Forschenden der Sozialen Arbeit.

„Schulsozialarbeit hat sich als eine besonders intensive und wirksame Form der Kooperation von Jugendhilfe und Schule in der Praxis bewährt. Dabei gilt es, die Prinzipien und Herangehensweisen der Kinder- und Jugendhilfe umzusetzen und ihre Eigenständigkeit zu wahren“, betonte Christiane Giersen, Sprecherin des Vorstands der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit anlässlich der Veröffentlichung der Jenaer Erklärung.

Der zweitägige Bundeskongress fand erstmal in Thüringen statt. Unter dem Motto „Bildung − Chancen − Gerechtigkeit“ leistete er Beiträge zur Profilierung der Schulsozialarbeit. In über 100 Vorträgen, Foren und Workshops wurden Fragen der konzeptionellen Weiterentwicklung von Schulsozialarbeit sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus praktischer Perspektive diskutiert.

Jenaer Erklärung: hier

Medieninformation zum Bundeskongress Schulsozialarbeit: hier

Grundsatzpapier des Kooperationsverbundes Schulsozialarbeit

Ejsa

Im letzten Info-Brief hatten wir es bereits angekündigt. Nun ist es veröffentlicht - das neue Grundsatzpapier des Kooperationsverbundes Schulsozialarbeit „Schulsozialarbeit  angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen“. Darin werden die fachlichen Anforderungen an die Praxis der Schulsozialarbeit auf der Folie der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen reflektiert. Der Publikation ging ein Prozess mit Fachtagungen und Expert*innegesprächen voraus, deren Erkenntnisse nun hier kondensiert vorliegen. Einzelexemplare der Publikation können Sie bei der BAG EJSA beziehen (Claudia Seibold, E-Mail seibold@bagejsa.de). Bestellungen von 10 Exemplaren und mehr richten Sie bitte an die GEW (www.gew-shop.de, gew-shop@callagift.de, Einzelpreis 2,- Euro zzgl. Versandkosten)

Berufliche Bildung und Jugendberufshilfe

Von der Schwierigkeit, sein Leben „auf die Reihe zu kriegen“

Ejsa © Kuttelverserova Stuchelova/Shutterstock

Mit dem Anfang November erschienenen Themenheft „Psychische Beeinträchtigungen bei jungen Menschen in Angeboten der Jugendsozialarbeit“ greift die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit ein Thema auf, das in der Jugendsozialarbeit an Bedeutung gewinnt und zu dem die Fachkräfte in den Einrichtungen zunehmend gefordert sind.

In den einzelnen Beiträgen beleuchten die Autor*innen das Thema aus ihrer unterschiedlichen Fachlichkeit heraus. Berichte aus der Praxis der beruflichen Integrationsförderung und der Jugendhilfe stellen anschaulich dar, was vor Ort getan wird. Aus diesen konkreten Einblicken ergeben sich Hinweise und Empfehlung dazu, was für eine erfolgreiche Arbeit gebraucht wird.

Die Publikation ist zum Preis von 10,- Euro zzgl. Versandkosten bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit erhältlich (Sabine Raabe, Tel. 0711/16489-45, E-Mail raabe@bagejsa.de). Online kann sie unter hier bestellt werden.

Internationaler Fachkräfteaustausch

Fachkräftebegegnung „Drop-out Armut und soziale Ausgrenzung“

Soziale Ausgrenzung und Drop-out sind zentrale Herausforderungen für die soziale Arbeit. Welche jungen Menschen als „ausgegrenzt“ betrachtet werden, ist vom jeweiligen sozialen Kontext abhängig. Dementsprechend sind auch die Konzepte und Maßnahmen in der Türkei und in Deutschland unterschiedlich. Aufsuchende Arbeit, Streetwork, Angebote für Straßenkinder, Bildungsangebote und niederschwellige Wohnangebote sind Themen eines Fachkräfteaustauschs, der vom 10. bis 14. Dezember 2019 in Mersin (Türkei) stattfinden soll.

Die Teilnehmenden werden sich mit der Situation von jungen Menschen in der Türkei auseinandersetzen, die sozial ausgegrenzt sind, ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben und/oder wohnungslos sind. Potentiale und Herausforderungen der Ansätze in den beiden Ländern sollen – auch unter Berücksichtigung der staatlichen Vorgaben – vorgestellt und besprochen werden. Deshalb wird neben Hospitationen in Einrichtungen auch der Fachdiskussion und dem Erfahrungsaustausch zwischen den deutschen und türkischen Fachkräften eine Plattform geboten.

Weitere Informationen: hier

Ansprechpartner*innen sind Claudia Seibold (Tel. 0711/16489-40, E-Mail seibold@bagejsa.de) und Hans Steimle (Tel. 0711/16489-22, E-Mail steimle@bagejsa.de).

Jugendmigrationsarbeit

Ein Jahr „Respekt Coaches“ – eine positive Zwischenbilanz

Ejsa © Tom Urig

Am 15. November hat Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey (siehe Foto) das einjährige Bestehen des JMD-Programms „Respekt Coaches“ in Berlin gefeiert. Dazu wurden die „Respekt Coaches“-Mitarbeitenden aus Brandenburg und Berlin an die Fritz-Karsen-Schule in Neukölln eingeladen, um dort mit Schüler*innen, Lehrkräften sowie Vertreter*innen der Landes- und Lokalpolitik das Jubiläum gemeinsam zu begehen. Die Ministerin lobte die positiven Ergebnisse der bisher geleisteten Arbeit. Seit dem Start im März 2018 wird das Programm an 300 Kooperationsschulen bundesweit umgesetzt. Zusammen mit den Trägern der gesellschaftspolitischen Jugendbildung und der Extremismusprävention führen die Mitarbeitenden Gruppenangebote durch, damit demokratische Werte für junge Menschen erlebbar werden. Der respektvolle und vorurteilsfeie Umgang untereinander stärkt die Persönlichkeit sowie die Sozialkompetenz der Schüler*innen und hilft so, Diskriminierung im Schulalltag entgegenzuwirken. Bisher wurden mehr als 40.000 Jugendliche in den Workshops, die praxisnah und jugendgerecht gestaltet werden, erreicht.

Vorbehaltlich der Verabschiedung des Bundeshaushaltes wird die erfolgreiche Arbeit 2020 fortgesetzt werden. Die Ministerin sagte den Gästen außerdem, dass sie sich dafür einsetzen wird, „dass das Bundesprogramm auch in den kommenden Jahren weitergeht“, damit es „erst gar nicht zu Gewalt und Radikalisierung auf dem Schulhof kommt“. Von den bundesweit 190 Programmstandorten sind 59 in evangelischer Trägerschaft.

„Einwanderung ist eine Chance und Bereicherung“

Ejsa © Servicebüro Jugendmigrationsdienste

Im September gastierte die Wanderausstellung „Youniworth“ im Bildungszentrum Bad Oeynhausen. Neben Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Kirche war auch Schirmherr Stefan Schwartze (MdB) bei der Eröffnung anwesend. An der Vorbereitung der Ausstellung, die vom Servicebüro Jugendmigrationsdienste zur Verfügung gestellt wird, hatten „NRWweltoffen“ und der Jugendmigrationsdienst der Diakonie im Kirchenkreis Vlotho mitgewirkt. „Man hört nur von Problemen. Jedoch ist Einwanderung eine Chance und Bereicherung“, betonte Stefan Schwartze in seiner Eröffnungsrede. Passend zur Ausstellung hielt Judith Jünger (BAG EJSA) einen „Koffervortrag“. Sie vernetzte verschiedene Gegenstände aus ihrem Koffer mit Themen der Migration. Einen Bericht des Westfalen-Blatts vom 18. September finden Sie hier.

Aus der Arbeit des Servicebüros Jugendmigrationsdienste

Dig.it - Digitale Zugangsstrukturen für Erstintegration

Rasante gesellschaftliche Veränderungen wie die Digitalisierung stellen die Jugendmigrationsdienste und ihre Mitarbeiter*innen vor neue Herausforderungen und verlangen veränderte oder neue Strukturen und Angebote, die disruptive Innovationen ermöglichen (z.B. die Integration von neuen digitalen Elementen oder Abläufen in bisher bestehende Prozesse und Angebote). Wie stellen sich die Fachdienste der Jugendmigrationsberatung im Zeitalter der Digitalisierung professionell auf? Welche digitalen Wege werden entwickelt, um frühzeitigere Zugänge zu Erstintegrationsmaßnahmen zu erhalten? Worin liegen die Hürden zwischen der klassischen Beratungsarbeit und der digitalen Welt und wie können diese überwunden werden? Und welche digitalen Werkzeuge können die Migrationsberatung sinnvoll und effektiv ergänzen und unterstützen?

Um auf diese Fragen Antworten zu liefern, hat das Servicebüro Jugendmigrationsdienste in Kooperation mit den Trägern der Jugendmigrationsdienste das Projekt „Dig.it – digitale Zugangsstrukturen für die Erstintegration“ ins Leben gerufen. Im ersten Quartal 2020 wird das Projekt offiziell gestartet. 

Kontakt: Özcan Ülger, Servicebüro Jugendmigrationsdienste (JMD), Adenauerallee 12-14, 53113 Bonn, Tel. 0228-95968-14, Fax  0228-95968-30, uelger@jugendmigrationsdienste.de

YOUNIWORTH im März 2020 in Nienburg

Die Wanderausstellung der Jugendmigrationsdienste YOUNIWORTH gastiert im Frühjahr in Nienburg.

Termin: 16. - 20.03.2020
Ausstellungsort: BBS Nienburg
Veranstalter*innen: JMD Nienburg
Ansprechpartnerin: Julia Bühler, Servicebüro JMD (Tel. 0228/95968-25)

Aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Verschärfte Sanktionen für Unter-25-Jährige in der Grundsicherung endlich aufheben!

Ejsa

Die BAG Katholische Jugendsozialarbeit und die BAG EJSA bemühen sich seit mehreren Jahren im Rahmen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit darum, dass die verschärften Sanktionen im SGB II für die unter 25-Jährigen (U25) aufgehoben werden. Nun hat das  Bundesverfassungsgericht zwar mit seinem Urteil vom 5. November  zu den Sanktionen in der Grundsicherung neue Maßstäbe gesetzt. Das Urteil allerdings nichts zu den besonders harten Sanktionen für die U25. Diese waren in dem Verfahren keine Verhandlungssachen. Der Kooperationsverbund machte darauf in einem Druckfrisch vom 13. November erneut darauf aufmerksam.

Verschiedene Medien berichten aktuell, dass zurzeit keine Sanktionsbescheide verschickt werden. Auch die verschärften Sanktionen gegen U25 seien ausgesetzt. In den nächsten Wochen solle eine rechtlich verbindliche Übergangsregelung geschaffen werden. Diese soll solange gelten, bis im kommenden eine gesetzlichen Neuregelung in Kraft tritt.

Parität veröffentlicht Rechtsgutachten zum Recht auf Bildung

Der Paritätische Gesamtverband hat das Rechtsgutachten  "Das Recht auf Bildung und Zugang zur Regelschule für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Aufnahmeeinrichtungen der Bundesländer" von Prof. Michael Wrase (Universität Hildesheim, WZB) und eine entsprechende Zusammenfassung zu den Ergebnissen veröffentlicht. Beides finden Sie hier

Aus dem Rechtsgutachten geht als Haupterkenntnis hervor, dass die Bundesrepublik und ihre Länder nach den Vorgaben des Völker-, EU- und Verfassungsrechts verpflichtet sind, für minderjährige Kinder von Asylsuchenden den Zugang zum Schul- und Bildungssystem spätestens drei Monate nach Äußerung des Asylbegehrens effektiv sicherzustellen. Entsprechend dem Grundsatz der Inländergleichbehandlung ist damit der Zugang zu den regulären öffentlichen Schulen entsprechend der für Inländer bzw. andere zugewanderte Personen geltenden schulrechtlichen Zugangs- und Eignungsvoraussetzungen gemeint. Um dieses Recht für zugewanderte Kinder und Jugendliche in der Realität zu gewährleisten, müssen die Länder eine vorbereitende und unterstützende effektive Förderung in der deutschen Sprache sicherstellen. Dies hat unabhängig vom Aufenthaltsstatus und der „Bleibeperspektive“ zu erfolgen; die Verpflichtung endet erst im Zeitpunkt der tatsächlichen Ausreise bzw. Abschiebung.

Aus Sicht des Paritätischen Gesamtverbandes muss sichergestellt werden, dass Familien mit minderjährigen Kindern so schnell wie möglich, spätestens aber nach drei Monaten in kindgerechte Orte – in der Regel Wohnungen – umverteilt werden. Die neue gesetzliche Begrenzung auf maximal sechs Monate Aufenthalt in Erstaufnahmeeinrichtungen ist zwar begrüßenswert, darf aber nicht zur regulären Aufenthaltsdauer für Familien mit minderjährigen Kindern werden. Zumindest falls in der Aufnahmeeinrichtung keine der Regelschule vergleichbare Beschulung stattfindet, besteht nach drei Monaten ein gesetzlicher Anspruch auf Umverteilung. Darüber hinaus wird in dem Rechtsgutachten die allgemeine Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen thematisiert. Es wird im Rahmen der vorhandenen Beschreibungen deutlich, dass Kinder und Jugendliche in diesen Einrichtungen Kindeswohlgefährdungen ausgesetzt sind und Aufnahmeeinrichtungen keine kindgerechten Orte zum Leben sind. Ausführungen zum Rechtsschutz machen Ansätze deutlich, wie der Zugang zur Regelschule möglicherweise rechtlich durchsetzbar ist. Allerdings kommt es hier immer auf den konkreten Einzelfall an. (Quelle: Paritätischer Gesamtverband)

 

Veranstaltungshinweise

Veranstaltungen der BAG EJSA

Grenzgänger JMD
Jahrestagung der Jugendmigrationsdienste
Termin: 19. – 21.11.2019
Tagungsort: Kehl (mit Exkursion am 20.11. nach Straßburg)
Ansprechpartnerin: Rebekka hagemann (Tel. 0711/16489-16, E-Mail hagemann@bagejsa.de)
Weitere Informationen: hier

Demokratiebildung und Rechte von Mädchen* und jungen Frauen* in Deutschland und Polen
Kooperation vom Evangelischen Landesjugendamt Sachsens
Termin: 22.11.2019
Tagungsort: Leipzig
Ansprechpartnerin: Susanne Käppler (Tel. 0711/16489-44, E-Mail kaeppler@bagejsa.de
Weitere Informationen: hier

Dropout: Armut und soziale Ausgrenzung
Fachkräftebegegnung Deutschland-Türkei
Termin: 12. – 14.12.2019
Tagungsort: Mersin (Türkei)
Ansprechpartner*in: Claudia Seibold (Tel. 0711/16489-40, E-Mail seibold@bagejsa.de) und Hans Steimle (Tel. 0711/16489-22, E-Mail steimle@bagejsa.de
Weitere Informationen: hier

Rechtspopulismus schadet der Seele
Veranstaltung in Kooperation mit der BAG Kirche + Rechtsextremismus, der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftpolitische Jugendbildung und der Bundesakademie für Kirche und Diakonie
Termin: 10. – 11.12.2019
Tagungsort: Frankfurt am Main
Ansprechpartnerin: Judith Jünger (Tel. 0711/16489-43, E-Mail juenger@bagejsa.de)
Weitere Informationen: hier

Auf der Homepage der BAG EJSA unter www.bagejsa.de finden Sie im Veranstaltungskalender alle Termine mit den dazugehörigen Ausschreibungstexten.

Veranstaltungen im Rahmen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Demokratie, Menschenrechte, (digitale) Beteiligung - Rolle und Beiträge der Schulsozialarbeit
20. und 21. November 2019
Frankfurt am Main
Veranstaltende: Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit
Weitere Informationen: hier

Veranstaltungen von Mitgliedern der BAG EJSA

Junge Geflüchtete - Rechtliche Fragen zur langfristigen Sicherung des Aufenthaltes
Termin: 27.11.2019
Tagungsort: München
Veranstaltende: Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern
Weitere Informationen: hier

Führen und Leiten von Teams im Offenen Ganztag
Termine: 17. und 24. Januar 2020
Tagungsort: Nürnberg
Veranstaltende: Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern
Weitere Informationen: hier

Junge Geflüchtete - Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung: Aufenthaltssicherung über Arbeit und Ausbildung‘
Termin: 21.1.2020
Tagungsort. Nürnberg
Veranstaltende: Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern
Weitere Informationen: hier

Exzessive Mediennutzung junger Menschen
Prävention und Intervention in der Jugendsozialarbeit

Termin. 23.1.2020
Tagungsort. Nürnberg
Veranstaltende: Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern
Weitere Informationen: hier

Herausfordernde Kinder und Jugendliche
im Alltag von Offener Ganztagsschule und Schulbezogener Jugendsozialarbeit

Termin: 7.2.2020
Tagungsort: Nürnberg
Veranstaltende: Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern
Weitere Informationen: hier

Junge Geflüchtete - Traumatisierung und Handlungsmöglichkeiten für den Alltag
Termin: 6.3.2020
Tagungsort: Nürnberg
Veranstaltende: Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern
Weitere Informationen: hier

Veranstaltungen, auf die wir Sie sonst noch hinweisen wollen

Tagung Schulabsentismus 2020
Kooperrationsveranstaltung von BAG EJSA, IN VIAS/BAG KJS
Termin: 17.-18.6.2020
Tagungsort: Frankfurt am Main
Save the date!

Digitalisierung und Schulsozialarbeit
"Nikolaustagung" des Kooperationsverbundes Schulsozialarbeit
Termin: 3.-4.12.2020
Tagungsort: Frankfurt am Main
Save the date!

Dialogforum zur EU-Ratspräsidentschaft
Informationsveranstaltung zu den Aktivitäten des BMFSFJ im
Jugendbereich während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020
Termin: 11.12.2019
Tagungsort: Berlin
Weitere Informationen: hier

 

Impressum

Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V. (BAG EJSA)
Wagenburgstraße 26-28
70184 Stuttgart

Tel.: 0711/16489-20
Fax: 0711/16489-21
Email: mail@bagejsa.de

verantwortlich für den Info-Brief: Gisela Würfel

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