Jugendsozialarbeit in der Einwanderungsgesellschaft

Auf dem Weg zur Einwanderungsgesellschaft kann die Jugendsozialarbeit mit
nachhaltigen Hilfe- und Förderangeboten einen Beitrag leisten.

Was brauchen neu eingewanderte junge Menschen?

Der überwiegende Teil der geflüchteten Menschen ist unter 27 Jahren. Es gilt, diesen Menschen eine Perspektive zu eröffnen und sie bei ihrem Seiteneinstieg in das Bildungs- und Ausbildungssystem früh und bedarfsgerecht zu fördern. Nur so können spätere Folgekosten minimiert werden.

Die Jugendsozialarbeit mit ihren Handlungsfeldern Jugendmigrationsarbeit, Jugendwohnen, Schulsozialarbeit, Jugendberufshilfe, aufsuchende Jugendsozialarbeit sowie Mädchen- und Jungendsozialarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration vor Ort.

Jugendsozialarbeit unterstützt insbesondere diejenigen jungen Geflüchteten, die in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind.

 

LERNEN

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Alle geflüchteten jungen Menschen benötigen Bildung und Spracherwerb

Existierende Zugangsbarrieren wie Status, Bleibeperspektive, Sprachkenntnisse, Art und Ort der Unterbringung, Mobilitätseinschränkungen etc. müssen abgebaut werden. Jeder junge Mensch muss die Möglichkeit bekommen, ausreichende Sprachkenntnisse sowie einen Schulabschluss zu erwerben - als Grundvoraussetzung für gelingende Integration in Schule, Ausbildung, Studium und Arbeit.

WOHNEN

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Sozialpädagogische Begleitung durch die Jugendhilfe in den verschiedenen Unterbringungsarten

Bei jungen volljährigen Flüchtlingen (ob unbegleitet, oder auch begleitet), die nicht auf Hilfen im Sinne des §41 SGB VIII angewiesen sind und die dennoch erhöhten Unterstützungsbedarf haben, muss ebenfalls sichergestellt werden, dass ihnen sozialpädagogische Begleitung durch die Jugendhilfe in den verschiedenen Unterbringungsarten (Gemeinschaftsunterkunft, dezentrale Unterbringung, Anschlussunterbringung etc.) gewährt wird. Dies gilt auch für diejenigen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, die das 21. Lebensjahr bereits vollendet haben.

ARBEITEN

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Eingliederung in den Arbeitsmarkt

Die Instrumente des Sozialgesetzbuchs II, Grundsicherung für Arbeitsuchende und III, Arbeitsförderung müssen sehr flexibel ausgestaltet werden, um sie den individuellen Bedarfen anpassen zu können. Eine sprachunabhängige Kompetenz-, Ressourcen- und Qualifikationserfassung ist ein wichtiger Baustein für eine zielgerichtete schulische und berufliche Förderung ebenso wie eine passgenaue und bedarfsgerechte Begleitung während der Ausbildung.

TEILHABE

Professioneller Beratung

Jeder geflüchtete junge Mensch muss eine unabhängige Rechtsberatung zu seiner Situation angeboten bekommen, die er/ sie versteht. Der Rechtsanspruch nach § 41 SGB VIII, Hilfen für Volljährige muss auch vollumfänglich für junge volljährige Flüchtlinge gelten. Das bundesfinanzierte Angebot der Jugendmigrationsdienste ist ein Teil der Jugendsozialarbeit und muss entsprechend der Zuwanderungszahlen und des Migrationsanteils bzw. dem Aufwuchs der Integrationskurse gemäß § 45 AufenthG bedarfsgerecht ausgestattet sein. Ein Gesamtkonzept Integration erfordert Angebote der Jugendsozialarbeit, Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes (§ 11 bis § 14 SGB VIII).

Über 450 Jugendmigrationsdienste (JMD) bundesweit begleiten junge Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 12 bis 27 Jahren mittels individueller Angebote und professioneller Beratung bei ihrem schulischen, beruflichen und sozialen Integrationsprozess in Deutschland.

Dokumente/ Archiv

>>Forderungspapier 12.10.2016

Geflüchteten jungen Menschen Teilhabe, Bildung und Ausbildung ermöglichen
(Positionspapier im Rahmen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit, März 2016)
Zum Dokument

Zur Integration von jungen Flüchtlingen das bundesweite Netz der Jugendmigrationsdienste nutzen!
(Pressemeldung der BAG EJSA, 01.02.2016)
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Integration braucht ein Gesamtkonzept!
Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit fordert weitere Investitionen in Jugendhilfe, Bildung und Ausbildung
(Pressemeldung im Rahmen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit, 24.03.2016)
Zum Dokument

Aktiv für Demokratieerziehung und Menschenrechtsbildung!
Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit
(Pressemeldung im Rahmen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit, 17.06.2016)
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Die neue Integrationskursverordnung greift zu kurz!
Evangelische Jugendsozialarbeit fordert ein flächendeckendes und bedarfsorientiertes Integrationskursangebot – mit sozialpädagogischer Begleitung durch die Migrationsfachdienste
(Pressemeldung der BAG EJSA, 21.07.2016)
Zum Dokument