Praxisbeispiele

Die Angebote der Mädchensozialarbeit sind ganzheitlich, zielgruppen- und lebensweltorientiert, präventiv und parteilich für Mädchen*. Sie findet statt als Freizeit- oder Schulangebot, oder im Rahmen der Jugendberufshilfe u.v.m.

Wesentliche Aspekte der Mädchensozialarbeit sind der Blick auf die spezifischen Lebenslagen von Mädchen* und jungen Frauen*, der Einsatz für ihre Interessen und Belange, die Herstellung einer gerechten und gleichen Teilhabe der Geschlechter in allen Bereichen.

In der Mädchensozialarbeit wird das Methodenspektrum der Jugendsozialarbeit, unter besonderer Beachtung der mädchen*spezifischen Belange, eingesetzt. Die Angebote der Mädchensozialarbeit sind ganzheitlich, zielgruppen- und lebensweltorientiert, präventiv und parteilich für Mädchen*. Sie findet statt als Freizeit- oder Schulangebot, oder im Rahmen der Jugendberufshilfe u.v.m.

Armut

Frage ich Fachfrauen aus der Praxis, ob Mädchen anders arm sind als Jungen, dann erzählen sie solche Geschichten:

Susanna L.: Ihre aus Italien kommende Familie lebt seit 25 Jahren in Deutschland. Sie ist das zweite von vier Kindern, ein älterer Bruder, zwei jüngere Schwestern. Außer ihr spricht in der Familie niemand fließend Deutsch. Sie bekommt von Anfang an ein hohes Pflichtgefühl gegenüber der Familie vermittelt. Ihre Mutter geht putzen. Bereits ab dem elften Lebensjahr wird Susanna in alle anfallenden Aufgaben zu Hause eingebunden. Ihre Hausaufgaben stehen zunehmend hinter den Pflichten zu Hause zurück. Sie hat keine Zeit zum Lernen, keine Zeit für die Entwicklung eigener Fähigkeiten außerhalb von Kinderbetreuung und Haushalt. Während der zwei Schwangerschaften der Mutter übernimmt Susanna neben dem Haushalt noch die beiden Putzjobs der Mutter (morgens vor der Schule zwei Stunden, nachmittags/abends zwei weitere Stunden). Ihr großer Bruder ist regelmäßig arbeitslos, lebt zu Hause, ‚lässt’ arbeiten und kümmert sich um sein Wohlergehen. Außer gelegentlicher Hausaufgabenbetreuung bleibt für andere Angebote im Mädchentreff keine Zeit, kein Ferienprogramm ist möglich, für Freizeitangebote hat Susanna keine Zeit. Nach der Schule durchläuft sie einen höchst schwierigen Weg der Ausbildung, macht viele Praktika und Qualifizierungsmaßnamen. Ihre Familie nimmt keine Rücksicht auf Prüfungen oder Ausbildungszeiten. Wenn bei Behörden, Ämtern, Banken etc. Termine anstehen, muss sie grundsätzlich mit – egal zu welcher Uhrzeit diese Termine sind. Susanna hat heute keinen qualifizierten Berufsabschluss, darf nicht zu Hause ausziehen und ein eigenes Leben führen.

Christiane Giersen, Vorstand der BAG EJSA

Lebensplanung/ Bildung/ Übergang von Schule in den Beruf

Klaudia möchte eine Ausbildung machen

Als Klaudia in unser Projekt kommt, ist sie 20 Jahre alt und hat drei Jahre Erfahrungen im Gepäck mit Ausbildungsversuchen, Praktika und berufsvorbereitenden Bildungs- und Orientierungsmaßnahmen. Drei Jahre voller Erfahrungen, Zeit zum Reifen sowie Scheitern und Frustration. Klaudia kommt in unser Projekt, weil sie endlich eine Ausbildung machen möchte. Ihr Berufswunsch ist „Verkäuferin“. Das Jobcenter U25 meldet sie deshalb bei uns im Projekt an.

Klaudia wohnt mit ihrer Mutter, ihren zwei jüngeren Zwillingsschwestern und ihrer Großmutter zusammen. Ihre Mutter geht Putzen, ihre Schwestern absolvieren eine begleitete Ausbildung für lerneingeschränkte Menschen, ihre Großmutter hat gesundheitliche Probleme. Klaudia hat kein eigenes Zimmer, kann sich nicht zurück ziehen, ist immer wieder gefordert, sich um ihre Großmutter zu kümmern und ggfs. den Notarzt zu rufen, wenn ihre Mutter bei der Arbeit ist, ihre Mutter begleitet sie immer wieder zu Terminen, um für sie zu übersetzen. Sie übernimmt viel Verantwortung zu Hause und für ihre Familie, stabilisiert.

Lernen e.V Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen

Die Beratungsstelle in Berlin berät Mädchen ab 12 Jahren, junge Frauen und junge Mütter, wenn sie: 

  • Lern-, Schul- und Arbeitsplatzprobleme haben
  • bei der Berufsfindung oder Ausbildungsplatzsuche Unterstützung wollen
  • gemobbt werden
  • Schwierigkeiten zu Hause haben
  • Psychoterror oder Gewalt zu Hause erleben
  • aus dem Elternhaus ausziehen müssen/wollen
  • Probleme mit Freund oder Freundin haben
  • unter Liebeskummer leiden
  • Fragen zur Homosexualität (lesbisch-sein) klären wollen
  • Fragen zur Sexualität und Verhütung haben
  • gegen ihren Willen unangenehm angeschaut oder angefasst, sexuell missbraucht oder vergewaltigt wurden
  • zwischen zwei Kulturen stehen und sich daraus Probleme ergeben
  • an einer Essstörung leiden
  • Angst haben
  • Fragen zu Schwangerschaft und Geburt haben
  • Unterstützung bei Fragen zur Kinderpflege und Erziehung benötigen
  • unsicher sind, wie es weitergehen soll
  • Suizidgedanken haben

Es werden auch Angehörige, Bezugspersonen und professionell Helfende beraten.

Leben Lernen e.V. Geschäftsstelle
Eberstrasse 76 10827 Berlin
Fon 030 - 612 93 141
FAX 030 - 787 14 362

Wir unterstützen Klaudia bei der Erstellung von professionellen Bewerbungsunterlagen sowie bei der Suche nach einem Praktikumsplatz als Verkäuferin in einem potentiellen Ausbildungsbetrieb. Ihr Wunsch, im Textilbereich eine Ausbildung zu absolvieren, erfüllt sich nicht. Sie ist jedoch bereit, in einem Möbelhaus ein Praktikum zu absolvieren und überzeugt, so dass sie dort ihre Ausbildung beginnen kann. Aufgrund von Fehlzeiten endet die Kooperation mit diesem Ausbildungsbetrieb nach kurzer Zeit. Dank der Projektstruktur läuft der Ausbildungsvertrag weiter, so dass es neben einem Bruch der Kooperation auch eine Kontinuität gibt, die durch diese Krise hindurchträgt.

Bei der Suche nach einem weiteren Kooperationsbetrieb bewirbt sich Klaudia im Lebensmittelbereich und bekommt eine zweite Chance. Sie kann ihre Ausbildung weiter führen. Ihr Einsatzbereich ist im Bereich Obst/ Gemüse, was ihr körperlich viel Anstrengung und Durchhaltevermögen abverlangt.
Die Verantwortung, die Klaudia zu Hause übernimmt, führt weiterhin zu Fehlzeiten in der Ausbildung. Und es stellt sich durch eine medizinische Untersuchung heraus, dass Klaudia an einer chronischen Erkrankung leidet, die ihre Leistungsfähigkeit einschränkt. Dennoch gelingt es ihr, ihre Fehlzeiten zu halbieren.
Im weiteren Verlauf der Ausbildung berichtet sie von Konflikten zu Hause, mit ihren Schwestern, die sie u.a. wegen ihres Übergewichtes verletzen und entwerten, von der Gefahr, wegen Mietschulden die Wohnung zu verlieren, sich immer wieder um ihre Großmutter kümmern zu müssen. Anforderungen und Erwartungen durch die Familie, Folgen von Armut und emotionale Belastungen führen zu erhöhten Fehlzeiten in der Ausbildung, diese zu weiteren Konflikten im Ausbildungsbetrieb.
In gemeinsamen Gesprächen mit Klaudia und dem Ausbildungsbetrieb kommen die gesundheitliche und soziale Situation zur Sprache, beide Seiten lernen Verständnis füreinander zu entwickeln und trotz allem „dabei“ zu bleiben, die Zusammenarbeit aufrecht zu erhalten. Nicht unwichtig ist in dieser Situation die tragfähige Kooperation zwischen der Geschäftsführung des Ausbildungsbetriebes und der Ausbildungsbegleiterin.

Schulisch wird Klaudia im Rahmen einer wöchentlichen Nachhilfe im Projekt unterstützt, bis hin zur Prüfungsvorbereitung. Hier kann sie auch Unterrichtsstoff nachholen und sich mit ihrer Ausbildungsbegleiterin regelmäßig austauschen und Unterstützung holen. Klaudia traut sich im schulischen Bereich nicht wirklich viel zu und so sind wiederholte Ermutigung und regelmäßige konkrete Unterstützung wichtig. Klaudia absolviert die Ausbildung erfolgreich und entschließt sich durch die Ermutigungen dazu, das dritte Ausbildungsjahr dranzuhängen, um ihre Vollausbildung zur „Kauffrau im Einzelhandel“ abzuschließen.

Das dritte Ausbildungsjahr fordert ihr in ganz eigener Weise nochmals Ausdauer, hohe Frustrationstoleranz und sehr viel Kraft ab, auch wenn sie im Kooperationsbetrieb durch einen Einsatzbereich entlastet wird, der sie körperlich weniger fordert. Die schulischen Anforderungen steigen an, im familiären Bereich gibt es viele Veränderungen. Eine ihrer Schwestern wird Mutter und lebt mit Kind und Vater mit in der Wohnung, so dass die Wohnverhältnisse noch enger werden, wenige Wochen vor der Abschlussprüfung verstirbt ihre Großmutter, die für sie eine wichtige Bezugsperson war.
Die Abschlussprüfung schafft sie teilweise, so dass das dritte Ausbildungsjahr um sechs Monate verlängert wird. Wir kämpfen erfolgreich darum, dass der Ausbildungsbetrieb mit im Boot bleibt und Klaudia sammelt alle Kräfte zusammen, diese Zeit mit wenigen Fehltagen zu bewerkstelligen und weiterhin an sich selbst zu glauben.
Nach dreieinhalb Jahren hält Klaudia stolz ihr IHK-Zertifikat „Kauffrau im Einzelhandel“ in Händen und verfügt über einen qualifizierten Berufsabschluss.

Sylvia Reichle, 18.04.2019, Ev. Gesellschaft Stuttgart e.V.

Migration/ Heiratsmigration/ Au-Pairs/ Flucht

ROSA-Wohnen für junge Frauen mit Migrationshintergrund

ROSA-Wohnen für junge Frauen mit Migrationshintergrund

Das Wohnprojekt ROSA nimmt bundesweit junge Migrantinnen auf, die Schutz suchen, weil sie von Zwangsheirat und so genannter "Gewalt im Namen der Ehre" durch ihre Familien bedroht sind.

Die jungen Frauen haben oft schon einen langen Leidensweg hinter sich: Sie sind von ihren Familien missbraucht und misshandelt worden, werden verfolgt oder sind von Zwangsheirat bedroht. Sie dürfen sich nicht frei bewegen und nicht zur Schule gehen. In manchen Fällen planen die Familien, die jungen Frauen in das Herkunftsland der Eltern zurückzubringen.

ROSA-Wohnen für junge Frauen
mit Migrationshintergrund
Postfach 40 10 67
70410 Stuttgart
0711 - 53 98 25
0711 - 5 05 53 66

Mädchen-Wohngruppe Amali für unbegleitete Mädchen mit Fluchterfahrung

Das Jugendwohnheim Glockenhof des vij Nürnberg e.V. unterhält die heilpädagogische Mädchen-WG Amali für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Acht junge Frauen im Alter zwischen 14 bis 18 Jahren, deren bisheriger Lebensverlauf durch Verfolgung, Unterdrückung und Flucht gekennzeichnet war, finden hier einen geschützten Wohnraum und intensive Unterstützung auf dem Weg in ein selbständiges Leben. Aufgenommen werden die Mädchen und jungen Frauen im Rahmen der Hilfen zur Erziehung nach §27 SGB VIII in Verbindung mit §§ 34, 35a und 41 SGB VIII.

Aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichsten Erfahrungen kommen die Mädchen in der Wohngruppe an. Angenommen durch ein qualifiziertes Betreuerteam aus Sozialpädagoginnen, Erzieherinnen, Diplompädagoginnen und einem psychologischen Fachdienst lernen sie in einer Gemeinschaft zu leben und zu lernen und werden auf ihrem individuellen Weg gefördert und begleitet. Den jungen Frauen wird neben Hilfen zur Alltagsbewältigung, sprachlicher und kultureller Integration auch eine aktive Freizeitgestaltung, Unterstützung in Schule und beruflicher Orientierung sowie Bearbeitung mädchen- und frauenspezifischer Themen, die sich besonders aus deren traumatischen Erlebnissen ergeben.

Jugendwohnheim Glockenhof
Glockenhofstr. 14
Tel: 0911-9444511
Fax: 0911-9444519
email: geschaeftsstelle@vij-nuernberg.de

Beratungsstelle Yasemin für junge Migrantinnen

YASEMIN ist eine Beratungsstelle für junge Migrantinnen zwischen 12 und 27 Jahren, die Schwierigkeiten mit ihrer Familie, mit ihren Verwandten und mit ihrem sozialen Umfeld haben. Die Mädchen und jungen Frauen befinden sich in einer Konfliktsituation, deren Ursache im traditionellen und kulturellen Hintergrund ihrer Familie liegt. Sie sind von einer Zwangsheirat bedroht oder schon zwangsverheiratet worden. Die Beratungsstelle YASEMIN unterstützt und berät nicht nur die Betroffenen, sondern auch vertraute Dritte der jungen Frauen: Freundinnen, Lehrerinnen u.a.

Pressekontakt
Büchsenstraße 34/36
70174 Stuttgart

Frauen Informations Zentrum (FIZ) - Fachberatungsstelle für Migrantinnen zu Fragen von Ehe, Trennung, Scheidung und Aufenthaltsrecht

Das FIZ bietet psychosoziale Beratung für Heiratsmigrantinnen und für Mädchen und Frauen, die Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung (§ 232 StGB) ausgesetzt waren. Die Mitarbeiterinnen sind Ansprechpartnerinnen für Ämter, Behörden, Polizei, Beratungsstellen, Nichtregierungsorganisationen. Das FIZ leistet Öffentlichkeits- und Bewusstseinsarbeit sowie politische Lobby-Arbeit.

FIZ
Moserstraße 1
Stuttgart
Tel: 0711 - 239 41 24
Fax: 0711 - 239 41+16

Angebote für Mädchen und junge Frauen im Jugendmigrationsdienst Gemeindediakonie Lübeck

Die Beratungsstelle jmd wird momentan speziell für Mädchen* und junge Frauen* mit Migrationshintergrund geöffnet. Um den Zugang für Mädchen* und junge Frauen * zu erleichtern, werden u. a. neue Konzepte initiiert.

Jugendmigrationsdienst Gemeindediakonie Lübeck
Mühlentorplatz 1
23552 Lübeck
Tel. 0451-61 320 111

Internationales Mädchenzentrum Gladbeck-Brauck

Im Mädchenzentrum werden schon seit Jahren Modellprojekte entwickelt. Neben vielen anderen wird auch Väterarbeit gemacht, da Mädchen* oft im Erstkontakt nur über die Väter erreicht werden. Seit 2010 ist das Mädchenzentrum Standort Integrationsagentur in NRW.

Internationales Mädchenzentrum Gladbeck-Brauck
Horsterstr. 341 b
45968 Gladbeck-Brauck
Tel.: 02043-207390

Internationales Mädchen- und Frauenzentrum der EJSA Hof

Das Mädchen- und Frauenzentrum ist eine Anlaufstelle für Frauen und Mädchen. Hier werden Sprachkurse mit Kinderbetreuung ebenso angeboten wie Rechtsberatung oder Begegnungen mit deutschen Frauen.

EJSA Hof
Landwehrstr. 38
95028 Hof
Tel: 09281 34 12

Vermittlung und Begleitung von Au-Pairs des Vereins für internationale Jugendarbeit Bundesverein e.V. (vij)

Der vij vermittelt und begleitet Au-pair-Aufenthalte, outgoing (Deutsche ins europäische Ausland) und incoming (Vermittlung und Betreuung der ausländischen Au-pairs in Deutschland) mit 23 Beratungsstellen bundesweit. Durch Kooperation mit gemeinnützigen, überwiegend kirchlichen Organisationen in den Herkunftsländern der Au-pairs (derzeit Ukraine, Russland, Belarus) wurden Beratungsstrukturen aufgebaut, um junge Frauen im Vorfeld präventiv zu beraten (Prävention vor Menschenhandel). Geschönte Vorstellungen vom goldenen Leben in Westeuropa, unseriöse Agenturen in den Herkunftsländern und der Migrationsdruck führen dazu, dass junge Menschen mit falschen Vorstellungen nach Deutschland kommen. Die Beratung im Vorfeld informiert seriös über die Möglichkeiten und Grenzen in Deutschland zu arbeiten und zeigt mit Au-pair über den vij einen sicheren Weg auf.

Vereins für internationale Jugendarbeit Bundesverein e.V. (vij)
Glockenhofstr. 14
90478 Nürnberg
Tel. +49 711 518858-75
Internet: www.vij.de | www.au-pair-vij.org

Menschenhandel: Eine Geschichte

„Weißt du wieso du hier bist?“, fragte der Mann vor mir.
„Ich bin mir sicher du wirst es mir gleich sagen“, antwortete ich.
„Ganz einfach, weil deine Eltern dich nicht mehr wollten“, redete er weiter und ich sah ihn fragend an.
„Sie haben dich zum Verkauf angeboten, nur dass wir das für sie machen werden“, erklärte er mir.
„Und wieso sollte mich das stören? Ich hab es doch provoziert“, erwiderte ich.
„Ja, aber wir sind nicht irgendwelche Verkäufer, wir sind Sklavenhändler“, erklärte er weiter.
Meine Augen weiteten sich. „W-Was? Sklavenhändler?“, fragte ich geschockt.
Nach der ganzen Erklärung zerrte er mich vom Stuhl hoch und sperrte mich im Keller in eine Zelle. Er meinte noch irgendwas von Umziehen und so viel zu tun.
Hinter mir hörte ich eine Stimme, er war in meinem Alter, also 16 oder 17 Jahre alt. Wir beide redeten, bis wir von der Tür unterbrochen wurden.
„Du da, mitkommen!“ befahl er.
Ich stand langsam auf und wurde von einem Mann in Handschellen gelegt, damit ich nicht wegrannte.
„Hier haben wir die Nummer 5068, er ist 16 Jahre und steht für alles offen. Wir fangen bei dem Gebot 20 000€ an.“
Ich hörte nicht mehr zu bis er fragte: „400 000€, noch weitere Gebote? Nein? Zum 1., zum 2. zum 3. und verkauft an den Mann C085.“
Ich stand geschockt da, das kann er doch nicht machen, dachte ich mir… 

Lilli Weber, Schülerin einer Klasse 9

Gewalt- und Missbrauch

KOBRA - Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Der Verein KOBRA e.V. ist Träger einer Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die von sexueller Gewalt betroffen sind. Der Verein wurde 1988 gegründet, ist als mildtätig anerkannt und Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg.

KOBRA e.V. wird für seine Leistungen im Bereich der Jugendhilfe von der Stadt Stuttgart bezuschusst. Der Vereinszweck liegt in der Trägerschaft von Einrichtungen und Aufgaben, die zum Ziel haben, sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken.

KOBRA e.V.
Hölderlinstr. 20
70174 Stuttgart
Tel. 0711/162970
Fax. 0711/1629717

Digitalisierung

girlspace – Medientreff für Mädchen und junge Frauen

Das girlspace ist eine medienpädagogische Einrichtung speziell für Mädchen und junge Frauen. Grundlegendes Ziel der Arbeit ist es, den Teilnehmerinnen der Angebote einen kreativen, reflektierten und selbstgesteuerten Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln und Themen anzubieten, die ihren Bedürfnissen und Lebenssituationen entsprechen.

girlspace – Medientreff für Mädchen und junge Frauen
Kartäusergasse 7a
50678 Köln
Telefon 0221/952 67 63
E-Mail: girlspace@netcologne.de

Selbstbild/ Gesundheit

afra - Ausbildungszentrum für junge Frauen Junge Arbeit / Diakonie Hasenbergl e.V.

afra bietet jungen Frauen mit besonderem Förderbedarf: Profiling, Ausbildung, Bedarfsgerechte Ausbildungsbegleitende Förderung und Unterstützung, Individuell zugeschnittene Unterstützungsangebote beim Erlernen der schulischen und fachlichen Ausbildungsinhalte, Individuelle persönliche Begleitung und Unterstützung, Unterstützung bei der Vermittlung in Arbeit- und Nachbetreuung

afra hält auch ein Angebot für die Verbundbetriebe bereit:

  1. Abklärung und Herstellung der Ausbildungsberechtigung
  2. Ermittlung der jeweiligen Ausbildungsanforderungen und passgenaue Besetzung der Ausbildungsstellen
  3. Abschluss des Ausbildungsvertrages und Übernahme eines Großteils der Ausbildungsvergütung
  4. Übernahme des Ausbildungsmanagements während der gesamten Ausbildungsdauer
  5. Vermittlung bei Konflikten mit der Auszubildenden

Einbeziehung in die Öffentlichkeitsarbeit und Pressarbeit Kontakt:
 

afra - Ausbildungszentrum für junge Frauen
Junge Arbeit / Diakonie Hasenbergl e.V.
Schleißheimerstraße 523
80933 München
Tel: 089 - 37 00 38 20
Fax: 089 - 37 00 38 38

LebenLernen e.V. Mutter-Kind-Wohnen Berlin Schöneberg

Das Mutter-Kind-Wohnen in Schöneberg bietet 14 Plätze für Schwangere oder Mütter mit einem oder zwei Kindern. Jede Mutter lebt mit ihrem Kind in einer Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnung in der Crellestraße oder in unmittelbarer Nähe des dort liegenden Treffpunktes. Während der Zeit der Unterbringung berät und betreut eine Pädagogin die Mutter durchgängig (Bezugsbetreuung). Gemeinsam mit der Mutter wird ermittelt, in welcher Hinsicht sie für sich und das Kind Hilfe benötigt und wie sie ihre Ziele umsetzen kann.

LebenLernen berät und unterstützt Schwangere/Mütter bei:

  • der Vorbereitung auf die Geburt (Einrichtung des Kinderzimmers, Suche nach einem Krankenhaus und einer Hebamme)
  • der Entwicklung einer liebevollen und stabilen Beziehung zwischen Mutter und Kind
  • Fragen zur Entwicklungsphasen und zur Erziehung ihres Kindes
  • der Suche nach einem Betreuungsplatz in der Kindertagesstätte oder Tagesmutter
  • der Strukturierung und Organisation des Alltages mit Kind
  • Partnerschaftsfragen und -konflikten
  • der Sicherstellung sozialrechtlicher Ansprüche und Einteilung der Finanzen, ggf. Schuldnerberatung
  • der Herausarbeitung der Fähigkeiten und Stärken der Mutter
  • Arbeiten mit dem sozialen Umfeld und/oder der Herkunftsfamilie

Das Wohl des Kindes zu sichern und eine Gefährdung zu verhindern, ist Kernstück der Arbeit. Das besondere Augenmerk liegt auf dem Aufbau und der Stärkung einer stabilen Mutter-Kind-Beziehung. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Entwicklung einer schulischen und/oder beruflichen Perspektive. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass unsere Frauen bei Auszug aus der Einrichtung selbstständig für sich und ihr Kind sorgen können und ihre gesellschaftliche Teilhabe gesichert ist oder dass zumindest die Schritte auf dem Weg zu dieser Selbstständigkeit eingeleitet sind.

LebenLernen e.V.
Bethaniendamm 21
10997 Berlin
618 20 42
611 36 05

LAGAYA Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Freuen e.V.

Der Stuttgarter Verein LAGAYA bietet mit seiner pädagogisch-therapeutischen Wohngruppe JELLA, der Nachsorgewohngruppe JELLA II und einem Projekt für Mädchen mit Drogenproblemen eine reelle Chance zum Ausstieg und Neuanfang. Das Angebot gilt bislang bundesweit als einzigartig.

Katharinenstr. 22
70182 Stuttgart
Tel: 0711 – 640 54 90
Fax: 0711 – 607 68 60

 


Seele sucht...
Es ist oft nicht leicht man selbst zu sein, doch die Fantasie, deine Freunde, die Freude, der Mut und die Liebe - das ist alles DEIN.

Wenn du hörst in dich ganz tief, dann weißt du was alles lief. Fang an, an dich selbst zu glauben, und lass dir nicht von der Angst den Mut rauben.
Du bist sehr stark - sogar bis ins letzte Stück Mark!
Glaube mir, ich vertraue dir.
Wir werden dich alle unterstützen, und dich vor der Dunkelheit schützen.
Wir bringen dich ins Licht, deine Schwächen stören uns nicht.
Wir alle helfen Dir, aber bitte rede mit mir.

Gedicht von Stella Brodmann (Schülerin einer Regelschule, 9. Klasse)

Marginalisierung/ Auf der Straße leben

Trebe Café

Das Trebe Cafe der Diakonie Düsseldorf ist ein niederschwelliges Kontakt- und Beratungsangebot der Diakonie in Düsseldorf. Zielgruppe sind Mädchen und junge Frauen, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben bzw. obdachlos sind.

Die Anlaufstelle, ein geräumiges Cafe, ist an mehreren Tagen in der Woche geöffnet. Hier ist unter anderem Gelegenheit zum Duschen oder Waschen von Kleidung. Für medizinische Versorgung ist auch gesorgt. Warme Mahlzeiten, Getränke und Kondome sowie Spritzentausch komplettieren die existentielle Grundversorgung. Für Frauen, die zu einem kurzfristigen, aber festen Zeitpunkt in eine andere Jugendhilfemaßnahme wechseln können, gibt es ein Überbrückungsapartment. Freiwillige Beratungsangebote und Informationen über Hepatitis oder HIV, sowie Begleitungen und Unterstützung bei Hilfeplangesprächen (Jugendamt), Sozialhilfeanträgen oder Gerichtsverhandlungen vervollständigen das vielseitige Angebot. Freizeitaktivitäten wie z.B. Malen oder Bildhauern ermöglichen einen weiteren ungezwungenen Aufbau von Beziehungen und eröffnen den Frauen andere Bereiche, um sich selbst positiv wahrzunehmen.

Die Mitarbeiterinnen führen auch Präventionsveranstaltungen an Haupt- und Sonderschulen, sowie an weiterführenden Schulen durch, bzw. bieten sie Fortbildungen für MultiplikatorInnen an.

Trebe Café
Kölner Str. 148
Düsseldorf
Tel.: 0211 - 6015331
Fax: 0211 - 60187852

Prostitution

Dortmunder Mitternachtsmission e.V.

Dortmunder Mitternachtsmission e.V.

Unsere Zielsetzungen Aufgaben sind:Kontakt herzustellen und Vertrauen aufzubauen

  • Mut zu machen, sich aus dem Prostitution neue Perspektiven zu erarbeiten
  • Hilfeangebote zu organisieren und durchzuführen

Hilfe kann darin bestehen:

  • die Mädchen in Notfällen sofort mit Nahrung, Getränken, Medikamenten, Verbandszeug, Hygieneartikeln und Kleidung zu versorgen.
  • Mädchen, die von Zuhältern bedroht werden, schnell und sicher unterzubringen
  • Mädchen, die den Ausstieg wagen, solange es notwendig ist, zu begleiten.

Die Dortmunder Mitternachtsmission e.V. unterhält seit fast einem Jahrhundert eine Beratungsstelle für Prostituierte und Opfer von Menschenhandel. Frauen und Mädchen, die der Prostitution nachgehen, Aussteigerinnen und Opfern von Menschenhandel bietet die Mitternachtsmission psychosoziale Hilfe, Beratung und neuen Lebensmut.

Dortmunder Mitternachtsmission e.V.
Dudenstr. 2-4
44137 Düsseldorf
0231 - 14 44 91
0231 - 14 58 87