Am 29.01.2020 fand im Jakob-Kaiser-Haus ein Gespräch mit dem Mitglied des Deutschen Bundestages Birke Bull-Bischoff (LINKE-Bundestagsfraktion) zu den Themen Ganztag, SGB VIII-Reform und Schulsozialarbeit statt.

Von Links:
Christiane Weidner, Claudia Seibold, Dr. Birke Bull-Bischoff, Kolja Fuchslocher, Christine Lohn

 

In konstruktiver Atmosphäre wurden folgende Punkte als zentral für das Gelingen des Ganztags entwickelt:

  • Der Bund fordert von den Ländern klare Konzepte für die Kooperation und knüpft die Mittelvergabe an die Vorlage solcher qualifizierten Konzepte.
  • Es braucht Standards zu Inhalten der Ganztagsbetreuung sowie zur Personalversorgung und -qualifizierung.
  • Der Aspekt des (Sozialraums/) Gemeinwesens ist mitzudenken.
  • Offene Räume und Möglichkeiten zur freien Gestaltung sind in den Ganztagsalltag zu integrieren und konzeptuell zu berücksichtigen; im Sinne des §1 SGB VIII: Entwicklung zu selbstständigen Menschen.
  • Die Mittel dürfen sich nicht auf Investitionszuschüsse beschränken, es braucht auch Mittel für Personal (-anstellung und -qualifizierung).
  • Eine Anschubfinanzierung alleine genügt nicht, es braucht eine dauerhafte Mitfinanzierung seitens des Bundes.

Auch im Hinblick auf Schulabsentismus/ Schulverweigerung ist ein integriertes, abgestimmtes Konzept des Ganztags notwendig. Denn Kinder wollen lernen und brauchen dafür Raum und Zeit.

Zum Thema Schulsozialarbeit betont Frau Bull-Bischoff die politischen Forderungen der Linken-: Die Schulsozialarbeit muss als Regelaufgabe im SGB VIII verankert werden, mit einer finanziellen Beteiligung des Bundes. Eine Konkurrenz zwischen Schulsozialarbeit einerseits und den weiteren Angeboten derJugendsozialarbeit und Jugendarbeit ist dringend zu vermeiden. Diese Sicht wird von den Vertreterinnen der BAG EJSA geteilt und unterstrichen.

Zum Ende bedanken sich alle gegenseitig für das interessante, dichte, konstruktive Gespräch und vereinbaren im engen Austausch zu bleiben.