18.10.2017 - 19.10.2017 |

Rollenbilder von Jungen und jungen Männern mit Fluchterfahrung

Da bei den unbegleiteten jungen Geflüchteten und den über 16 jährigen jungen Menschen mit Fluchterfahrung  die  Jungen und jungen Männer in der Überzahl sind, arbeiten auch die Fachkräfte der Jugendsozialarbeit vor allem mit männlichen geflüchteten Jugendlichen. Insbesondere wenn es um junge männliche Geflüchtete geht, ist die Gefahr von pauschalen Zuschreibungen groß. Es besteht immer die Gefahr sich in Dominanz und Ausgrenzungsgedanken zu verstricken und die doppelte Perspektive einzunehmen nach dem Motto „anders“ und „gleich“. In unseren Köpfen tauchen Stereotypen auf, sobald Begegnungen mit einer anderen Religion und Kultur anstehen: Hochmotivierte junge Flüchtlinge mit guter Schulbildung, junge Männer mit einem sexistischen Frauenbild, kriminelle junge Flüchtlinge usw.

Wie sehr sie das eigene Denken und Handeln beeinflussen, wird oft erst im Kontakt mit völlig anderen Konzepten von Familie und Geschlechterrolle erfahrbar, wie man beispielsweise auch anhand der Debatten um Bi,-  Trans- und Intersexualität erleben kann. Auch Sozialarbeiterinnen reproduzieren gesellschaftlich ethnisierende Zuschreibungen.

(Der Ansatz einer kultursensiblen Jungen*arbeit muss darauf abzielen, die kulturell unterschiedlichen Prägungen, die Jungen verschiedener ethischer Herkunft mitbringen und die damit einhergehenden Familienbilder, Erziehungsstile, Geschlechterrollen und davon wiederum abhängig die Vorstellungen von der Eigenen biographischen Entwicklung, in ihrer Differenz wahrzunehmen und wertzuschätzen. Zwei Hauptpositionen lassen sich ausmache: Die dekonstruvistische  geschlechter- und migrationstheoretischen Perspektiven, die in differenzierter Weise die Konstruiertheit die Gestaltung, die Intersektionen der Migrations- und Geschlechterverhältnisse beleuchten. Dem gegenüber stehen Diskurs die beispielsweise Männer türkischer Herkunft in der Verallgemeinerung des „türkischen Mach“ fassen.)

Während der Veranstaltung sollen  die unterschiedlichen kulturellen Sozialisation und Rollenbilder von  Jungen und jungen Männern und die unterschiedlichen  Sichtweisen und Bewertungen darauf dargestellt werden. Was sind fachlich angemessene Konzepte.

Das Programm mit Anmeldeformular wird demnächst hier veröffentlicht.

Datum von
18.10.2017
Datum bis
19.10.2017
Ort
Mainz
Veranstaltet von
BAG EJSA
kaeppler@bagejsa.de
Leitung
Susanne Käppler
Veranstaltungen
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