Streetwork und Mobile Jugendarbeit

Streetwork und Mobile Jugendarbeit wenden sich (insbesondere jungen) Menschen zu, für die der öffentliche Raum, vor allem Straßen und Plätze, von zentraler Bedeutung sind.
Da diese Personen in der Regel von anderen sozialen Dienstleistungen nicht mehr erreicht werden (wollen), begeben sich Streetwork und Mobile Jugendarbeit zu deren Treffpunkten.
Streetwork und Mobile Jugendarbeit versuchen, die Lebenswelt ihrer AdressatInnen (wenn möglich mit ihnen gemeinsam) lebenswerter zu gestalten und/oder Alternativen aufzuzeigen, welche ein minder gefährdendes Zurechtkommen im öffentlichen Raum ermöglichen. Da das Leben wie Überleben im öffentlichen Raum mit besonderen Gefährdungslagen verbunden ist, bieten Streetwork und Mobile Jugendarbeit bedarfsgerechte Angebote für die Entwicklung von tragfähigen Zukunftsperspektiven an.

Die rechtliche Verankerung

Die rechtliche Verankerung von Streetwork und Mobiler Jugendarbeit sowie aufsuchender Jugendsozialarbeit erfolgt auf der Grundlage des SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) und ist dort im § 13 anzusiedeln. Da eine explizite Benennung des Arbeitsfeldes Streetwork/Mobile Jugendarbeit im Kinder- und Jugendhilfegesetz des Bundes bis jetzt nicht erfolgt ist, sind die Verhältnisse in der Praxis komplex und uneinheitlich. Während Berlin als erstes Bundesland, unter der Terminologie "aufsuchende Jugendsozialarbeit", Streetwork/Mobile Jugendarbeit auf eine klare gesetzliche Grundlage gestellt hat, sind die Zuordnungen in den meisten anderen Bundesländern noch den Aushandlungsprozessen zwischen Trägern und Verwaltungen unterworfen.
Im KJHG lässt sich das Gesamtspektrum in drei Bereichen ansiedeln:
§ 11 Jugendarbeit
§ 13 Jugendsozialarbeit
§ 14 Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz

Handlungsmaximen der Streetwork und Mobilen Jugendarbeit

Streetwork und Mobile Jugendarbeit orientieren sich in ihrem Selbstverständnis an folgenden Handlungsmaximen:
1. Niederschwelligkeit: das Angebot muss so gestaltet sein, dass es den Bedürfnissen und den Möglichkeiten der AdressatInnen entsprechend zeitlich und räumlich einfach zu erreichen ist und ohne Vorbedingungen in Anspruch genommen werden kann.
2. Bedürfnis- und Lebensweltorientierung: Streetwork und Mobile Jugendarbeit nehmen ihre AdressatInnen mit all ihren Stärken und Problemen im Kontext ihrer Lebenswelten und sozialen Bezüge wahr und sind Ansprechpartner für die gesamte Breite auftretender Fragen.
3. Freiwilligkeit: Die Kontaktaufnahme, die Dauer und die Intensität des Kontaktes werden von den AdressatInnen (ohne Sanktionen) entschieden. In begründeten Einzelfällen kann auch von Streetworkseite und Mobiler Jugendarbeit der Kontakt beendet werden.
4. Akzeptanz: Streetwork und Mobile Jugendarbeit lassen sich nur mit Einfühlungsvermögen zur jeweiligen Einzelperson/Gruppe betreiben. Die AdressatInnen werden als Personen in ihrer Gesamtheit ohne Wertungen, möglichst vorurteilsfrei angenommen.
5. Vertrauensschutz und Anonymität: Ohne Mandat der AdressatInnen geben Streetwork und Mobile Jugendarbeit keine personenbezogenen Informationen an andere weiter. Sie führen keine personenbezogenen Akten und achten auch in ihren Tätigkeitsberichten darauf, keine personenbezogenen Fallverläufe zu dokumentieren.
6. Parteilichkeit: Streetwork und Mobile Jugendarbeit vertreten die Interessen der AdressatInnen, ohne deshalb deren Ansichten und Überzeugungen teilen zu müssen.
7. Interkulturelle Dialogfähigkeit: Streetwork und Mobile Jugendarbeit verfügen über interkulturelle Kompetenz, d. h. sie verstehen Handlungsweisen und Deutungsmuster ihrer AdressatInnen auch vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen kulturellen Prägung.
8. Geschlechtsspezifische und interkulturelle Ansätze sind integrale Bestandteile der Arbeitsprinzipien. Jungen und Mädchen sind gemeinsame und getrennte Angebote zu machen.

Diese Arbeitsprinzipien sind unverzichtbar, bedingen sich gegenseitig und prägen alle Angebote von Streetwork und Mobiler Jugendarbeit. Streetwork und Mobile Jugendarbeit sind eigenständige Arbeitsansätze, die sich mehr und mehr einander annähern.

(Auszug aus den Standards der BAG Streetwork/Mobile Jugendarbeit - www.bundesarbeitsgemeinschaft-streetwork-mobile-jugendarbeit.de)
Die BAG EJSA ist Gründungsmitglied der BAG Streetwork/Mobile Jugendarbeit e.V.

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