Partizipation von Kindern und Jugendlichen

Jugendsozialarbeit will und kann Jugendliche erreichen, die von anderen Institutionen nicht bzw. nicht mehr erreicht werden und kann somit dazu beitragen, dass auch Jugendliche mit geringeren Startchancen sich beteiligen und beteiligt werden. Viele Beispiele in der Jugendsozialarbeit zeigen: Wenn junge Menschen erfahren, dass sie ernst genommen werden und dass sie sich ernsthaft beteiligen können, sind sie bereit sich zu engagieren. Und dies unabhängig von Bildung, Status, Alter, Geschlecht oder Zugehörigkeit zu bestimmten Szenen und Kulturen.

 

Jugendliche zur Beteiligung motivieren und befähigen

 

Jugendliche zur Beteiligung, zur aktiven Teilnahme zu motivieren ist eine wichtige Aufgabe für die Jugendsozialarbeit und muss durch die Öffnung von Beteiligungskulturen im Alltag flankiert werden. Insbesondere "benachteiligte" Jugendliche sind besonders oft konfrontiert mit Defizitunterstellungen, mit Respektlosigkeit oder Ignoranz gegenüber ihren Bedürfnissen und Vorstellungen. Ihre Erfahrungen in der politischen Beteiligung, in demokratischen Prozessen sind oft gering und sie erleben Erwachsene, Institutionen und Politik oft als ignorant. Sie haben daher oftmals eine große Distanz zur "offiziellen" Politik, zur politischen Kultur und damit auch zu partizipativen Strukturen. Kurz: Es fehlt an positiven Erfahrungen, der Wertschätzung und der motivierenden Beteiligung.

Einrichtungen der Jugendsozialarbeit bieten hier Anknüpfungspunkte, um die Motivation zur Beteiligung und zur aktiven Teilnahme zu fördern. Wenn diese Arbeit aber erfolgreich sein will, muss sie eingebunden sein in eine Kultur der Beteiligung im Alltag der jungen Menschen. Im Alltag von Schule, von Ausbildung und (kommunaler) Politik und Jugendförderung. Eine der großen Herausforderungen für die Jugendsozialarbeit ist damit die Förderung der Demokratiebildung und einer Teilhabekultur sowohl nach INNEN als auch nach AUSSEN.

Leitlinien der BAG EJSA zur Partizipation

 

 

Partizpationsstandards (weiter-)entwickeln

Um Partizipation in der Jugendsozialarbeit weiter voran zu bringen, ist eine konzeptionelle Verankerung von Partizipation als Standard in der Organisation unter Einbeziehung der Zielgruppe wichtig.

Einrichtungen der Jugendsozialarbeit brauchen einen Rahmen zur Gestaltung von Partizipationsprozessen für Jugendliche.

Dazu zählt:

  • dass Jugendliche informiert werden, was von ihnen erwartet wird und was sie beeinflussen können und was nicht,

  • dass Jugendliche in allen Phasen entsprechend der Art und dem Kontext ihrer Partizipation begleitet werden,

  • dass Jugendliche mit verschiedenem Hintergrund und Status repräsentativ beteiligt und in ihrer Diversität mit Blick auf deren Chancengleichheit berücksichtigt werden sowie

  • dass Jugendliche auch am Evaluationsprozess und an der Beschreibung der Ergebnisse mitwirken,

und:

  • dass Beteiligungsprozesse von ausgebildeten MitarbeiterInnen begleitet und von Seiten der Leitung der Organisation unterstützt werden,

  • dass Beteiligungsprozesse durch geeignete Schulung und Unterstützung der MitarbeiterInnen begleitet werden,

  • dass die Entwicklung der Partizipationsstrukturen als fortlaufender Prozess und nicht als punktuelle Maßnahme angelegt wird sowie dass Beteiligungsprozesse auf eine jugendlichengerechte Art und Weise durchgeführt werden (durch den Einsatz von Methoden, Mechanismen und Techniken, die auf den Bedürfnissen der jungen Menschen aufbauen).

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