Bundesmodellprojekt "Ausbildungsorientierte Elternarbeit im Jugendmigrationsdienst"

 

Das neue gesellschaftliche System stellt andere Anforderungen an die Familien. Sie müssen diese erst kennenlernen und lernen, kompetent damit umzugehen. Der erfolgreiche Einbezug der Migranteneltern in den Prozess der Berufsorientierung wird als ein Schlüssel auf dem Weg zu einer effektiven Integration von Jugendlichen in das Arbeits- und Berufsleben angesehen.

Bundesweit mehr als 4.000 Eltern und Kinder erreicht

Im Juni 2009 fand das zweieinhalbjährige Bundesmodellprojekt "Ausbildungsorientierte Elternarbeit im Jugendmigrationsdienst" seinen Abschluss. An zwölf Projektstandorten, im gesamten Bundesgebiet verteilt, erprobten Jugendmigrationsdienste von vier Fachorganisationen der Jugendsozialarbeit (Arbeiterwohlfahrt, Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit, Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit, Internationaler Bund) mögliche Formen der ausbildungsorientierten Elternarbeit. Ziel des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie dem Europäischen Sozialfonds geförderten Bundesmodellprojektes war es, die Erziehungskompetenz von Eltern mit Migrationshintergrund wirkungsvoll zu unterstützen und damit die schulische und berufliche Integration ihrer Kinder und Jugendlichen zu fördern.

Individuelle Beratung der Eltern, Elterntreffs und -seminare zum deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem sowie zu Anforderungen an die Erziehungsleistungen gehörten zu den angebotenen Maßnahmen. Mehr als 4.000 Eltern und deren Kinder haben die Projektstandorte in dieser kurzen Zeit mit ihren Angeboten erreicht.

Praxisleitfaden veröffentlicht

Ausbildungsorientierte Elternarbeit fördert Veränderungsprozesse in den Familien. Bildungs­partnerschaften bieten den Eltern Orientierung, Wissen über und Erfordernisse des für sie neuen gesellschaftlichen Systems werden vermittelt und entsprechende Handlungs­möglichkeiten aufgezeigt. Eltern werden in die Verantwortung genommen und dazu befähigt, ihre Kinder in schulischen Angelegenheiten und der Berufswegeplanung zu unterstützen. Zur persönlichen Entwicklung der Mütter und Väter, zum Erwerb sozialer und fachlicher Kompetenzen kam in vielen Fällen auch der Spracherwerb hinzu. Auch auf die Kooperationspartner wirkt Elternarbeit nachhaltig. So sind beispielsweise neue tragfähige Kooperationen entstanden.

Das Kernergebnisse aller Standorte lautet: "Elternarbeit ist notwendig und möglich, und sie ist im Jugendmigrationsdienst gut verortet!" Dafür braucht es aber ein klares Mandat, ein signifikantes Profil sowie entsprechender Ressourcen. Die Ergebnisse des Modellprojektes sind in einem Praxisleitfaden mit Handlungsempfehlungen für die ausbildungsorientierte Elternarbeit veröffentlicht worden und stehen hier zum Herunterladen bereit.

 

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