Interkulturelle, gender- und differenzsensible Jugendsozialarbeit
Die Dokumentation der Tagung, zeigte, dass interkulturelle, geschlechterbewusste Jugendsozialarbeit ein differenziertes Hinsehen auf die große Zielgruppe Mädchen und junge Frauen/ Jungen und junge Männer erfordert. Scheinbar monokulturelle Gruppen sind bei näherer Betrachtung sehr heterogen und weisen vielfältige Unterschiede auf, die nicht kulturgebunden sind. Genauso wie es nicht "das" deutsche Mädchen und "den" deutschen Jungen gibt, ist Migration nur eines von vielen Merkmalen, welches ein Mädchen oder ein Junge aufweist. Es gilt unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen wahr zu nehmen, zu stärken und zu fördern.
Die Tagung sollte den Blick öffnen für die Vielfalt von Mädchen und jungen Frauen/ Jungen und jungen Männern und für ihre sehr unterschiedlichen Lebensentwürfe, Werte und Muster. Adäquate Handlungsmöglichkeiten in einer sich ethnisch differenzierenden Gesellschaft sollten dargestellt werden, passende, differenzsensible Angebote, die Mädchen und Jungen gerecht werden, sollten konzipiert werden, ohne dabei Vorurteile zu verfestigen. Das Ziel war eine geschärfte Wahrnehmung für Differenz und Gleichheit der eigenen Zielgruppe.
Ein weiteres Ziel der Tagung war es, zu einer stärkeren Verknüpfung der Arbeitsfelder geschlechterbewusste und interkulturelle Jugendsozialarbeit beizutragen. Es sollten sowohl Genderkompetenzen als auch interkulturelle Kompetenzen vermittelt und erlebbar werden.
Die Tagungsdokumentation beinhaltet
- ein Grußwort von Linda Kagerbauer, Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik in Hessen,
- ein Referat zum Thema "Genderpädagogik eine interkulturelle Perspektive, benötigt… - warum eine interkulturelle Pädagogik eine Genderperspektive benötigt...?!, von Olaf Jantz und Sabine Sundermeyer
- Projekt- und Erfahrungsberichte zu Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen sowie Jungen und jungen Männern -dargestellt von Christine Schubart (MädchenwerkstattTreff) sowie Nima Foroozesh und Heiko Mühlenbrock (JungsJungsJungs) des SKA in Darmstadt
- Ergebnisse des Worldcafe zum Thema "Herausforderungen für die interkulturelle geschlechterbewusste Jugendsozialarbeit"
Türen auf! - Barrierefreiheit für Mädchen und junge Frauen
"Türen auf! - Barrierefreiheit für Mädchen und junge Frauen" heißt ein Materialheft der BAG EJSA, welches die gleichnamige Tagung dokumentiert, die am 4. November 2008 in Leipzig stattfand. Es bietet mit seinem sehr breiten Themenspektrum viele Aspekte von Barrierefreiheit und spricht Personen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern an. Der Begriff der Barrierefreiheit ist eine Klammer, um die unterschiedlichsten Inklusions- und Exclusionsphänomene zu beleuchten- immer mit dem besonderen Augenmerk auf die Situation von Mädchen und jungen Frauen.
Es werden die gesellschaftlichen Barrieren für Mädchen reflektiert und deutlich gemacht, dass wir uns nicht von dem Bild des "starken Mädchens" blenden lassen dürfen. Es wird aufgezeigt, wie konkret Schwellen und Barrieren abgebaut werden können und, dass gute Bildung für Mädchen noch lange nicht Türöffner für Ausbildung, Schule Beruf später führt.
Das Materialheft ist in der Geschäftsstelle zum Preis von 8,- Euro zzgl. Versandkosten bei Christina Möbius, Tel. 0711/16489-24, moebius@bagejsa.de erhältlich.
Interkulturelle, gender- und differenzsensible Jugendsozialarbeit
Schutz von Mädchen und jungen Frauen vor Stalking
Das Phänomen Stalking ist heute zu einem ganz alltäglichen Problem geworden, das jede Person treffen kann. In den überwiegenden Fällen aber gehören Mädchen und junge Frauen zu den Stalking-Opfern. Deshalb veranstaltete das Evang.-Luth. Landesjugendpfarramtes Sachsens und die BAG EJSA am 3. März 2009 in Dresden einen Fachtag zu diesem Thema. Dieser sollte ExpertInnen, MultiplikatorInnen und Fachkräfte aus Einrichtungen und Projekten für die Problematik sensibilisieren. Die Veranstaltung war mit 55 TeilnehmerInnen sehr gut besucht.
Da das Stalking oft mit erheblicher seelischer und körperlicher Gewalt einhergeht, sind die gesundheitlichen und sozialen Folgen für junge Frauen und Mädchen gravierend und können sie in ihrem Alltag massiv einschränken. So fühlen sie sich in der Folge häufig hilf- und schutzlos, sehen keinen Ausweg aus ihrer Situation. Die betroffenen Mädchen und Frauen fühlen sich nicht ernst genommen, wissen nicht, wie sie reagieren sollen und haben Angst vor der Polizei. In den letzten Jahren wurde jedoch viel für den Schutz von Stalking-Opfern getan.
Während der Tagung zeigten die ReferentInnen ganz unterschiedlicher Fachbereiche - Soziale Arbeit, Kriminalitätsbekämpfung, Rechtssprechung - in ihren Vorträgen und Workshops Möglichkeiten und Wege, wie betroffenen Mädchen und jungen Frauen geholfen werden kann und wie sie sich selbst wehren können.
Die Dokumentation der Tagung erschien Ende September in der Reihe der BAG EJSA-Materialhefte (Schutz von Mädchen und jungen Frauen vor Stalking, Materialheft 2/2009). Dazu wurde ein Flyer für Betroffene entwickelt.
Das Materialheft und der Flyer sind in der Geschäftsstelle zum Preis von 8,- Euro zzgl. Versandkosten bei Christina Möbius, Tel. 0711/16489-24, moebius@bagejsa.de erhältlich.
Zwingend - Dringend - Notwendig: Evangelische Mädchensozialarbeit.
Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen und Handlungsempfehlungen
"Die Mädchensozialarbeit ist von einer strukturellen Verankerung noch immer weit entfernt." Dies stellt der Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) in seinem Vorwort zu der jetzt erschienenen Handreichung "Dringend - Zwingend - Notwendig: Evangelische Jugendsozialarbeit - Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen und Handlungsempfehlungen" fest. Die von der BAG EJSA erstellte Publikation, die sich an Fachleute der Mädchensozialarbeit in der Praxis und in den Verbänden richtet,
- will deshalb die Belange der Mädchen und jungen Frauen wieder näher ins Blickfeld bringen und in den jugendpolitischen Diskurs tragen,
- zeigt unterschiedliche Lebenslagen der Mädchen und jungen Frauen und die Leistungen der Mädchensozialarbeit auf,
- will Frauen motivieren, sich einzumischen, ihnen dafür Argumentationshilfen, Anregungen und Informationen geben, damit notwendige Forderungen wie zum Beispiel die Einrichtung und Weiterentwicklung der Angebote durchgesetzt werden können und
- soll die Mädchenarbeit in Kirche und Diakonie stärken.
Ein komprimiertes Papier als Argumentationshilfe gegenüber Politikerinnen und Politikern sowie den für die Förderung der Mädchensozialarbeit fachlich Verantwortlichen in den Ministerien, ist der Publikation als Einlage beigefügt.
Das Materialheft kann zum Preis von 6,-- Euro zzgl. Versandkosten in der Geschäftsstelle bestellt werden, Christina Möbius, Tel. 0711/16489-24, moebius@bagejsa.de.


