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2. Jungenarbeit – Jungenpädagogik

Jungenarbeit ist eine geschlechtsbezogene pädagogische bzw. soziale Arbeit von Männern mit Jungen, männlichen Jugendlichen und jungen Männern. Diese findet in unterschiedlichsten pädagogischen Feldern und Settings statt. Sie orientiert sich grundlegend an den Potenzialen des Jungeseins und Mannwerdens, thematisiert aber auch Probleme und problematische Formen männlicher Lebensbewältigung. Jungenarbeit findet in geschlechtshomogenen Räumen statt. Sie ist damit ein spezieller Bereich der Jungenpädagogik, die alle Erziehungs- und Bildungsprozesse von und mit Jungen in einem institutionellen Kontext umfasst. In diesem Sinn gehören zur Jungenpädagogik auch koedukative Ansätze oder die pädagogischen Arbeit von Frauen mit Jungen. Eine Definition von Jungenarbeit als geschlechtshomogenem Raum lenkt damit den Blick auf die eigene Bedeutung und Dynamik der gleichgeschlechtlichen Auseinandersetzung.

Jungenpädagogische Fragestellungen und die entsprechende fachliche Vertiefung braucht es nicht nur in der Jungenarbeit, sondern genauso in der reflexiven Koedukation – der Gemeinschaftserziehung von Jungen und Mädchen unter Berücksichtigung geschlechterbezogener Aspekte – und auch dort, wo Pädagoginnen ausschließlich, überwiegend oder temporär mit Jungen arbeiten. Dieser Bereich wird heute als „Crosswork“ bezeichnet und fachlich erschlossen. Eine explizit geschlechterbezogene Pädagogik, zu der auch die Mädchenarbeit und -pädagogik sowie die Crosswork-Situation von Pädagogen gehören, ist letztlich als fachlicher Standard und Querschnittsthema in allen pädagogischen Prozessen gesetzt. Eine wesentliche Grundlage hierfür stellen die Bestimmungen des § 9.3 SGB VIII/KJHG von 1991 dar.

Kinder- und Jugendhilfegesetz der Bundesrepublik Deutschland

SGB VIII/KJHG § 9.3 (1991)

Grundrichtung der Erziehung, Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen

„Bei der Ausgestaltung der Leistungen und der Erfüllung der Aufgaben sind (...) die unterschiedlichen Lebenslagen von Jungen und Mädchen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern.“

Quelle: www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__9.html

Die verschiedenen Bereiche und Spezialisierungen der Geschlechter- oder Genderpädagogik müssen in diesem Sinn aufeinander abgestimmt werden. Gemeinsam sind ihnen eine Gleichstellungsorientierung und die Orientierung an geschlechterbezogenen Lebenslagen. Diese lassen sich in 3 x 3 Zugängen erfassen und beschreiben:

·         Mikroebene: "Körper"-"Biografie" – "soziales Netz"

·         Mesoebene: "Institutionen" – "Jugendkultur(en)" – "Sozialraum"

·         Makroebene:"Gesell. Leitbilder“ – „Lebensphase“ -
                               "Generationenverhält.  und -auseinandersetzung“

Eine Orientierung an den Lebenslagen von Jungen kann auch dabei helfen, dass Jungen ja nicht Objekt oder Gegenstand von Jungenarbeit sein wollen und sollen. Jungenarbeit stellt deshalb nicht zuerst Ansprüche an Jungen, sondern will sie vielmehr verstehen und fördern, ihnen soziale Ressourcen zukommen lassen usw. In diesem Sinn ist auch jungenpädagogische Jugendsozialarbeit eine Ressource oder Ressourcenzuführung in Bereichen, wo Jungen ggf. geringe Bewältigungsressourcen mitbringen.

Aktuelles

16.10.2017

Jugendliche brauchen Perspektiven!

ExpertInnen aus der Jugendsozialarbeit benennen Handlungsbedarf

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Losung des Tages
Losungstext:

Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes.

5.Mose 4,2
Lehrtext:

Jesus sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.

Lukas 8,21

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