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7. Die institutionelle Perspektive: Einrichtungen der Jungensozialarbeit

Jungensozialarbeit findet in Institutionen statt: in Organisationen und Einrichtungen der Jugendsozialarbeit. Dies setzt ganz bestimmte Rahmenbedingungen, weshalb eine institutionelle Perspektive unverzichtbares Element der Jungensozialarbeit ist. Dabei geht es um die Bedingungen, unter denen Jungen gefördert oder betreut werden, und um Ressourcen, die der Jungensozialarbeit zur Verfügung stehen: Räume, Personal, finanzielle Mittel, aber auch Konzeptionen und Strukturen.

 Jungensozialarbeit ist Praxisansatz, Qualitätsmerkmal und Element des Profils der jeweiligen Institution – vielleicht sogar explizites Leistungsmerkmal ihres Angebots. Die fachliche Stabilisierung und Qualifizierung von Jungensozialarbeit ist ohne Einbezug der institutionellen Ebene nicht erreichbar. Die beiden wichtigsten Merkmale, die eine Institution für Jungensozialarbeit qualifizieren, sind 1. kontinuierliche Praxis der Jungenarbeit und 2. eine Konzeption, die das spezielle Profil der Jungensozialarbeit in dieser Einrichtung herleitet und erklärt. 

Eine institutionelle Perspektive auf die Jungensozialarbeit zeigt, dass nicht nur einzelne Fachkräfte oder Teams, sondern auch deren Institutionen gefordert sind, eine fachliche Positionierung einzunehmen. Erfahrungsgemäß sind die Chancen und Möglichkeiten der Jungensozialarbeit je nach institutionellem Kontext offener oder beschränkter: Hat die Einrichtung Erfahrungen mit oder gar eine Tradition der Jungenarbeit? Ist Jungensozialarbeit gleichsam Privatsache, oder wird sie von der Leitung gezielt angeregt und gefördert.

 Die institutionelle Dimension der Jungensozialarbeit bezieht sich dementsprechend:

· auf die Institution „intern“: Wie sind die Bedingungen in der Institution selbst, etwa was die personellen und finanziellen Ressourcen anbelangt, wie Räume oder Zeiten vorhanden und organisiert sind, welche konzeptionellen Standards gelten? Gibt es überhaupt eine Konzeption der Jungensozialarbeit? Kann ein Jungenraum oder ein Kraftraum eingerichtet werden? Gibt es Möglichkeiten, mit Jungen erfahrungsorientiert und erlebnispädagogisch zu arbeiten?

· auf die Beschäftigten: Worin liegt die jungenbezogene Kompetenz und Qualifizierung der Beschäftigten? Gibt es jungenbezogene Zugänge in Teams, z.B. als Planungs- oder Reflexionsebene, als regelmäßiges Thema bei Fallbesprechungen, als Perspektive der Teamdynamik?

· auf institutionenübergreifende Aspekte: Wie steht es um die überinstitutionelle fachliche Vernetzung zum Thema Jungensozialarbeit (z.B. in der BAG EJSA)? Gibt es Kontakt uns Austausch mit regionalen oder trägerbezogenen Fachgruppen und Arbeitskreisen? (z.B. Jungenarbeitskreise oder -AGs)

Jungensozialarbeit kann auf Dauer nicht in institutionellen Nischen gedeihen, sondern erfordert konzeptionelle Durchgängigkeit und allgemeine Standards. Die Implementierung und Stabilisierung von Jungensozialarbeit benötigt also genau genommen eine geschlechterbezogene Organisationsentwicklung. Umgekehrt zeigt die Erfahrung, dass Jungensozialarbeit dazu beitragen, die Insti­tu­tio­nen und ihr Profil konzeptionell zu schärfen: Fachlichkeit, Arbeitskultur und die Qualität der Arbeit werden dadurch genderbezogen verbessert.

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