Schulsozialarbeit – eine Standortbestimmung der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA)

verabschiedet im Hauptausschuss am 13.11.2012

Die vorliegende Standortbestimmung beschreibt Schulsozialarbeit aus Sicht der evangelischen Jugendsozialarbeit. Sie stellt die zentralen konzeptionellen Merkmale und notwendigen Rahmenbedingungen als Voraussetzungen zur Sicherung der Qualität von Schulsozialarbeit vor. Wir benutzen hierbei den Begriff Schulsozialarbeit, weil “Schulsozialarbeit“ der am weitesten verbreitete Begriff für Soziale Arbeit an Schulen als kontinuierliches Angebot darstellt. Neben der hier beschriebenen Schulsozialarbeit gibt es verschiedenste Formen der Kooperation von Jugendsozialarbeit und Schule. Download: hier.

Die "Vision einer guten Schule"

Benachteiligte Kinder und Jugendliche sind diejenigen, die oft in den vorhandenen Regelsystemen von Schule scheitern. Häufig haben sie sich zwar mit dem System Schule arrangiert, erfüllen auch ihre Pflichtschulzeit, schließen aber häufig ihre Schulzeit mit einem schlechten Notendurchschnitt oder ganz ohne Abschluss ab. Es sind Schüler und Schülerinnen, die mit der herkömmlichen Art der Wissensvermittlung und des Lernens keine Lernerfolge erzielen und die vielfach nicht auf notwendige materielle und soziale Ressourcen zurückgreifen können.
Für die so beschriebenen Jugendlichen ist die Jugendsozialarbeit zuständig und versucht, sie mit gezielten zu ihrer Lebenssituation passenden Förderangeboten zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund stellt die BAG EJSA in einem vom Fachbeirat Bildung entwickelten und dem Hauptausschuss verabschiedeten Papier ihre Vision einer gelingenden Schule zur Diskussion. Kriterien und gelingende Faktoren werden vorgestellt und erläutert und die Bedeutung von informellen und non-formalen Bildungskontexten für das Erlernen von Kompetenzen wie Teamfähigkeit und, Selbst-Steuerung betont. Den Wortlaut des Papiers finden Sie hier.

Hauptschule abschaffen? Eine sinnvolle Antwort auf die Anforderungen an das deutsche Bildungssystem?

Die BAG EJSA nimmt die Veröffentlichung der neusten Pisa-Ergebnisse zum Anlass, das Augenmerk auf die Hauptschule und deren allmählich voranschreitenden Auflösungsprozess zu richten. Denn die Hauptschule als ein Teil des dreigliedrigen Schulsystems in Deutschland befindet sich nicht erst seit PISA in der Kritik. Seit Jahren liegt die Zahl der Schüler und Schülerinnen, die die Hauptschule ohne Abschluss verlassen, in allen Bundesländern zwischen 7% und 9%. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind dort überproportional häufig anzutreffen. Der scheinbar folgerichtige und nahe liegende Reflex lautet: Abschaffung der Hauptschule!

Mit der Abschaffung der Hauptschule verschwinden jedoch nicht die Hauptschüler und Hauptschülerinnen.

Die BAG EJSA hat eine Einschätzung zum Entwicklungsbedarf der Schulen formuliert und stellt diese nun in der Positionierung "Die Hauptschule verschwindet - Die Hauptschüler und Hauptschülerinnen bleiben" vor. Sie wendet sich damit an die Fachöffentlichkeit und die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in der Bildungspolitik und will darauf aufmerksam machen, dass für diese jungen Menschen ein sinnvoller Ort des Lernens im Bildungssystem geschaffen werden muss.

>> Zur Kurzfassung der Positionierung
>> Zur Langfassung der Positionierung

 

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