Elternarbeit in der Jugendsozialarbeit

Auf unsere Haltung kommt es an!

Die familiäre Erziehung prägt die Bildungs- und Integrationschancen von Jugendlichen. So betonte der wissenschaftliche Beirat für Familienfragen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend schon in einer Expertise im Jahr 2002, dass die "grundlegenden Fähigkeiten und Bereitschaften für schulische Lern- und lebenslange Bildungsprozesse" maßgeblich durch das familiäre Umfeld beeinflusst würden.

Empirische Untersuchungen wie die PISA-Studie zeigen, dass viele Eltern diese wegweisende und motivierende Rolle häufig nicht wahrnehmen können. Das bedeutet: Damit Jugendlichen Teilhabechancen eröffnet werden, muss man ihren Eltern objektive Bewertungsmaßstäbe für Bildungsentscheidungen zur Verfügung stellen. Beispielsweise fehlt gerade an den entscheidenden Übergängen zwischen Grundschule und weiterführender Schule bzw. zwischen Schule und Beruf vielen Eltern das nötige Wissen, um ihre Kinder fördern zu können.

Strukturen und Prozesse in Bildungs- und bildungsbegleitenden Einrichtungen stellen eine Hürde für die gleichberechtigte Teilhabe von vielen Kindern und Jugendlichen am (Aus)Bildungsmarkt dar. Viel zu wenige Institutionen sind zum Beispiel in der Lage, ihre Angebote im Sinne interkultureller Öffnung auf die Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten auszurichten und gleichberechtigte Bildungschancen zu realisieren.

Die Einbindung der Elternarbeit in die Jugendsozialarbeit ist nötig und möglich

Einfliesen werden die Ergebnisse des trägergruppenübergreifenden Bundesmodellprojektes "Ausbildungsorientierte Elternarbeit im Jugendmigrationsdienst" (2007-2009), das die BAG EJSA koordinierte. Das Projekt erprobte, wie die Erziehungskompetenzen von Eltern mit Migrationshintergrund wirkungsvoll unterstützt und die schulische und berufliche Integration ihrer Kinder gefördert werden kann. Durch intensive Arbeit mit den Teilnehmenden kam es in vielen Familien zu umfassenden Veränderungsprozessen: Auf der einen Seite fassten die Eltern Selbstvertrauen in ihre Erziehungskompetenz und brachten sich aktiv in die Lebensplanung der Kinder ein. Zum anderen spürten die Jugendlichen, dass ihre Eltern über mehr Handlungs­möglichkeiten und Wissen verfügen. Dadurch fühlten sich die Jugendlichen ernster genommen und erfuhren eine wahrnehmbare Unterstützung.

Die Zusammenarbeit mit Eltern trägt sowohl zu einer Stärkung der Selbsthilfekräfte der Mütter und Väter bei als auch zur Stabilisierung der Familienstrukturen. Sie bewirkt eine spürbare Verbesserung der Perspektiven von Jugendlichen.

Ziele

  • Wir wollen alle Bereiche der Jugendsozialarbeit für Elternarbeit sensibilisieren.
  • Wir wollen Mitarbeitende der Jugendsozialarbeit für Elternarbeit qualifizieren.
  • Wir wollen durch fachliche Beratung die Implementierung der Elternarbeit in Angeboten der Jugendsozialarbeit begleiten.
  • Wir wollen Vernetzung und Erfahrungsaustausch möglich machen. Wir wollen Handlungsempfehlungen weiterentwickeln.
  • Wir wollen für eine nachhaltige, institutionelle Förderung von Elternarbeit in der Jugendsozialarbeit werben.

Zielgruppen

Primäre Zielgruppe des Aufgabenfeldes sind die Mitarbeitenden in den Einrichtungen der evangelischen Jugendsozialarbeit.

Die erste mittelbare Zielgruppe sind Eltern von Kindern und Jugendlichen, die durch ein Angebot der Jugendsozialarbeit begleitet werden oder über die Kooperation mit Bildungseinrichtungen und anderen Institutionen erreicht werden können.

Als zweite mittelbare Zielgruppe stehen die Kinder und Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf im Fokus aller Überlegungen.

Bitte wenden Sie sich an mich, wenn ich Sie mit meiner Expertise unterstützen kann, wenn Sie beraten werden möchten, ich Ihnen als Referentin für einen Vortrag oder als Trainerin im Rahmen von Qualifizierungsveranstaltungen zur Verfügung stehen kann.

Sorina Miers
Projektleitung Elternarbeit in der Jugendsozialarbeit
(Ansprechpartnerin)

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